Freitag, 22.11.2019

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Fördergelder für das Egloffsteiner Freibad

Zuschüsse des Freistaates stehen ab sofort bereit. - 17.10.2019 07:00 Uhr

Das Freibad gehört zu Egloffstein wie die Burg und darf nicht aufgegeben werden, findet der Gemeinderat. Es ist zwar so marode, dass es abgebrochen werden muss, aber mit Hilfe des Freistaates soll dafür ein neues Becken gebaut werden.


Im Juli hatte der Freistaat ein Sonderförderprogramm zur Sanierung kommunaler Schwimmbäder bekannt gegeben (wir berichteten), das bis Ende 2024 gilt. Das Programm ist mit jährlich 20 Millionen Euro ausgestattet. Es gilt das "Windhundverfahren": Die Maßnahmen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs gefördert. Egloffstein kann mit etwa 30 Prozent Förderung rechnen, wobei Gastronomie, Rutschen, Sprungtürme und Planschbecken nicht förderfähig sind.

Diplom-Ingenieur und Architekt Josef Krautloher aus Vilshofen erläuterte die Sanierungsmaßnahmen detailliert, nachdem er eine Bestandsuntersuchung gemacht und darin die gravierendsten Mängel deutlich aufgezeigt hatte. Nicht zu übersehen: die einseitige Absenkung des Beckens, Brüche im Beckenkörper, woraus ein nur noch einseitiger Schwallwasserablauf herrührt.

Die Studie kommt zu dem nicht gerade erfreulichen Ergebnis, dass das zur Zeit in Gebrauch befindliche Schwimmerbecken nicht sanierbar ist, da die Behebung der Mängel ohne Beckenabbruch nicht möglich sei. Der Architekt zeigte Räten und vielen Zuhörern auf, dass für die Frequenz des Egloffsteiner Schwimmbades auch ein kleineres Schwimmbecken ausreichen würde und damit nicht unerhebliche Einsparungen zum Tragen kommen könnten.

Dabei wurden die Varianten "Betonbecken gefliest", "Betonbecken mit Folienverkleidung" und "Edelstahlbecken" betrachtet. Wobei sich ein Becken aus Stahl im Hinblick auf Amortisation, Pflege und Wartung deutlich positiv von den anderen Varianten abhebt.

Auch die Alternative "Naturbad" wurde erörtert. Architekt Krautloher ging von einer Besucherzahl von 15 000 innerhalb der Badesaison, also von nur vier Monaten aus, in denen täglich etwa 800 Badegäste ins Freibad kommen, von denen sich höchstens während einer Stunde 80 im Becken zur gleichen Zeit aufhalten. Diese Besucherzahl kann mit einem weitaus kleineren Schwimmbecken auch zufriedengestellt werden, denn je größer die Nutzungsflächen, desto größer der Aufwand.

Der Architekt schlug zwei Varianten der Beckenveränderung vor: Beibehaltung der jetzigen Beckenlänge von 42,4 Meter und Reduzierung auf drei Schwimmbahnen zu je 25 Meter, Nichtschwimmerbereich 17,5 mal 12,5 Meter. Oder Variante zwei: die Beckenlänge auf 33,3 Meter reduziert, drei Schwimmbahnen von je 16,6 Meter und Verlegung in Richtung des derzeitigen Plansch-beckens. Die geschätzten Kosten für Beckenbau, Filtertechnik und Verrohrungen sowie Baumeisteranlagen der Außenanlagen bei Variante eins betragen 1,48 Millionen Euro, bei der zweiten Variante 1,385 Millionen Euro.

Für die Ingenieurleistungen und weitere Kosten kommen noch einmal 28 Prozent hinzu sowie die gesetzliche Mehrwertsteuer, die das Projekt bis auf 2,254 Millionen Euro hoch rechnen kann. Ausnahmslos waren die Mitglieder des Gremiums dafür, das Schwimmbad zu erhalten und dem Architektenbüro einen Auftrag dahingehend zu erteilen, alles Erforderliche zu veranlassen, um einen Förderantrag stellen zu können.

ROLF RIEDEL

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