Frankens Hollywood-Star Elke Sommer dreht in Effeltrich

12.5.2021, 15:44 Uhr

"Ganz zufällig" hatte Bürgermeister Peter Lepper das Goldene Buch der Gemeinde Effeltrich dabei, als er den prominenten Gast am Drehort besuchte. © Udo Güldner

So langsam wird Smiley ungeduldig. Elke Sommers Ehemann Wolf Walther hat alle Hände voll zu tun, den kleinen Hund zu bändigen. Aber zu Hause lassen wollten sie ihren Liebling denn doch nicht. 

Sein Frauchen folgt derweil im Inneren der Georgs-Kirche den Anweisungen der Kameraleute Anthony Miller und Christian Baumann. Die Tochter eines evangelischen Pastors hat sich den sakralen Raum nicht ohne Grund ausgesucht. Noch immer denkt sie an ihren Vater Peter Schletz, der überraschend starb, als sie gerade einmal 15 Jahre jung war.

Bereits im Januar haben Annette Koehler und ihr Team von der ZDF-Hauptredaktion „Kultur, Geschichte und Wissenschaft, Abteilung Zeitgeschichte“ ein längeres Interview aufgenommen. Bei Elke Sommer zu Hause in Marloffstein. „Da war es total verschneit. Wir konnten da nicht draußen drehen“, so die Redakteurin. 

Das Gespräch dreht sich um die 1960-er Jahre, in denen Menschen des „Wirtschaftswunders“ ihren eigenen Weg gegangen sind. Neben Elke Sommer kommen in der zweiteiligen Dokumentation auch BAP-Sänger Wolfgang Niedecken, Schauspielerin Thekla-Carola Wied, Schlagersängerin Katja Ebstein, Commissario-Brunetti-Darsteller Uwe Kockisch und DDR-Leinwandlegende Winfried Glatzeder zu Wort. An ihren bewegten Biographien wird Zeitgeschichte spürbar. „Wir wollen zeigen, wie sie gelebt haben“, so Annette Koehler, deren Mutter aus Eltmann am Main stammt.

Die Schauspielerin mit Hund Smiley auf dem Arm.

Die Schauspielerin mit Hund Smiley auf dem Arm. © Udo Güldner

Als es nun darum ging, wo man die Außenaufnahmen machen sollte, schlug Elke Sommer Effeltrich vor: „In meinem Frankenland ist alles schön.“ Mit der Gemeinde verbinden sie jahrzehntelange Freundschaften. Immerhin tanzten bei ihrer Hochzeit vor 28 Jahren auch einige vom Effeltricher Trachtenverein. „Bei meinen Spaziergängen durch die wunderschöne Landschaft bin ich auch immer wieder hierher gekommen.“

Dann sei sie bei ihren Freunden „zu einem Schnäpsla“ eingekehrt. Dazu besteht diesmal jedoch keine Gelegenheit. Einige Regentropfen lassen Schlimmes erahnen. Dabei hat das TV-Team noch einige Stationen vor sich. Für die beiden Sendungen im Oktober sind Aufenthalte in Berlin und Köln, München und Cottbus, sowie in Norddeutschland nötig. „Das ist eine sehr aufwendige Produktion, in der O-Töne, Filmausschnitte, Animationen und Archivmaterial miteinander verwoben werden“, so Annette Koehler.

Auf dem Effeltricher Friedhof spaziert Elke Sommer mit dem Drehteam auf der Suche nach der besten Position für Aufnahmen.

Auf dem Effeltricher Friedhof spaziert Elke Sommer mit dem Drehteam auf der Suche nach der besten Position für Aufnahmen. © Udo Güldner

In einer kleinen Drehpause bleibt Zeit, sich mit Elke Sommer zu unterhalten. Es zeigt sich, dass man es nicht mit einem abgehobenen Hollywood-Star zu tun hat, sondern mit einer charmanten, hilfsbereiten und äußerst klugen Frau. Dabei wechselt sie stets zwischen Hochdeutsch, solange sie etwas erklärt, und Fränkisch, sobald ihr etwas gefällt. Der kleine Friedhof rund um die Wehrkirche etwa mit seinen blühenden Pflanzen. Auch hier werden einige Aufnahmen gemacht. Mit einer Drohne, die Michael Garrett steuert, fängt man Elke Sommer auch von oben ein, sobald sie das Portal durchschreitet, über dem die Heiligenfiguren des Georg, Laurentius und Sebastian wachen.

Eine kleine Drohne, von Michael Garrett gesteuert, nimmt die Szene unter anderem aus der Vogelperspektive auf. Elke Sommer spricht Hochdeutsch, wenn sie etwas erklärt, und Fränkisch, wenn ihr etwas gefällt.

Eine kleine Drohne, von Michael Garrett gesteuert, nimmt die Szene unter anderem aus der Vogelperspektive auf. Elke Sommer spricht Hochdeutsch, wenn sie etwas erklärt, und Fränkisch, wenn ihr etwas gefällt. © Udo Güldner

Nach der Episode im Gotteshaus wechselt der Tross die Straßenseite. An der uralten Dorflinde erinnert sich Elke Sommer an ihre Kindheit. Als achtjähriges Mädchen war sie schon einmal hier. Im Angesicht des fast tausendjährigen Baumes wird Sommer nicht etwa nachdenklich. Vielmehr ist sie zu Scherzen aufgelegt. Sie spielt einen Niesanfall und bringt damit das ganze Fernseh-Team zum Lachen. Und sie kokettiert damit, dass die Linde seit ihrem ersten Besuch wohl um hundert Jahre gealtert sei. Überhaupt herrscht am Set eine ungewöhnliche Lockerheit.

Es bleibt sogar noch Zeit, sich in das Goldene Buch der Gemeinde einzutragen, das Bürgermeister Peter Lepper „ganz zufällig“ mitgebracht hat. „Wie immer war es wunderschön bei Euch in Effeltrich“ ist da handschriftlich zu lesen. Dann verabschiedet sich Elke Sommer von ihren Freunden, die geduldig am Straßenrand ausgeharrt haben, um die Aufnahmen nicht zu stören. Ihr Hund Smiley freilich ist froh, dass er nun wieder die Hauptrolle spielt. 

UDO GÜLDNER

Die Folge „Wir Wunderkinder“ mit Elke Sommer läuft am Dienstag 12. Oktober zur Primetime um 20.15 Uhr im ZDF. Wer Elke Sommer früher sehen möchte, der kann das am Montag, 31. Mai ab, 17 Uhr in der ARD-Quizshow „Wer weiß denn sowas?“ tun.

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