Feuerwehralarm

Giftiges Chlorgas ausgetreten: Feuerwehr Forchheim im Einsatz

16.6.2021, 14:06 Uhr
Einsatzkräfte der Feuerwehren Forchheim sind in Chemie-Schutzanzügen ausgerückt.

Einsatzkräfte der Feuerwehren Forchheim sind in Chemie-Schutzanzügen ausgerückt. © Kreisbrandinspektion Forchheim, NN

Auf der Baustelle für ein neues Wasserhaus der Stadtwerke Forchheim ist am Dienstagnachmittag giftiges Chlorgas aus einem undichten Ventil einer Gasflasche ausgetreten. Den Gasaustritt bemerkt haben die Arbeiter mit Messgeräten vor Ort, sagt Kreisbrandmeister Christian Sailer im Gespräch mit der Redaktion. Die Feuerwehrkräfte nahmen "ein grünliches Gas wahr". Daraufhin organisierten die Einsatzkräfte der Feuerwehren Forchheim, Kersbach und Reuth einen Einsatz mit Chemikalienschutzanzügen.

Mit weiteren Atemschutzgeräteträgern konnten die Einsatzkräfte in den Raum vorgehen und das Leck abdichten. "Die Flasche war am Ventil undicht und konnte mit einem neuen Dichtungsventil schnell abgedichtet werden", schildert Sailer. Verletzt wurde niemand, teilt die Feuerwehr mit.

Täglich 42.700 Badewannen

In der Zweng bauen die Stadtwerke ein neues Wasserhaus. Es soll den bisherigen Bau aus den 1950er Jahren mit einer moderneren und effizienteren Pumpentechnik ersetzen. Der Spatenstich erfolgte 2019, die Arbeiten befinden sich auf der Zielgeraden, so Pressesprecherin Nicole Dutschmann auf NN-Nachfrage. 3,4 Millionen Euro kostet das Vorhaben, inklusive der Sanierung bestehender Brunnen.

Die Stadtwerke fördern dort jährlich bis zu zwei Millionen Kubikmeter Trinkwasser. Das entspricht zwei Milliarden Liter Wasser. An heißen Sommertagen liege die Tageshöchstmenge bei 9,4 Millionen Litern oder umgerechnet 42.700 gefüllten Badewannen.

Deutsche haben Chlorgas erstmals als Waffe eingesetzt

Eine Chlorgasvergiftung zeigt sich mit Symptomen wie Husten, Schwindel, Atemstörungen und kann auch ein Lungenödem (Wasserlunge) zur Folge haben. Chlorgas ist ein extrem giftiges Gas, weshalb es auch als Kriegswaffe eingesetzt wird.

Im Ersten Weltkrieg ist es erstmals als chemische Waffe zum Einsatz gekommen. Deutsche Spezialeinheiten haben es in Frankreich eingesetzt. Weil das Gas eine höhere Dichte als Luft hat, sammelte es sich in den Schützengräben. Es führte in vielen Fällen zum Tod oder schweren Verletzungen, die die Soldaten teilweise ein Leben lang begleiteten.

Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sollen 2014 Regierungstruppen in Syrien Chlorgas in Fassbomben abgeworfen und gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt haben. Dabei sei es zu mehreren Todesfällen gekommen.

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