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Mittwoch, 21.04.2021

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Hochwasser in Oberfranken: Dauerregen ließ Bäche über die Ufer treten

Feuerwehr beobachtet Pegelstände genau - Großeinsatz an der Sachsenmühle - 31.01.2021 21:16 Uhr

Reißende Wassermassen: Auch der Trubbach – hier am Ochsenklavier im Süden von Forchheim – trat über seine Ufer.

31.01.2021 © Foto: Jennifer Löhr/THW


Das anhaltende Tauwetter der letzten Tage und die dauerhaften Niederschläge ließen nichts Gutes erwarten. Weil in den letzten Jahren der Landkreis von einigen Hochwässern massiv betroffen war, galt es besonders sensibel mit der Situation umzugehen, so Flake. Genau beobachtet wurden daher die Pegelstände von Aisch, Wiesent, Leinleiterbach, Trubach und Schwabach sowie weiterer Fließgewässer, um notfalls die Feuerwehren schnell einzusetzen.

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Wasser und Schnee: Extremwetter im Kreis Forchheim

Eine Kalt- und eine Warmfront streiten im Himmel über dem Kreis Forchheim. Ergebnis: Abwechselnd schüttet es wie aus Gießkannen oder es schneit wie aus Frau Holles Daunenbetten. Vielerorts kam es zu Überschwemmungen - die Tage später noch zu sehen sind.


Am Freitagnachmittag, so der Kreisbrandrat, begannen die Pegelstände der Fließgewässer dann stetig zu steigen. Gemäß Hochwasserplan haben die Gemeinden und der Landkreis dann begonnen, die kritischen Bereiche und Überschwemmungsgefährdete Gebiete abzusichern. Die Pegelstände der Bäche stiegen in den späteren Stunden rapide an und die Flüsse traten teilweise über die Ufer.

Dennoch blieben die Wasserstände auf einem beherrschbaren Niveau, sagt Flake. Lediglich die Schwabach bei Kleinsendelbach erreichte kurzzeitig in der Nacht Meldestufe vier. Die Aisch habe am Sonntagmittag am Pegel Laufer Mühle kurzzeitig am Grenzwert zur Stufe 3 der Hochwasserskala gekratzt.

Besonders bedrohlich war laut Flake allerdings die Lage in der Nähe der Sachsenmühle bei Behringersmühle. Hier habe die Wiesent am Freitagabend ihren Höchststand erreicht. Da hier der Ailsbach und die Püttlach in die Wiesent fließen, musste mit einen kritischen Anstieg des Pegels gerechnet werden. Der Ailsbach sorgte bereits im vorgelagerten Unterailsfeld für Überschwemmungen.

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Feuerwehren füllten Sandsäcke und pumpten Keller leer

Von Bränden blieben die Feuerwehren am Wochenende verschont, dafür waren sie durch das Hochwasser gefordert, das nach der Schneeschmelze und ergiebigen Regenfällen mancherorts Bäche und Flüsse über die Ufer treten ließ.


Einen Großeinsatz von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) gab es dann an der Sachsenmühle: Hier drang am Freitagabend das Wasser in den Pumpenraum des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Wiesentgruppe ein. Die alarmierten Feuerwehren mussten das Wasser schnell abpumpen, damit die Trinkwasserversorgung für die umliegenden Ortschaften gewährleistet werden konnte. Außerdem musste das Gebäude und die Anlagen abgesichert werden.

Großeinsatz an der Sachsenmühle: Hier mussten Kräfte der Feuerwehren und des THW das Wasser aus dem Pumpenraum abpumpen und das Gebäude dann mit Sandsäcke absichern.

31.01.2021 © Foto: Jennifer Löhr/THW


Auf Anforderung der Feuerwehren und des Gößweinsteiner Bürgermeisters wurde nach einer Lagebesprechung mit Kreisbrandrat Oliver Flake neben den bereits eingesetzten Feuerwehren die THW-Ortsverbände Forchheim und Kirchehrenbach alarmiert. Diese lieferten dann 1500 Sandsäcke an die Einsatzstelle.

Die Mitglieder der Feuerwehren Gößweinstein, Etzdorf-Türkelstein und Leutzdorf und der THW-Ortsverbände Forchheim und Kirchehrenbach haben die Sandsäcke dann zu zwei fünf und sieben Meter langen und ein Meter hohen Wällen verbaut. Bis in die frühen Morgenstunden waren die Helfer damit beschäftigt, die Pumpen zu schützen. Ein schnelles Abflachen des Wasserstandes habe die Lage frühzeitig entspannt.

Schneeschmelze und Dauerregen verwandelten das Wiesenttal in eine Seenlandschaft – wie hier unterhalb des Walberlas.

31.01.2021 © Foto: Patrick Schroll


Außerdem waren laut Flake Kräfte der Feuerwehren Behringersmühle und Gößweinstein am Freitagabend am ehemaligen Seniorenheim mit Auspumparbeiten beschäftigt. Die Arbeiten haben sich ebenfalls bis in den nächsten Tag hingezogen. Weitere wesentliche Einsätze der Feuerwehren in Bezug auf das Hochwasser habe es jedoch nicht gegeben. "Somit verlief das erwartete Hochwasserwochenende aus Sicht der Feuerwehren relativ entspannt", freut sich der Kreisbrandrat.

mcd

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