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Hausen: Grüne werfen CSU "ganz schlechten Stil" vor

Ortsverbands-Sprecher Waldmann: "Die lassen uns nicht in Ruhe arbeiten" - 18.09.2019 10:00 Uhr

Der Kampf ums Rathaus von Hausen beginnt, die Parteien bringen sich für die Kommunalwahl 2020 in Stellung. © Michael Müller


Soziale Verantwortung, Bürgernähe und der nachhaltige Umgang mit Lebensgrundlagen lägen auch ihr – „als überzeugte Christsoziale“ – am Herzen.

Grimm betont explizit, nicht als CSU-Repräsentantin, sondern eben als interessierte Bürgerin zur ersten öffentlichen Versammlung des im Juli gegründeten gemeinsamen Ortsverbands der Grünen Hausen/Heroldsbach gegangen zu sein. „Ich wollte in Erfahrung bringen, wofür die Grünen in Hausen stehen und, im Hinblick auf die Dorfentwicklung, nach Schnittmengen und gemeinsamen Zielen suchen“ – gerade in einer zerstrittenen Gemeinde wie Hausen, meint Grimm.

Doch zur jüngsten Grünen-Versammlung (auf der es um die Wahlkampfthemen ging) sei ihr nun der Zutritt verwehrt worden – vom Sprecher des Ortsverbandes. „Aus Angst?“, fragt Grimm.

Noch in der Findungsphase

Karl Waldmann ist besagter Sprecher und Vorstand des Verbands. Er sieht die Sache anders. Gegenüber den NN erklärt der Kreisrat aus Heroldsbach: „Wir sind als neugegründeter Ortsverband noch in der Findungsphase.“ Es gehe insbesondere darum, Kandidaten für die Listen der 2020 anstehenden Kommunal- beziehungsweise Gemeinderatswahlen zu gewinnen.

„Frau Grimm wird als potenzielle Bürgermeisterkandidatin der CSU in Hausen gehandelt und wirbt auf Flugblättern der CSU ganz offen für ihre Politik“, sagt Waldmann. „Bald haben wir gemerkt, dass auf den neueren Flugblättern auch Ideen aufgetaucht sind, die wir Grünen gerade entwickeln.“

Die Einladungen zu ihren Sitzungen seien dazu gedacht, so Waldmann, nach Bürgern zu suchen, die dem neuen Ortsverband beitreten wollen. „Doch sind von der ersten Versammlung an die Ortsvorsitzenden der CSU bei uns präsent gewesen.“

Dass die Christsozialen „uns auf unseren Sitzungen da permanent ausspionieren, uns nicht in Ruhe arbeiten lassen, ist keine gute Gepflogenheit, das ist ganz schlechter Stil von der CSU“, meint Waldmann. „Ich gehe umgekehrt ja auch nicht auf CSU-Versammlungen.“

Grimm weist die Vorwürfe zurück: Ihre Anwesenheit bei den Sitzungen sei sicherlich kein Versuch gewesen, die Grünen auszuspionieren, sagt sie. Und sie habe sich bei der ersten Veranstaltung der Grünen in Heroldsbach auch klar als CSU-Mitglied vorgestellt.

Auch bei SPD und UWG

Sie teilt zudem mit, dass sie auf die öffentlichen Versammlungen von SPD und UWG ebenso gehe – weil diese „das parteiübergreifende Gespräch schätzen“. Waldmann bestätigt die Unterhaltung, die er mit Grimm „unter vier Augen“ vor der jüngsten Grünen-Sitzung hatte. „Dabei habe ich ihr erklärt, dass sie herzlich willkommen ist, wenn wir beispielsweise Referenten da haben.“ In dieser Form sei sie gerne zur politischen Auseinandersetzung eingeladen.

Aber er habe sie auch gebeten, „von der jetzigen Sitzung Abstand zu nehmen, weil wir halt noch in der Findungsphase für die Wahlen sind“. Er habe Grimm zugleich wissen lassen, dass er wenig von ihrem Vorgehen halte. Eine „Konfrontation“ im Laufe der Versammlung – also abstimmen zu lassen, aus der öffentlichen eine nicht-öffentliche Sitzung zu machen, wenn es ans Eingemachte, (konkrete Kandidaten) geht – habe er ihr so ersparen wollen. Waldmann: „Ich halte es für durchaus legitim, das zu verlangen. Ein Fußballverein lädt doch auch nicht ständig die Trainer der nächsten gegnerischen Mannschaft ein.“

Philipp Rothenbacher

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