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Heizkraftwerk Gößweinstein: Schlecht für Luft und Ort?

Anwohner-Kritik des geplanten heizkraftwerks in Gößweinstein stößt im Rat auf wenig Verständnis. - 04.02.2021 08:14 Uhr

Auf diesem Grundstück unterhalb der Gößweinsteiner Schule wird das Biomasseheizkraftwerk gebaut.

03.02.2021 © Foto: Thomas Weichert


Der Wohnungsbesitzer, der Nachbar des Grundstücks ist, sieht durch den Kraftwerksbau insbesondere sein Recht auf Erholung und freien Landschaftsgenuss beeinträchtigt und fürchtet dadurch einen Wertverlust seiner Immobilie. Außerdem besteht er darauf, dass die Luftqualität in einem Luftkurort nicht verschlechtert waren darf.

Er tritt dafür ein, dass es zu keiner Verschlechterung seiner Lebensqualität kommt und er keine gesundheitlichen Nachteile durch die Verbrennungsimmissionen erleidet. Außerdem kritisiert er, dass die Kommune Gelder ausgibt, für deren Deckung die Anwohner durch Steuerabgaben oder die Errichtung des Kurbeitrags aufkommen müssen. 

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Nach allen Versuchen eine gütliche Einigung zu erzielen, die nicht erreicht werden konnte, musste der Gemeinderat die lange Liste der Einwendungen nun abarbeiten – und wies diese allesamt als "unbegründet" zurück. So heißt es seitens der Gemeinde, dass das Biomasseheizwerk, das mit Hackschnitzeln beheizt wird, mit wirksamen Abgasfiltern ausgestattet werde und noch dazu den CO2-Ausstoß in Gößweinstein deutlich senke – und zwar um bis zu 1800 Tonnen jährlich.

Eher besser als schlechter

Hinzu kommt laut einer Studie noch eine deutliche Reduzierung an weiteren Treibhausgasen. Die Luft werde also eher besser, als schlechter. Auch können jährlich rund 96 000 Liter Heizöl eingespart werden. Die geplante Anlage habe ebenso keinen Einfluss auf die Ortscharakteristik, da sie weit entfernt von ortsbildprägenden Gebäuden (wie Burg, Basilika oder Klosterkirche) entstehe und so eingegrünt werde, dass man danach nur noch den Schornstein sehe.


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Der Freizeitwert, hieß es im Rat, werde durch die Anlage ebensowenig beeinträchtigt wie die Luftqualität. Und außerdem könne nicht nachvollzogen werden, dass ein Wertverlust der Immobilien in der Nähe eintritt. Im Gegenteil, der Wert könne sogar für diejenigen steigen, die anschließen, heißt es unter anderem in der Stellungnahme des Planungsbüros Weyrauther dazu.

Bester Standort in der Gemeinde

Der jetzige Standort sei der geeignetste im gesamten Marktgebiet, erhebliche Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers für seine Wohnnutzung seien nicht zu erwarten. Auch sei die Anlage nicht größer dimensioniert als für die inzwischen vertraglich vereinbarten Anschlussteilnehmer. Allerdings schließen weit weniger private Hausbesitzer an als ursprünglich erhofft. Im nahen Pfarrer-Dippold-Weg sind es zum Beispiel vier.

In Betrieb gehen soll das Heizkraftwerk mit Fernwärmenetz spätestens am Jahresende. Außer dem Lehrerwohnhaus und dem Bauhof mit Feuerwehrhaus werden neben der Schule alle gemeindlichen und kirchlichen Gebäude angeschlossen.

 

THOMAS WEICHERT

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