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Heroldsbach: Heizhaus für alle öffentlichen Gebäude?

Gemeinderat denkt über die Schaffung eines Nahwärmenetzes nach - 20.05.2019 10:00 Uhr

Das Einzugsgebiet eines möglichen Heizhauses würde von der Gebetsstätte über die Schule bis zur Hirtenbachhalle reichen. Noch muss aber geklärt werden, ob die kirchlichen Liegenschaften überhaupt einbezogen werden sollen. © Foto: IfE GmbH


Entscheidend für die Umsetzung eines solchen Projektes sei die Frage, wie viele Anwesen mit Wärme versorgt werden sollten, sagte Klaus Uschald vom Institut für Energietechnik (IfE). Bis zu einer gewissen Abnehmer-Anzahl könne man das Heizhaus so dimensionieren, dass die Anlage auch in der Grund- und Mittelschule untergebracht werden könnte, erläuterte der Planer. Bei einer größeren Zahl der Abnehmer müsse man sich jedoch Gedanken über ein eigenes Heizhaus machen. Dieses könnte neben dem erst vor wenigen Jahren errichteten Musikheim des Musikvereins Heroldsbach entstehen.

719 000 Kilowattstunden pro Jahr

Schule, Hirtenbachhalle, Kindergarten, Gebetsstätte und Pilgerheim hätten in Summe einen jährlichen Wärmebedarf von 719 000 Kilowattstunden und einen Strombedarf 143 400 Kilowattstunden pro Jahr. Dabei hätten für Pilgerheim und Gebetsstätte keine Angaben bezüglich des Stromverbrauchs vorgelegen, so Uschald. Insgesamt stellte der Planer drei mögliche Varianten vor. Erstere mit dem erwähnten Heizhaus neben dem Musikheim, zweitere mit einem in der Schule implementierten Heizhaus und eine dritte mit einer Heizversorgung ohne die kirchlichen Liegenschaften.

Für ein mögliches externes Heizhaus ermittelte Uschald als Kenndaten eine Netzlänge von 610 Metern, eine Netzleistung von 600 Kilowatt sowie einen Nutzwärmebedarf von 719 000 Kilowattstunden pro Jahr. Sollte das Heizhaus in der Schule untergebracht werden, verringere sich die Netzlänge auf 450 Meter, Netzleistung und Wärmebedarf blieben gleich. Bei der dritten Variante würde die Netzlänge bei 260 Metern liegen und der Nutzwärmebedarf bei 656 000 Kilowattstunden.

Hinsichtlich der möglichen Wärmeerzeuger zeigte der Fachmann ebenfalls drei Varianten auf. In die engere Planung nahm er einen Hackgutkessel, ein Erdgas-Blockheizkraftwerk (BHKW) und einen Pelletkessel auf. Für die Spitzenlastabdeckung würde in jeder Variante ein Erdgas- beziehungsweise Flüssiggaskessel dienen. Sollten sich die Gemeinderäte für ein Erdgas-BHKW entscheiden, müssen zusätzlich rund 300 000 Euro in den Anschluss an das Erdgasnetz investiert werden.

Die Gesamtkosten pro Jahr würden sich bei den beiden ersten Varianten des Einzugsgebiets auf 82 000 Euro (Hackgut) belaufen, bei den Pellets auf 97 000 Euro und beim BHKW auf 110 000 Euro. In der Variante 3 (ohne kirchliche Liegenschaften) würden jährliche Kosten von 68 000 Euro (Hackgut), 80 000 Euro (Pelletbasis) und 93 000 Euro (Erdgas-BHKW) anfallen.

Anliegern Anschluss anbieten?

Bei der anschließenden Diskussion im Gemeinderat schlug Gemeinderat Peter Münch (FW Oesdorf) vor, dass auch den Anliegern in der Schulstraße ein Anschluss ans Nahwärmenetz angeboten werden könnte. Dies sei vor dem Hintergrund, dass die Anwohner durch einen verstärkten LKW-Verkehr für die Anlieferung von Hackgut oder Pellets belastet werden, nicht mehr als "recht und billig". Thorsten Neubauer (CSU) wollte wissen, ob man für die Lieferung des Hackgutes auf ortsansässige Waldbauern zurückgreifen könne oder ob man dafür nur externe Dienstleister zur Verfügung stehen. Bürgermeister Edgar Büttner (SPD) sagte, dass er es problematisch sehe, den Bedarf an Hackgut aus gemeindlichen Wäldern zu decken. Dies könnte vielleicht nur die ersten ein bis zwei Jahre funktionieren.

Wie geht es jetzt weiter? Zur Ermittlung des Gesamtbedarfs sollen nun noch die Anwohner der Schulstraße nach ihrem Interesse gefragt werden. Außerdem muss geklärt werden, ob die Gebetsstätte und das Pilgerheim tatsächlich angeschlossen werden sollen. Dann soll das Thema erneut auf die Tagesordnung im Gemeinderat. 

ALEXANDER HITSCHFEL

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