Montag, 18.11.2019

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Hanngörg Zimmermann fordert Georg Lang heraus

CSU-Ortsvorsitzender tritt von Amt zurück und aus der Partei aus — Mit neuer Liste will er Bürgermeister von Gößweinstein werden - 31.10.2013 18:40 Uhr

Damals konnte man sich noch gemeinsam freuen: Hanngörg Zimmermann (li.) und Bürgermeister Georg Lang (re.) mit Kreisbäuerin Rosi Kraus (2.v.li.) bei einem Besuch der Europaabgeordneten Monika Hohlmeier. © Thomas Weichert


Während einer Vorstandssitzung der CSU-Ortsverbände Gößweinstein und Wichsenstein war Hanngörg Zimmermann mit 8:6 Stimmen zum CSU-Bürgermeisterkandidaten gekürt worden. Zwei Wochen später fand, erneut unter Ausschluss der Öffentlichkeit, eine Mitgliederversammlung beider CSU-Ortsverbände statt, bei der aber Amtsinhaber Georg Lang mit 29:14 Stimmen erneut zum Bürgermeisterkandidaten gewählt wurde.

Fraktionslos bis zur Wahl

Daraufhin zog Zimmermann am vergangenen Sonntag seine Konsequenzen, legte den Vorsitz des CSU-Ortsverbands Gößweinstein nieder, trat als Fraktionsvorsitzender im Marktgemeinderat zurück und aus der Partei aus. Zimmermann ist bis zur Kommunalwahl fraktionsloses Mitglied im Gemeinderat.

Wie der 46-jährige Diplom-Kaufmann und Geschäftsführer eines Medizintechnik-Unternehmens erklärt, sei er in den vergangenen Wochen verstärkt aus den Reihen der CSU und der Bevölkerung gebeten worden, sich für das Amt des Bürgermeisters von Gößweinstein als Kandidat zur Verfügung zu stellen. Beruflich und finanziell, so Zimmermann, hätte er im Falle einer Wahl auf vieles verzichten müssen, der Gewinn wäre jedoch ein aktives Leben in einer wunderschönen Gemeinde, mehr Zeit für Freunde und Familie sowie ein stärkerer Kontakt zur Bevölkerung.

Unter Bürgermeister Georg Lang sei, so Zimmermann, kaum etwas vorangegangen. Als aktuelle Themen, die zeitnah einer Lösung bedürfen, nennt er unter anderem ein Nachnutzungskonzept für das Hallenbad, die Rathaussanierung und die Verbesserung der Gemeindestraßen. Die größten Chancen des Marktes sieht er im Tourismus. „Hier gilt es, ein klares und unverwechselbares Image aufzubauen. Neben Natur und Kirche sehe ich eine Fokussierung auf den Bereich Gesundheit, Wellness und Erholung für dringend erforderlich.“ Zur Stabilisierung der Bevölkerungsentwicklung solle man sich in Gößweinstein mehr mit generationsübergreifenden Themen auseinandersetzen. Zimmermann will nun zur Kommunalwahl 2014 eine oder sogar zwei unabhängige Wählerlisten aufstellen und selbst als Bürgermeister kandidieren.

„Ich bin sehr überrascht und sehr enttäuscht“, erklärte Bürgermeister Georg Lang auf Anfrage. Von Zimmermanns Vorgehensreise sei er überrascht worden, weil sich dieser im Vorfeld ganz anders geäußert habe. „Man muss das alles jetzt erst einmal setzen lassen und alles andere wird die Zukunft zeigen“, so Bürgermeister Lang, der auf eine Presseerklärung von Marktrat Peter Helldörfer (CSU) verwies.

Helldörfer berichtet darin von einer weiteren Vorstandssitzung, die nach der Mitgliederversammlung stattgefunden habe. Eingehend sei dabei ein Entwurf eines Wahlvorschlages zur Gemeinderatswahl diskutiert worden. Hauptziel sei es, möglichst alle Bereiche, sowohl gebietsmäßig als auch gesellschaftlich, abzudecken. Möglichst noch vor Weihnachten soll bei einer Mitgliederversammlung die CSU-Liste aufgestellt werden.

Austritt bedauerlich

Wie Helldörfer weiter mitteilt, konnte sich Lang bei der erwähnten Nominierungsversammlung als CSU-Bürgermeisterkandidat gegen Zimmermann durchsetzen, da er offenbar durch eine erfolgreiche Arbeit für die Bürger überzeugt habe. Bedauerlich sei allerdings, dass Zimmermann dies offensichtlich veranlasst habe, sich von der CSU abzuwenden.

Helldörfer kündigte an, dass bei der nächsten Mitgliederversammlung auch eine Nachwahl des CSU-Ortsvorsitzenden stattfinden werde. Bis dahin wurde der Morschreuther Ortssprecher Hans Heckel beauftragt, die Geschäfte des CSU-Ortsverbandes kommissarisch zu führen.

Aller Voraussicht nach wird es in Gößweinstein bei der Wahl erstmals vier Bürgermeisterkandidaten geben. Denn sowohl Jürgen Kränzlein (SPD) als auch Rainer Polster von den Freien Wählern erklärten auf Nachfrage, dass sie mit einem Kandidaten ins Rennen gehen werden. Namen nannten sie aber noch nicht.

VON THOMAS WEICHERT

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