Hitzige Debatte um Grillhütte im Kellerwald

22.3.2017, 06:00 Uhr
Auf der Empore, gleich neben dem Schankhäuschen des Hofmanns-Kellers, soll die Grillhütte entstehen.

Auf der Empore, gleich neben dem Schankhäuschen des Hofmanns-Kellers, soll die Grillhütte entstehen. © Foto: Ralf Rödel

Auf der Freischankfläche des Weiß-Tauben-Kellers wolle der Antragsteller, so der Forchheimer Bauordnungsamtsleiter Stefan Schelter, eine Grillhütte errichten. Die 3,5 Meter lange und drei Meter breite Hütte soll dann auf der "Empore" des Weiß-Tauben-Kellers stehen, und zwar in nächster Nähe zum Kellerausschank-Häuschen des Hofmanns-Kellers. Auch zur Optik habe man sich vorab Gedanken gemacht, so Schelter weiter: "Wir wollen dort keinen Folienverschlag." Das Forchheimer Ordnungsamt habe keine Einwände zum Bau, informierte Schelter die Räte, auch die Stadtförsterei, die man vorab um Rat gefragt habe, würde der Errichtung der Grillhütte zustimmen. Doch die Forchheimer Stadträte selbst wollten der Anfrage nicht so ohne Weiteres zustimmen.

Eine Richtung vorgeben

"Wenn ich zustimme, dann muss da was Anständiges, Hochwertiges hingestellt werden", stellte Markus Schmidt (CSU) klar. In den zurückliegenden Jahren habe dort auch mehrfach der Wirt gewechselt. Deswegen war Schmidt auch wichtig: "Bei Pächterwechsel muss das zurückgebaut und in den Ursprungszustand zurück gesetzt werden."

Philipp Blümlein  (JB) sprach das an, was seit Jahren in den Köpfen schwelt aber bis dato nicht zu Papier gebracht wurde: "Im Rahmen der Kellerwaldsatzung müssen wir eine Richtung vorgeben. Das betrifft nicht nur die Dachneigung der Gebäude. Sonst haben wir in zehn Jahren im Kellerwald alles kreuz und quer."

Nach schriftlicher Auskunft des Antragstellers soll die Gestaltung der Grillhütte dem in geringer Entfernung befindlichen Kellerhaus (Kellereingang des Hofmanns-Kellers) angepasst werden.

Wurst oder Schnaps?

 "Werden dort ausschließlich Bratwürste über den Tresen gereicht oder gibt es womöglich auch Schnaps?", wollte  SPD-Stadträtin Anita Kern wissen. Dem konnte Erwin Held (FW) nur beipflichten: "Die Bedenken von Frau Kern sind nicht abwegig. Wird eventuell aus der Grillhütte eine Schnapshütte?", fragte er in die Runde. Schelter musste die konkrete Antwort schuldig bleiben: "Wir genehmigen eine Hütte. Was dort rausgereicht wird, das beeinflussen wir nicht."

Sebastian Körber (FDP) konnte der Diskussion wenig abgewinnen, im Gegenteil: "Ich freu’ mich über jeden Unternehmer, der ein Wagnis eingeht", so der Architekt.

Edith Fießer (FGL) hatte wohl die Profi-Barbecue-Grills und Smoker im Blick, die seit der letzten Sommersaison in Mode sind, als sie fragte: "Man kann doch auch grillen, ohne ein Häuschen zu bauen? Wenn es regnet, dann will niemand Würstchen essen." Mit den Gegenstimmen von Albert Dorn (SPD) und Edith Fießer gaben die Stadträte ihr Okay zur Errichtung der Grillhütte, unter der Voraussetzung einer hochwertigen Baugestaltung.

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