Donnerstag, 21.11.2019

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Forchheims türkische Fußballer haben Salut-Verbot

Der Vereinsvorsitzende des TKV erklärt sich im Interview - 22.10.2019 09:25 Uhr

Mit derlei Szenen der Profis aus der türkischen Nationalmannschaft schwappte die politische Diskussion um den Militäreinsatz in Nord-Syrien auch auf den Amateurfußball in der Region über. © Mahmut Burak Burkuk/dpa


Weil türkischstämmige Amateure unter anderem aus Nürnberg wie diverse prominente Stars den Soldaten-Salut nachahmten, reagierte der Bayerische Fußballverband umgehend mit der Ankündigung von Strafen.

Herr Toplar, der TKV geht digital seit Monaten in die Offensive, doch Salut-Videos sind nicht darunter. Wurde intern über das Thema gesprochen?

Es gab eine kurze Ansprache vor der Mannschaft zur Erinnerung. Unsere Anweisungen sind klar.

Wie lautet die Ansage?

Natürlich machen sich Leute im Verein ihre Gedanken über die heikle Situation. Schon bei meinem Amtsantritt vor zwei Jahren aber haben wir im Vorstand deutlich gesagt, dass wir keine politischen Botschaften wollen. Was auf persönlichen Profilen abseits des Fußballs passiert, können wir allerdings nicht kontrollieren.

Ali Toplar, seit 2017 Vorsitzender des TKV Forchheim. © Foto: Toplar


Tragen die angedrohten Strafen des Verbands zur Abschreckung bei?

Durchaus. Das wäre doch dumm, sich die hart erkämpfen Punkte durch so etwas wieder wegnehmen zu lassen. Für mich zählt nur der Aufstieg.

Halten Sie die Aufregung über derlei Gesten für angemessen?

So etwas hat es in der Vergangenheit öfter gegeben, auch bei Vertretern anderer Nationalitäten. Heute wird das aus meiner Sicht sehr hoch gehängt. Es geht auch gar nicht um Türkei gegen Kurden. Wir – (der TKV hat keine Kurden im Team; d.Red.) – sollten uns darüber einig sein, dass Frieden an erster Stelle steht und sich die zuständigen Herren in der Politik damit befassen sollten. Junge Fußballer können sich zur komplizierten Lage noch keine Meinung bilden. Wir tun gut daran, uns um den Sport zu kümmern.

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