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Heroldsbach: Keine Chance für Tempo 30

Die Ortsdurchfahrt Heroldsbach soll in mehreren Etappen erneuert werden. - 04.06.2020 08:00 Uhr

Die Ortsdurchfahrt Heroldsbach wird in den nächsten Jahren saniert. Die Baustelle wird länger dauern als gedacht, sagt Bürgermeister Benedikt von Bentzel (CSU), weil die Gemeinde die Gewerbetreibenden vor befürchteten Umsatzeinbußen bewahren will. © Foto: Alexander Hitschfel


Erster Bürgermeister Benedikt von Bentzel (CSU) erinnerte in seinem Sachvortrag daran, dass die Planung für den Ausbau der Ortsdurchfahrt Heroldsbach bereits in der Sitzung vom 29. April dem Gemeinderat vorgestellt wurde. In besagter Sitzung wurde auch über einige Punkte gesprochen, die in die Planung mit aufgenommen und mit umgesetzt werden sollen. Bevor jedoch über Einzelmaßnahmen abgestimmt wurde, wollte Gemeinderat und Ex-Rathaus-Chef Edgar Büttner (SPD) zu den einzelnen Projekten eine Grobkostenschätzung haben, damit er sich ein genaueres Bild machen könne. Nur die wenigsten Maßnahmen seien bisher mit Kosten hinterlegt, da man bisher nicht den Umfang der Arbeiten kenne, so Heroldsbachs Bauamtsleiter Michael Engelhardt. Von Bentzel fügte hinzu, dass der Gemeinderat erst "wissen müsse was er wolle", dann könne man auch die Einzelmaßnahmen mit Kostenschätzungen hinterlegen.

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Peter Münch (FWÖ) merkte an, dass es sich doch wahrscheinlich um "erhebliche Beträge" handle und wollte wissen, ob denn die Gemeinde mit Fördergeld rechnen könne. Außerdem fügte er hinzu, dass man keinesfalls – wie beabsichtigt – von beiden Ortseinfahrtsseiten gleichzeitig beginnen dürfe. Dies sah auch von Bentzel so. Man müsse an die Gewerbetreibenden denken, die durch die Maßnahmen wahrscheinlich nicht nur mit erheblichen Behinderungen, sondern auch mit Umsatzeinbußen leben müssten.

Deswegen müsse man darauf achten, dass es zu keiner Vollsperrung komme, sondern immer nur eine Straßenseite gesperrt werde, so von Bentzel. Die Baumaßnahme dauere damit länger. Doch damit komme man den Gewerbetreibenden entgegen, die sich vor Umsatzeinbußen sorgten.

Beim Maßnahmenpaket für Einzelmaßnahmen hatte der Gemeinderat als erstes über den Bau einer Querungshilfe im Bereich der Brunnenstraße zu beschließen. Zwischen 80 000 und 100 000 Euro koste diese Maßnahme. Während Klaus Ponner (FW) die Maßnahme für sinnvoll hielt und darin eine Erhöhung der Verkehrssicherheit an dieser Stelle sah, konnten sich andere Mandatsträger nicht damit anfreunden. Mit 2:18-Stimmen wurde das Vorhaben abgelehnt.

Schnell einig wurde man sich über die Schaffung von zusätzlichen Parkplätzen am Friedhof. Hier soll die Fläche bei den bereits bestehenden Parkplätzen in Richtung Poppendorf erweitert werden. Eine Kostenschätzung dafür liegt noch nicht vor. Thorsten Neubauer (CSU) kritisierte, dass die dortigen öffentlichen Parkplätze oft von Anwohnern "zweckentfremdet" würden. Mit 20:0-Stimmen wurde beschlossen, diese Maßnahme umzusetzen. Beschlossen wurde auch, dass die Gemeinde eine Gehweganbindung des Friedhofs zum Innerortsgeh- und Radweg vornimmt, sofern ein entsprechender Grunderwerb getätigt werden kann. Beschlossen wurden auch die Installation von Fahrradständern im Bereich der Bushaltestelle Friedhof und die Schaffung einer Rampe (140 000 Euro) zur barrierefreien Anbindung der Kreisstraße an die Schlossstraße.

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Beschlossen wurden vom Rat weiterhin, notwendige Leerrohre für den Breitausbau im Rahmen des Straßenausbaues verlegen zu lassen. Auch wenn es nicht Bestandteil des Beschlusses war, stellte erster Bürgermeister Benedikt von Bentzel (CSU) nochmals klar, dass Forderungen nach Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt nicht umsetzbar seien. Das Landratsamt hatte bereits in der Vergangenheit dem Anliegen der Heroldsbacher eine Absage erteilt.

ALEXANDER HITSCHFEL

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