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Freitag, 20.09.2019

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Für schwer Kranke: Wünschewagen in Forchheim vorgestellt

ASB Forchhheim präsentierte das Fahrzeug in der Kaiserpfalz - 19.01.2019 12:57 Uhr

Auf den ersten Blick sieht der Wünschewagen aus wie ein ganz normaler Krankentransportwagen: Doch der Traumerfüller auf vier Rädern hat besonders große Panoramascheiben, eine Musikanlage und ein Sternendach. © Andreas Kummer


Von außen sieht er aus wie ein ganz gewöhnlicher Krankentransportwagen: Blaulicht auf dem Dach, typisch rote und blaue Fahrzeugmarkierungen an der Karosserie. Doch schaut man genauer hin, fällt eines auf: die Schriftzüge. In weißer Farbe kennzeichnen sie den "Sanka" vorne und an den Seiten als etwas Besonderes – als einen Wünschewagen.

Unterwegs wird dieser Wünschewagen ab Ende Februar in ganz Franken sein, freut sich Lukas Hänsch vom ASB, der als Projektkoordinator für die Realisation des nagelneuen Automobils verantwortlich zeichnet. Dabei wird der Wagen mit einem sehr emotionalen Auftrag in den Einsatz geschickt. Er soll Menschen in ihrer letzten Lebensphase Herzenswünsche erfüllen, indem es sie zu Orten bringt, die sie ein letztes Mal sehen möchten. Das kann ein lebensgeschichtlich wichtiger Platz, wie das weit entfernte Elternhaus, sein. Denkbar sind auch der Besuch eines Konzertes, eines Fußballstadions oder ein Familienausflug.

27 ehrenamtliche Unterstützer

27 "Wunscherfüller" setzen sich derzeit beim ASB Bamberg-Forchheim für das Wünschewagen-Projekt ein, berichtet Hänsch vor mehr als 100 Gästen, die zur Einweihung des Fahrzeuges in die Kaiserpfalz gekommen sind. All das geschieht ehrenamtlich und mit viel Know-how.

Die meisten Helfer haben eine professionelle Ausbildung, zum Beispiel als Krankenpfleger, Krankenschwester oder Rettungsassistent, dazu einiges an Berufserfahrung. "Viele arbeiten im Schichtbetrieb", lobt Hänsch das Engagement der Helfer, die sich nach ihrem Feierabend oder an freien Tagen als Fahrer und Mitfahrer im Wünschewagen zur Verfügung stellen.

Diese wertvollen Fähigkeiten der Ehrenamtlichen ermöglichen eine sichere Reise des "Patienten". Zwar braucht der die Bescheinigung eines Arztes, dass er transportfähig ist. Zudem ist eine Patientenverfügung vonnöten. Doch für den Fall der Fälle wären die Samariter stark aufgestellt. Das erzählt Guido Jost, Vorsitzender des ASB im Saarland, der zur Präsentation des fränkischen Wünschewagens das Pendant aus Saarbrücken mitgebracht hat. Sauerstoffflaschen, Notfallrucksack, Defibrillator – all das und noch viel mehr haben die Wunscherfüller des ASB in ihrem Wagen stets griffbereit.

Sicherheit und besonderes Ambiente

Nicht nur für die Sicherheit des Reisenden zu seinem letzten Wunschziel ist gesorgt. Auch an ein angenehmes Ambiente haben die Initiatoren des durch Spenden und Sponsoren finanzierten "Traumerfüllers auf vier Rädern" gedacht: So sorgen große Panoramascheiben dafür, dass der Patient während der Fahrt im Liegen oder Sitzen möglichst viel von seiner Umwelt mitbekommt.

Über eine Anlage kann dazu seine Lieblingsmusik abgespielt werden. Kleine Leuchten an der Decke und ein Sternendach sorgen für eine beruhigende Atmosphäre, spezielle Stoßdämpfer für eine ruhige Straßenlage. Und nicht nur das: Auch die Fahrt an das Wunschziel ist für den Fahrgast kostenfrei. Platz ist außerdem für eine Begleitperson.

Dank und Anerkennung erhielten die ASBler auch von Seiten des Landkreises und der Stadt. Landrat Hermann Ulm lobte das Wünschewagen-Projekt als eine "hervorragende Einrichtung". Und Forchheims Bürgermeister Franz Streit wünschte dem ASB viel Erfolg für seine Arbeit.

Zahlreiche Spendenprojekte im Kreis Forchheim

Unterstützung erfuhr das Projekt von zahlreichen Spendern. Zu ihnen gehören die Sparkasse, die Stadtwerke, die Stadt Forchheim sowie das Adventsfenster Ortspitz sowie Rita und Holger Axmann samt Team. Aktuell gebe es bundesweit 20 Wünschewagen des ASB, drei davon in Bayern, berichtete Thomas Klüpfel, Landesgeschäftsführer des ASB in Bayern. Insgesamt sollen es einmal 26 werden.

Wie sehr Menschen vom Wünschewagen-Projekt profitierten, zeigte indes Lukas Hänsch auf. Manche Fahrgäste, so Hänsch, entwickelten am Zielort ihrer Wunschreise nämlich noch einmal eine solche Energie, dass sie vor Ort sogar eine kurze Strecke laufen könnten – und das, obwohl sie vorher wochenlang bettlägerig gewesen waren.

Das Team des Wünschewagen Franken ist für Interessierte aus der Region Bamberg und Forchheim unter der Mailadresse wuenschewagen@asb-forchheim.de erreichbar. Weitere Informationen unter www.asb-forchheim.de und www.wuenschewagen-franken.de 

ANDREAS KUMMER

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