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FS-Marathon begrüßt seine Dauerläufer zum Jubiläum

Alfred Schmitt aus Neunkirchen kennt jeden Zentimeter auf der B470 - 28.06.2019 10:09 Uhr

Sieht aus wie in den 80ern, war aber 2006: Alfred Schmitt (gelbes Trikot) beim Start in Forchheim. © Archivfoto: Ralf Rödel


Es ist ein Paradebeispiel für Beharrungsvermögen und Ausdauer. Am 1. September wird Alfred Schmitt im zwanzigsten Jahr in Folge die 42,2 Kilometer bei seinem Heimrennen absolvieren. Damit ist der Elektrotechniker einer von nur zwei Köpfen, die sämtliche Ausgaben im Wiesenttal mitgemacht haben und den Fränkische-Schweiz-Marathon kennen wie die eigene Westentasche.

Die Premiere im Jahr 2000 "war wegen der Hitze eine harte Nummer", erinnert sich Schmitt. Aber losgelassen hat ihn die Sache nicht, obwohl er erst kurz zuvor nach rund zehn Jahren Pause wieder mit dem Laufen angefangen hatte und den Auftritt auch gut als einmalige Reise in die eigene Vergangenheit abstempeln hätte können. Doch das Erlebnis bewirkte eher das Gegenteil. "Die Pause hat wohl zugleich begünstigt, dass ich überhaupt noch auf den Beinen bin. Dafür habe ich jetzt noch genug Energie und Motivation für weitere 20 Marathons in der Fränkischen."

Als an der Spitze noch nicht die auswärtigen Asse mit Wurzeln in Äthiopien und Kenia dominierten, behaupteten sich mit Gerd Betz vom TSV Höchstadt/Aisch und Marion Dänzl vom Radlexpress Feucht fränkische Lokalmatadoren ganz vorne. Und auch Schmitt hatte es zu seinen besten Zeiten weit gebracht, für seinen persönlichen Rekord von 2:38 Stunden wöchentlich bis zu 100 km mit den Kollegen von der LG Erlangen trainiert. Dort lernte er in Herbert Fröhlich eine Ikone kennen und griff in der Mannschaft nach der bayerischen Meisterkrone. Manchmal hinterfragte der Neunkirchener den Aufwand, "im Ziel aber denkt man schon an den nächsten Marathon."

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Da Schmitt ein Freund von moderaten Steigungen war, mutierte die Strecke auf der B 470 zu seinen Lieblingskursen, auf dem er seine Kräfte genau einteilte. Als es jüngst beim Frankenweglauf zwischen Streitberg und Obertrubach über Stock und Stein ging, berichtet er, "musste ich die letzten zehn Kilometer mit Wadenkrämpfen gehen. Man darf sich nicht zu viel vornehmen". Nach etwa 80 Marathons mit Besuchen in Würzburg, Regensburg, Berlin, München, Meran und sogar London, versteht sich der heute 60-Jährige inzwischen mehr als Genussläufer, der ankommt, aber nicht mehr so sehr auf Zeiten schielt. Wichtiger sind ihm die Begegnungen mit alten Bekannten, allen voran die Gesellschaft seiner Sportgruppe Neunkirchen, die er einst mit aus der Taufe hob. Aber auch die Unterstützung der Samba-Tänzerinnen möchte er sich nicht entgehen lassen.

Obwohl er jeden Baum praktisch persönlich kennt, wird dem Dauerbrenner nie langweilig. Dafür sorgt auch die veränderte Streckenführung beim Jubiläum. "Dann werde ich bei den Zuschauern noch häufiger angekündigt als lokale Laufsport-Legende", freut sich Schmitt, der wie alle Erststarter aus dem Jahr 2000 vom Veranstalter eingeladen ist und auch dem neugegründeten Jubilee-Club für Stammgäste mit mindestens zehn Teilnahmen angehören wird. Zusätzlichen Pfeffer bringt eine Wette mit Kollegen: Benötigt Schmitt mehr als 3:20 Stunden, "kostet mich das ein 30 Liter-Fass Bier." 

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