Gutachten zeigt: Genug Parkplätze im Norden Forchheims

4.8.2016, 08:00 Uhr
Besonders zu Schulbeginn und Schulende sind Parkplätze in der Pestalozzistraße Mangelware.

Besonders zu Schulbeginn und Schulende sind Parkplätze in der Pestalozzistraße Mangelware. © Foto: Michael Müller

Thomas Gäck ist ein Mann der klaren Worte. Der Ingenieur der Nürnberger Firma PB-Consult hat seit vergangenen Oktober ein sogenanntes Parkraumgutachten erstellt, bei dem insgesamt 20 Straßen in Forchheim-Nord in eine Status-Quo-Analyse eingeflossen sind.

„Dringenden Handlungsbedarf“ sieht Gäck vor allem in der Pestalozzistraße und in der Adalbert-Stifter-Straße. „Temporär hohe Auslastungen durch den hohen Hol- und Bringservice der Schulen“ haben die Experten ausgemacht, der öffentliche Parkraum in der Pestalozzistraße ist mit einer Auslastung von bis zu 86 Prozent belegt. Die höchste Auslastung wird zwischen 5 und 9 Uhr sowie 16 bis 20 Uhr erreicht. In der Adalbert-Stifter-Straße ist eine Auslastung der Parkplätze zwischen 35 und 80 Prozent zu verzeichnen, in der Kantstraße steht die Auslastung zwischen 58 und 79 Prozent.

Die Empfehlung des Verkehrskonzept-Experten: „Im ländlichen Raum, wie in Forchheim, wird man das Auto nicht weg kriegen“, sagt Gäck, allerdings sei durchaus auch ein Umdenken nötig, denn „der Parkplatz kann nicht immer direkt vor der Haustür liegen, ein Fußweg von 250 Metern kann durchaus zugemutet werden.“

„Wenn 80 Prozent der Parkplätze belegt sind, bleiben immer noch 20 Prozent freie Parkplätze“, rechnet Stadtrat Erwin Held (FW) laut vor, „ergo brauchen wir keine neuen Stellplätze in Forchheim-Nord.“

Über Parkhaus nachdenken

Dem schließt sich Sebastian Körber (FDP) an und dreht die Diskussion noch einen Schritt weiter: „Wenn 20 Prozent der Parkplätze nicht belegt sind, dann sollten wir auch die Stellplatz-Verordnung nach unten korrigieren.“ Außerdem, so der FDP-Mann, könne man durchaus Synergien ziehen und über ein Stadtteil-Parkhaus nachdenken.

Ganz andere Gedanken machen sich indes Reinhold Otzelberger (SPD) und auch Markus Schmidt (CSU). Ob denn der künftige S-Bahn-Halt in Forchheim-Nord mit eingeplant sei, wollen die beiden unisono wissen und fragen, welcher zusätzliche Bedarf an Parkplätzen sich durch Park-&-Ride-Stellplätze ergebe. Doch der Frage müssen sowohl Thomas Gäck als auch Alexander Dworschak, Geschäftsführer der GWS, eine Abfuhr erteilen: „Der S-Bahn-Halt wurde nicht explizit berücksichtigt“, so Gäck. Es sei um den Istzustand gegangen.

Jetzt haben die Stadträte Zeit, das Verkehrskonzept in ihren Fraktionen zu diskutieren, damit der Antrag der GWS und der anderen Wohnungsgenossenschaften zur Reduzierung von Parkplätzen für den öffentlichen Wohnungsbau abschließend beurteilt werden kann.

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