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Fridays for Future in Forchheim: Politik soll sich an Ziele halten

Erste Demo seit einem Jahr in Forchheim mit weniger Zulauf als damals - 25.09.2020 17:20 Uhr

„Wir stehen hier - solange bis sich etwas bewegt.“ Die Klimabewegung „Fridays for Future“ kam erstmals seit Ausbruch der Corona Pandemie wieder am Forchheimer Paradeplatz zusammen.

25.09.2020 © Foto: Ulrich Graser


"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!", tönte es erstmals seit 20. September vergangenen Jahres wieder über den Forchheimer Paradeplatz. Die Klimabewegung "Fridays for Future" (FFF) hatte zu einem globalen Schulstreik für das Klima aufgerufen. Laut Polizei folgten diesem Aufruf etwa 70 Personen, der Veranstalter sprach von 150. Vor einem Jahr waren es rund 500. Anders als damals luden die Organisatoren diesmal erst nach Schulschluss um 13 Uhr.

Richard Schmidt, Student aus Hausen, übernahm die Leitung der Demo. Den Veranstaltern war es nach seinen Angaben ein Anliegen, vor allem Sprecher aus den Schulen der Region und von Jugendverbänden zu Wort kommen zu lassen. Unter die jungen Teilnehmer/innen mischte sich jedoch auch ein erheblicher Anteil an älteren Personen, denen das Klima am Herzen liegt. So waren unter den Besuchern der Kundgebung auch verschiedene Vertreter aus Politik und Gesellschaft, so zum Beispiel die Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Bamberg-Forchheim, Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grüne) oder Klara Günther von der Initiative Transition Forchheim.

Ganz klar im Mittelpunkt stand jedoch der Wille der Schüler, ein Zeichen gegen die Klimakrise zu setzen. So warb Linus Hluchy, ver.di Bezirksvorstand für Jugend in Oberfranken, für eine "Verkehrswende durch alle Ebenen", ohne welche die Klimaziele nicht zu erreichen seien. Hluchy machte vor allem auf die schlechte Bezahlung für Mitarbeiter des ÖPNV aufmerksam und warb für bessere Löhne: "Nur wenn wir alle mitnehmen, ist Klimaschutz möglich. Von Applaus kann keiner leben", appellierte er. Franziska Wild, ehemalige Schülerin des Gymnasiums Fränkische Schweiz, forderte die EU auf, tätig zu werden: "Kalifornien verpflichtet sich zu emissionsfreien Neuwägen ab 2035 und Europa sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Die bisherigen Maßnahmen der EU reichen nicht aus, um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen", so die Studentin.

Nicolai Prechtel, Schüler des Herder-Gymnasiums, verwies darauf, was FFF schon alles erreicht habe: "Wir haben Millionen Menschen auf die Straße gebracht und ein öffentliches Bewusstsein geschaffen", so der Heranwachsende. Gleichzeitig mahnte er, die Bewegung nicht als naiv einzuschätzen und stellte heraus, dass die Schüler einzig und allein wollten, dass die Politik sich an bestehende Verträge und Klimaziele hielte.

Anschließend wurde das Podium für spontane Redebeiträge geöffnet. So verlieh ein Vater mit Neugeborenem im Arm seiner Hoffnung Ausdruck, dass sein Kind auch in 80 Jahren noch einen bewohnbaren Planeten vorfinden wird. Eine Angestellte der Firma Siemens aus Forchheim appellierte an die anwesenden Eltern, ihre Kinder zum Demonstrieren zu bewegen und lobte ihren Arbeitgeber für dessen klimafreundliches Engagement. Fast alle Redner machten auf die verheerenden Waldbrände in Kalifornien aufmerksam, die den US-Bundesstaat seit mehreren Wochen heimsuchen.

Lena Kiermaier, Aktivistin bei FFF, schloss ihre Rede kämpferisch: "Es existiert kein Recht, unseren nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft und einen intakten Lebensraum wegzunehmen."

LUKAS KOSCHYK

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