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Fränkische Schweiz feiert Tag der offenen Brennereien

Rubinettes Liaison und andere edle Geister verführten wieder einmal Tausende - 21.10.2018 19:05 Uhr

Für die Besucher war der Tag der offenen Brennerein - hier beim Peterhof in Ortspitz - ein genüssliches Erlebnis. © Roland-Gilbert Huber-Altjohann


13 Brennereien und drei Brauereien hatten ihre Türen weit für die Besucher geöffnet – in Dietzhof, Dobenreuth, Gosberg, Kirchehrenbach, Leutenbach, Mittelehrenbach, Ortspitz, Pretzfeld, Schlaifhausen, Thuisbrunn und Weingarts. Die Vorbereitungen dafür begannen schon lange vorher, an einem Winterabend in der Brennerei Peterhof bei Anni Reichold. Damals gossen alle beteiligten Brenner zehn Liter ihres eigenen, heimischen Apfelbrandes in ein Fass und ließen es bis jetzt reifen. So gingen die traditionellen Sorten Collina, Bos-koop, Rubinette und andere eine „Liason“ miteinander ein.

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Edle Schnäpse, gute Stimmung beim "Tag der offenen Brennereien" 2018

Rund um das Walberla gab es 2018 wieder allerlei Bier- und Schnapsspezialitäten zu genießen: Zum Tag der offenen Brennereien und Brauereien pilgerten zahlreiche Besucher aus nah und fern in die Fränkische Schweiz. Neben Besichtigungen in den Produktionsanlagen gab es natürlich auch den ein oder anderen Schluck zum Probieren.


Dann wurde die gleichnamige Mischung in 0,33-Liter-Fläschchen abgefüllt und stand am Sonntag bei jedem Schnapsbrenner zum Verkauf.
Bei Genussbotschafter Helmut Pfefferle, Vorsitzender des Tourismusvereins, beschrieb das Ganze als „Fest des Gaumens“. Auch die Bedeutung der Kleinbrennereien für den Erhalt des landschaftsprägenden Streuobstanbaus und der Landschaftspflege solle so in den Vordergrund gerückt werden.

Bio-Obst-Brände wurden in Mittelehrenbach ausgeschenkt. © Roland-Gilbert Huber-Altjohann


Für die NN ging es los im Örtchen Ortspitz beim Peterhof. Dort heißt der Wahlspruch: „Von der Obstwiese in die Flasche“ – und so gab es Walnussgeist, Walnusslikör, Haselnussgeist, Haselnuss-Sahnelikör und „Alten Willi“ sowie Sauerkirschbrandy und Cocktails aus Bränden zu verkosten. Neben der neuen Schaubrennerei konnten sich die Besucher an fränkischen Brotzeiten, Bratwürsten vom Grill, Gulaschsuppe oder am Kaffee mit selbst gebackenen Kuchen gütlich tun.

Weiter nach Mittelehrenbach – wo gleich drei Betriebe zur Einkehr einluden. Die schon in der dritten Generation betriebene „Waldenhof“-Obstbrennerei von Gerhard Rackelmann bot eine Vielzahl von Obstbränden und Likören aus den Früchten der eigenen Obstgärten (Kirsch-, Williams-, Mirabellenbrand, Himbeer- und Schlehengeist), passend dazu wurde Zwiebelkuchen und fränkischer Federweißen gereicht.

Der Bioland-Hof von Willibald Schmidt, der seit 1995 ökologischen Landbau betreibt, überzeugte mit einer großen Obstsortenausstellung, bot sortenreine Brände aus alten Apfel- und Birnensorten, den seltenen Quittenbrand und Apfelfederweißen, aber auch Baggers und Bratwürste an. Viel Andrang herrschte bei der Brennerei Reinhard Singer, wo gleich am Eingang der „Charlemagner“, der fränkische Apfelschaumwein, die Besucher lockte. Auch ein reichhaltiges Mittagsessen mit Schäuferla und Kloß mit Sauerkraut fand viele hungrige Abnehmer. Von da war es nicht weit nach Schlaifhausen, zur Edelbrennerei Kern, wo man sein Essen gleich neben dem offenen Stall einnehmen konnte. Geheimtipp hier: ein spezieller Kräuterlikör und der Ingwergeist. Kinder hatten am Strohhüpfen und dem Streichelzoo ihre Freude.

Gleich um die Ecke: die Brennerei Siebenhaar in Dietzhof – mit Charlemagner, Apfel-Secco, und Geistern aus Schlehe, schwarzer Johannisbeere und Zwetschge. Als Spezialität mundeten Krenfleisch, „Bohnakern mit Räucherbauch“ sowie ein Marmeladenbuffet. Auf dem Rückweg noch ein Abstecher zur Brennerei Seitz, die unter anderem Thuisbrunner Elch-Bräu anbot und ein Zelt zur Bewirtung aufgestellt hatte. Darin konnte man sich selbstgebrannten „Willi“ gönnen oder eine Zwetschgenbrand. Freilich erst nach dem Essen – wo Karpfen oder Wild aus eigener Jagd (mit Wildschwein vom Spieß) lockten.

Rold Riedel

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