Mehr günstiger Wohnraum

Für rund 200 Menschen entsteht neuer geförderter Wohnraum in Forchheim

Patrick Schroll
Patrick Schroll

stv. Redaktionsleiter Nordbayerische Nachrichten Forchheim

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17.6.2021, 17:02 Uhr
Ein Gebäude in der Paul-Keller-Straße ist schon abgerissen worden. Ein weiteres folgt. 

Ein Gebäude in der Paul-Keller-Straße ist schon abgerissen worden. Ein weiteres folgt.  © Hubert Bösl, NN

Die Zahl ist überraschend gesunken. Auf unter 500 hat sie sich etwa eingependelt. So viele Haushalte haben sich beim Haus der Wohnungswirtschaft als "wohnungssuchend" gemeldet. Gesucht ist preiswerter Wohnraum, doch den gibt es nur noch begrenzt in Forchheim.

Die Dunkelziffer könnte höher sein

"Wir vermuten, dass Corona der Grund für die gesunkenen Zahlen ist", sagt Alexander Dworschak. Er ist Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbau- und Sanierungsgesellschaft (GWS) und kümmert sich mit seinem Team um den geförderten Wohnungsbau in der Stadt. "In unsicheren Zeiten will man vielleicht nicht umziehen", mutmaßt Dworschak. Die Dunkelziffer könnte also höher sein.

Bagger thront auf Schuttberg

Damit neuer Wohnraum an alter Stelle entstehen kann, ist den bisherigen Anwohnern in der Paul-Keller-Straße 12 und 14 nichts anderes als ein vorübergehender Umzug übriggeblieben. Von ihrem Haus ist nur ein Berg Steine übrig auf dem ein Bagger thront. Und auch vom grün gestrichenen Anwesen mit der Straßennummer 16 und 18 wird nächstes Jahr nichts mehr zu sehen sein. Es wird im Februar abgerissen, kündigt Wolfgang Bonengel an. Er ist der Chef der Wohnungsbau- und Verwaltungsgenossenschaft Forchheim (WVG).

Alexander Dworschak hat in Forchheim den Überblick über die Wohnungssuchenden. Ihre Zahl ist überraschend zurückgegangen. Der Chef der städtischen Wohnungsbau- und Sanierungsgesellschaft vermutet die Pandemie als Grund dafür. 

Alexander Dworschak hat in Forchheim den Überblick über die Wohnungssuchenden. Ihre Zahl ist überraschend zurückgegangen. Der Chef der städtischen Wohnungsbau- und Sanierungsgesellschaft vermutet die Pandemie als Grund dafür.  © Hubert Bösl, NN

Beide Gesellschaften zusammen entwickeln in Forchheim-Nord für knapp zwölf Millionen Euro neuen geförderten Wohnraum. Die Bestandsgebäude stammen aus der Nachkriegszeit. "Eine Sanierung ist wirtschaftlich nicht mehr darstellbar", heißt es. Gleiches gilt für die vier Gebäude in der Bammersdorfer Straße.

Eine Notunterkunft für Obdachlose

In der Paul-Keller-Straße entstehen drei neue Häuser mit 30 und damit sechs Wohneinheiten mehr als bisher. In der Bammersdorfer Straße werden vier Häuser abgerissen, drei neue mit insgesamt 31 Wohneinheiten entstehen. Die insgesamt 61 Wohneinheiten bieten künftig rund 200 Menschen ein neue Zuhause. Zuletzt hätten in manchen Wohnungen Obdachlose eine Notunterkunft erhalten, sagt Dworschak schildert damit auch den baulichen Zustand der Häuser.

Der Mittelstand gehört zur Klientel für geförderten Wohnraum

So sollen die Neubauten in der Paul-Keller-Straße aussehen. 

So sollen die Neubauten in der Paul-Keller-Straße aussehen.  © WVG

Die Kaltmiete in den Neubauten soll künftig zwischen 5,70 bis 7,70 Euro pro Quadratmeter für die Zwei- bis Vierzimmerwohnungen liegen. Der Preis zeigt, worauf GWS-Chef Dworschak immer wieder hinweist: Geförderter Wohnungsraum ist längst nicht nur mehr für prekär Beschäftigte gedacht. Diese Vorstellung sei überholt. Auch berufstätige Personen und Haushalte aus dem so genannten Mittelstand sind Klientel der GWS und erfüllen die Bedingungen, um in eine geförderte Wohnung einzuziehen.

Niedrige Nebenkosten in Aussicht gestellt

Niedrige Nebenkosten für die künftigen Mieter stellt die für den Bau verantwortliche Firma Simply Timber Solutions aus Erlangen, ein Unternehmen der Niersberger Gruppe, in Aussicht. Mit dem Baustoff Holz könne der Energieeffizienzstandard eines üblichen Neubaus (KFW-Effizienzhaus 55) unterschritten werden. Die Firma stellt einen KFW-Effizienzhaus-40-Standard in Aussicht. PV-Anlagen auf den Dächern sind eingeplant. Mit der "modularen" Bauweise spare man zudem Baukosten, so Bonengel. Soll heißen: Der Firma sei kein bestimmter Grundriss vorgegeben worden, sondern lediglich die Anzahl der Wohneinheiten und Größen. Die Details überlasse man der Baufirma, die so flexibler und kostengünstiger reagieren könne.

Insgesamt 4300 Quadratmeter Wohnraum werden mit dem Zwölf-Millionen-Euro-Projekt geschaffen. Bis Mitte 2023 rechnet das Haus der Wohnungswirtschaft mit der Fertigstellung. Zuletzt ist mit einem Zuschuss von 50 Prozent gerechnet worden.

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