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Gößweinstein: Kahlschlag am Gernerfels sorgt für Missmut

Hätte Waldrodung vorher mit der Naturschutzbehörde abgestimmt werden müssen? - 30.05.2020 12:00 Uhr

Kahlschlag am Aussichtspunkt Gernerfels: Die Rodung des Waldes haben die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses nun erst nachträglich beschlossen.

© Thomas Weichert


Bisher war das Gebiet um den Gernerfels als „Waldfläche“ im Flächennutzungsplan deklariert. Von Wald kann nach dem Kahlschlag nun allerdings keine Rede mehr sein. Deshalb ist nun auch eine Umdeklarierung dieser Fläche erforderlich, heißt es in der Sitzungsvorlage der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses.

Durch die bereits durchgeführte Maßnahme soll die Aussicht vom Gernerfelsen auf den Ort und die Umgebung deutlich verbessert werden. So weit, so gut. Allerdings wurde der Wald ohne einen vorherigen Beschluss des Ratsgremiums gerodet. Denn erst in der jüngsten Sitzung stand das Thema auf der Tagesordnung zur Beratung und Beschlussfassung - mit einem Antrag des Marktes selbst auf Erteilung einer Erlaubnis zur Rodung von Wald auf den besagten Flurnummern. Das gemeindliche Einvernehmen wurde nun nachträglich einstimmig erteilt.

Eine Ersatzpflanzung an anderer Stelle erachten die sechs Räte und Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW) für nicht notwendig. Eine Entscheidung über die zukünftige Pflege und eventuell weitere Unterhaltsmaßnahmen würde bisher noch nicht getroffen. Ganz unumstritten ist die Freilegung des Gernerfelsens in der Bevölkerung jedoch nicht. Während sich ein direkter Anlieger über den Ausblick freut, sorgt der Kahlschlag bei einigen Gößweinsteinern, die namentlich nicht genannt werden wollen, für Kopfschütteln und Unverständnis.

CSU-Marktgemeinderat Georg Lang, der nicht Mitglied im Bau- und Umweltausschuss ist, macht seinem Ärger jedoch Luft. Wie Lang meint, sei er nicht gegen eine Felsfreilegung das Aussichtsfelsens. Man hätte aber nicht einen kompletten Kahlschlag durchführen müssen und die Waldrodung vorher mit der unteren Naturschutzbehörde abklären sollen. Dies sei nicht geschehen, moniert Lang, der vor allem auch bedauert das uralte und prägende Bäume auch mit gefällt wurden. So zum Beispiel die große alte Linde beim Eingang der so genannten „Wickersleite“. So einen Baum hätte man auf jeden Fall stehen lassen müssen“, betont der Ex-Bürgermeister.

Kostenmehrung beim Kinderspielplatz

Ein weiteres Thema während der Sitzung war der bereits fertiggestellte Kinderspielplatz in Bewhringersmühle der insgesamt 17.860 Euro gekostet hat. Bereits im Juli 2019 hatte das Gremium beschlossen, das sich der Markt Gößweinstein mit 15.000 Euro an den Herstellungskosten des Spielplatzes beteiligt. Mehr Geld sollte es von der Gemeinde dafür nicht geben. Kommt es teurer, so sollten die Eltern aus Behringersmühle die Mehrkosten tragen.

Insbesondere beim Donaukies gab es aber nun eine erhebliche Preiserhöhung um rund 1.200 Euro. Außerdem waren noch nicht vorhersehbare Stemmarbeiten für das Betonfundament nötig die mit rund 800 Euro Mehrkosten zu Buche schlugen und die Reparatur eines Stromkabel,s dessen Lage vorher nicht bekannt war kostete weitere 244 Euro. Die Eltern konnten inzwischen Spendengelder in Höhe von 1000 Euro sammeln. Der Rat beschloss daher ebenfalls einstimmig, das die Gemeinde die verbliebenen Mehrkosten von rund 1.860 Euro übernimmt.

Thomas Weichert

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