Es tut sich was in der Innenstadt

Gastro und Handel: Neu-Eröffnungen kommen in Forchheim

4.8.2021, 11:27 Uhr
Tanja Puppich und Karin Hofmann im neuen Café

Tanja Puppich und Karin Hofmann im neuen Café "Mittendrin" in der Wiesentstraße. © Berny Meyer, NN

Das Modehaus Schick hat geschlossen.

Das Modehaus Schick hat geschlossen. © Berny Meyer, NN

Geschlossen hat auf dem Marktplatz in Forchheim das "Modehaus Schick". "Aus privaten Gründen haben wir den Verkaufsbetrieb am Mittwoch, 28. Juli, eingestellt", teilt Stefan Schick auf NN-Nachfrage mit.

Derzeit sucht er für die 400 Quadratmeter Verkaufsfläche am Marktplatz einen Mieter. "Wir bedanken uns bei den vielen treuen Kunden und immer loyalen Mitarbeitern", so Schick.

Mitten in Forchheim und der Gesellschaft: Gelebte Inklusion

In der Forchheimer Hauptstraße hat der Laden der Lebenshilfe Forchheim geschlossen. In der Wiesentstraße 2 legt dafür "Mittendrin" der Lebenshilfe Forchheim los, das Laden und Café vereint und Treffpunkt sein soll.

"Damit ist gemeint, wir sind mitten in Forchheim und mitten in der Gesellschaft. Gelebte Inklusion", sagte Wolfgang Badura, Geschäftsleiter der Lebenshilfe Forchheim, im Gespräch mit den NN. "Die Lage ist toll. Hier kommen viele vorbei, aktuell auch Touristen", sagt Tanja Puppich, Leiterin des Cafés.

Café und Laden in einem mit Produkten aus Behinderten-Werkstätten

Der Kaffee wird aus der Rösterei der Lebenshilfe Bamberg bezogen, der Tee aus einer Werkstatt vom Bodensee. Kalte Getränke und Kuchen wird es ebenfalls geben, auch veganen. Das Ladensortiment umfasst Spielzeug, Geschirr oder Geschenke, verschiedene Produkte aus Holz, Textil und Keramik aus bayerischen Behinderten-Werkstätten.

Auch einige Produkte des Forchheimer Süßwarenherstellers Piasten sind im Sortiment zu finden. "Piasten hat zwei Außengruppen unserer Werkstätten", erklärt Puppich. "Die Bereiche fließen ineinander und laden zum Stöbern ein", sagt Theresa Lippmann, Assistenz der Geschäftsleitung bei der Lebenshilfe.

Ausbildung in der Gastronomie für Menschen mit Behinderung

Im Café mit etwa zwölf Sitzplätzen innen und zwei Tischen außen werden in Verkauf und Service Menschen mit Beeinträchtigung arbeiten – "als Praktika mit Schülern der Hainbrunnenschule, die in der Berufsorientierung sind. So bilden wir aus mit IHK-Teilausbildung, damit sie dann auf dem Arbeitsmarkt in die Gastronomie einsteigen", erklärt Badura.

Das Laden-Café Mittendrin der Lebenshilfe Forchheim

Das Laden-Café Mittendrin der Lebenshilfe Forchheim © Berny Meyer, NN

Die Integrationsbegleiterin Tanja Puppich ist Leiterin des Cafés und arbeitet hier hauptamtlich, genauso wie Doris Mehlich und Karin Kaufmann, die zuvor schon im Laden in der Hauptstraße arbeiteten. Das Gastro-Projekt wird auch von Förderlehrern der Hainbrunnenschule begleitet.

"Das war ein Lebenswunsch"

"Die Idee hatten wir schon lange. Für mich war es ein Lebenswunsch. Nun haben wir die perfekten Räumlichkeiten gefunden", sagt Badura. Geplant war zunächst innerhalb des Laden-Cafés auch eine Beratungsstelle für gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase für Menschen mit Behinderung, doch das wurde im Lauf der Planung wieder verworfen. Es gibt ein Büro im hinteren Bereich, das sich das Café mit Kalle Reger teilt, Bereichsleiter für ambulantes Wohnen bei der Lebenshilfe.

"Alle freuen sich riesig auf den Start des Cafés", so Badura. "Unsere Schreinerei-Mitarbeiter haben die Firma Hoku bei der Fertigung der Inneneinrichtung unterstützt. Das ist ganz schön anstrengend, sie hatten Muskelkater, haben sie uns berichtet", erzählt Badura.

"Wine Not Blaue Glocke" öffnet im November in Forchheim

Ein Stück weiter tut sich was in der ehemaligen Blauen Glocke, es wird schon fleißig gewerkelt: "Wine Not Blaue Glocke" wird hier im November als Restaurant und Weinbar eröffnen, der Name ist ein Wortspiel mit dem englischen "Why not" (Deutsch: warum nicht). "Das Gebäude hat mir sofort gefallen, auch die Lage ist super", sagt Jannis Papagiannis, der seit rund acht Jahren im Landkreis Forchheim lebt.

"Ich will hier etwas Besonderes schaffen, das es so noch nicht in Forchheim gibt. Seit zwei Jahren hatte ich den Wunsch und habe mich genau umgeschaut", erzählt der 37-Jährige. Frühstück, mittags und abends ist mediterrane Küche geboten sowie deutsche und internationale Weine. "Besondere Rezepte" will er umsetzen, auch gesunde Küche und vegane Speisen anbieten.

Antiquitäten und mediterrane Küche für Forchheim

Geplant sind 50 Sitzpläne im Innenbereich sowie 40 weitere außen. Für die Einrichtung und Dekoration hat er besondere Pläne: "Rustikal will ich es haben. Einige Antiquitäten aus Griechenland habe ich, teils auch von meiner Oma. Das wird auch eine Erinnerung an sie", erzählt er. In Griechenland hat der 37-Jährige auch selbst schon einige Gastronomie-Erfahrung gesammelt und bekommt auch Tipps von Verwandten, die in der Fränkischen Schweiz ein griechisches Restaurant betreiben.

Er hat sich auch schon Gedanken für den Winter gemacht. "Wenn wieder der Lockdown kommt, bieten wir mit einer speziellen Karte Speisen zum Mitnehmen an." Doch nun wird erst einmal alles fleißig für die Eröffnung vorbereitet. "Ich bin Perfektionist. Ich will, dass es richtig toll wird", sagt Jannis Papagiannis.

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