Naturschutzgebiete meiden

Fränkische Schweiz: Beim Rodeln Rücksicht auf die Natur nehmen

14.1.2022, 18:00 Uhr
Rodelvergnügen im letzten Winter unterhalb der Ruine Neideck bei Streitberg.

Rodelvergnügen im letzten Winter unterhalb der Ruine Neideck bei Streitberg. © Andrea Schrottenloher

Dabei ist aber einiges zu beachten, sagt Jana Wiehn, Gebietsbetreuerin für ausgewählte Schutzgebiete im Landkreis Forchheim beim Landschaftspflegeverband Forchheim. So eignet sich nicht jeder vielversprechende Hügel fürs Schlittenfahren. Insbesondere, wenn die Schneedecke nur dünn ist, nimmt die darunterliegende Vegetation schnell Schaden. Jeder kennt das Bild von dunklen Schlittenspuren im hellen Hang, die entstehen, wenn die Oberfläche bereits bis auf die Wiese oder blanke Erde abgenutzt ist. Ohne die schützende Schneeschicht wird hier leicht die Vegetationsdecke aufgerissen.

Naturschutzgebiet meiden

Ärgerlich ist das auf Privatgrund und fatal ist es dort, wo wertvolle und seltene Lebensräume nachhaltig geschädigt werden. Im Naturschutzgebiet Ehrenbürg beispielsweise, besser bekannt unter den Gipfelnamen Walberla und Rodenstein, wachsen auf den beliebtesten Rodelhängen empfindliche Magerrasen, die nur unter einer sehr dicken geschlossenen Schneeschicht sicher sind.

Ob die angekündigten Schneeverhältnisse dafür ausreichend sind, muss man abwarten. Ausgerechnet in steileren Bereichen, wo man mit dem Schlitten ordentlich Fahrt aufnimmt, werden Rohbodenstellen bei Regen leicht zu tiefen Rinnen ausgespült, die sich nur schwer wieder regenerieren können. Jana Wiehn rät daher, zum Rodeln auf genügend neuen Schnee zu warten und auch dann nicht gerade ein Naturschutzgebiet anzusteuern. Es gibt genug andere Hänge in der Region, wo das Schlittenvergnügen nicht durch Schäden an der Natur teuer bezahlt wird.

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