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Donnerstag, 27.06.2019

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Gräfenbergbahn: Petition in München übergeben

Fast 6000 Unterschriften für Generalsanierung und Ausbau - 21.02.2019 17:19 Uhr

Matthias Striebich (2.v.re.) übergibt die 5700 Unterschriften der Petition in München zusammen mit Bürgermeister Nekolla (4.v.re.) an die Landtagsabgeordneten Uschi Sowa (2.v.li.), Michael Hofmann (Mi.) und Sebastian Körber (3.v.re.). © Privat


In der Pressemeldung wird der Gräfenberger Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla mit den Worten zitiert: „Dies zeigt: Die Region steht hinter ihrer Bahnstrecke!“ Nekolla ist zur Übergabe der Unterschriften mit nach München gereist.

Der akute Anlass der Petition waren die Missstände auf der Gräfenbergbahn in den letzten Jahren, die zu plötzlichen Streckensperrungen, einer Vielzahl von Langsamfahrstellen, Verspätungen und Zugausfällen führten. Dies hatte immer wieder Verärgerung und Frust der Fahrgäste zur Folge.

Das bestätigt Wolfgang Lutz als Betriebsratsmitglied von Schwan-STABILO: „Wir haben uns jahrelang für den Haltepunkt Heroldsberg-Nord eingesetzt, aber viele Belegschaftsmitglieder kehrten der Gräfenbergbahn leider den Rücken, weil es immer wieder zu Störungen gekommen ist.“

Die akuten Mängel der Bahnstrecke wurden im Herbst und Winter 2018/2019 nach und nach weitestgehend behoben. Seit Anfang 2019 verkehren die Züge wieder mit einer Pünktlichkeit, die es auf dieser Bahnstrecke schon lange nicht mehr gegeben hat. „Dies ist ein erster Erfolg der großen Resonanz, den die Petition sowie andere Protestaktionen erreicht haben,“ freut sich der Eckentaler Gemeinderat und Kreisrat, Manfred Bachmayer.

Erfreulich sei auch, dass weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Zustands der Bahnstrecke noch im laufenden Jahr geplant sind. „Damit ist diese Petition jedoch nicht obsolet. Denn es geht bei dieser Petition nicht nur um die Beseitigung akuter Schäden, sondern um eine Generalsanierung und die Weiterentwicklung der Gräfenbergbahn,“ betont der Initiator der Petition, der Gräfenberger Stadtrat und Kreisrat Matthias Striebich.

Auch wenn die nächsten Schritte, welche die DB AG in dem Fünf-Punkte-Plan zur Gräfenberg vorgestellt hat, in die richtige Richtung weisen, reichen sie aus Sicht der Initiatoren der Petition nicht aus. Die Erneuerung des störanfälligen Stellwerks müsse so schnell wie möglich erfolgen.

Die Petition hat unter anderem das Ziel, die noch offenen Finanzierungsfragen so schnell wie möglich zu klären, damit eine Erneuerung des Stellwerks nicht frühestens, sondern spätestens 2024 erfolgen kann. „Wir wollen, dass die Gräfenbergbahn zu einem noch attraktiveren und leistungsfähigen Nahverkehrssystem ausgebaut und im Endausbau mit einer Oberleitung elektrifiziert wird,“ so Striebich.

Vorbild soll der Ausbau der Schönbuchbahn Böblingen-Dettenhausen sein, welche derzeit unter anderem mit Mitteln des Bundeslands Baden-Württemberg für einen 30-Minuten-Takt, teilweise sogar einen 15-Minuten-Takt, ausgebaut und elektrifiziert wird. Die Verhältnisse auf der Schönbuchbahn seien durchaus ähnlich, so dass auch für die Gräfenbergbahn ein ähnliches Konzept umgesetzt werden könne und solle, so Striebich.

Die wichtigsten Forderungen sind die Realisierung eines 30-Minuten-Taktes tagsüber auf der Gesamtstrecke sowie einige zusätzliche Haltepunkte und attraktive Fahrzeiten. Alles zusammen lasse sich am besten mit einer Oberleitungselektrifizierung erreichen, da damit die erforderlichen Beschleunigungswerte erreicht werden könnten. Gleichzeitig dient dies dem Lärmschutz und der Reduzierung der Schadstoffemissionen. „Die Gräfenbergbahn sollte daher in ein Landesprogramm für Elektrifizierungen von Bahnstrecken aufgenommen werden, zumal Bayern beim Anteil elektrifizierter Bahnstrecken im europäischen Vergleich Nachholbedarf hat,“ fordert Striebich. 

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