Freitag, 06.12.2019

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Gößweinstein: Geldsegen für den Wallfahrtsort

1,3 Millionen vom Freistaat - Interview mit Bürgermeister Hanngörg Zimmermann - 06.11.2019 08:00 Uhr

Weder schön, noch zweckmäßig und zeitgemäß: Das Rathaus in Gößweinstein. © Thomas Weichert


Hanngörg Zimmermann © Foto: Ralf Rödel


Herr Zimmermann, 1,3 Millionen Euro sind eine stolze Summe. Bricht jetzt der Wohlstand in Gößweinstein aus?

Ich sehe das mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Natürlich freue ich mich riesig über die Hilfe und bin stolz, dass die Staatsregierung was für die armen Kommunen macht. Andererseits muss man aber auch sehen, dass wir zu den 148 ärmsten Gemeinden Bayerns zählen, das ist keine Auszeichnung und das sind auch keine Almosen, die wir bekommen.

 

Lassen Sie uns doch mal in die Kasse blicken: Wie "arm" ist Gößweinstein denn?

Unser Schuldenstand beträgt zum Ende des Jahres 3,6 Millionen Euro. Unsere Pro Kopf-Verschuldung liegt dabei weit über dem Landesdurchschnitt, der liegt bei 582 Euro. In Gößweinstein ist die Verschuldung nahezu doppelt so hoch, sie liegt pro Kopf bei 989 Euro.

 

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Neu ist ja, dass das Geld der Staatsregierung nicht der Schuldentilgung dienen soll, sondern für investive Maßnahmen ausgegeben werden darf. Was steht denn auf dem Gößweinsteiner Wunschzettel ganz oben?

Da haben wir zum einen die Straßenbeleuchtung, die wir im gesamten Markt Gößweinstein auf LED umgestellt haben. Langfristig macht das nicht nur wirtschaftlich Sinn, sondern reduziert auch den CO2 Ausstoß. Da sind wir mit 270 000 Euro dabei. Die beiden Feuerwehren in Behringersmühle und Leutzdorf brauchen neue Feuerwehrhäuser. Dabei zahlen wir nur die Materialkosten, die Kameraden bauen in Eigenregie aus. Das macht summa summarum 560 000 Euro. Ein großer Punkt ist auch unser Rathaus. Hier diskutieren wir seit 40 Jahren über die Sanierung. Das Haus ist nicht barrierefrei, energetisch katastrophal und im Winter frieren auch noch die Toiletten ein. Drei Millionen Euro stehen hier im Raum. Zudem sind die Eigenanteile des Marktes für die Vollsanierung der Gemeindeverbindungsstraße von Hartenreuth nach Leutzdorf in Höhe von 852 000 Euro und zum Neubau der Doppelsporthalle in Höhe von 633 000 Euro zu finanzieren. In der Vergangenheit haben wir mit der Stabilisierungshilfe Schulden getilgt, mit der "Sonderhilfe" können wir jetzt dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen umsetzen.

 

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