«Ich schiebe mir dafür mehr in den Bauch»

10.11.2009, 00:00 Uhr

© Ralf Rödel

Herr Wiemann, was muss denn alles rein in den Koffer für Las Vegas?

Jörg Wiemann: Vor allem Wettkampf-Equipement. Da mache ich noch letzte Tests, was ich letztlich einpacken soll an Bandagen oder Bankdrückshorts.

Hanteln werden aber sicher keine eingepackt . . .

Jörg Wiemann: Um Gottes Willen, nein! Das würde so schwer das Gepäck, das könnte ich ja gar nicht bezahlen. Gewichte gibt es sicher genug vor Ort.

Wie teuer wird für Sie denn die knappe Woche USA werden?

Jörg Wiemann: Naja, ich rechne so mit 1000 bis 1200 Euro. Das meiste davon kosten Flug und Hotel, ich bekomme einen Zuschuss vom Verein und von meinen Sponsoren wie der Spedition Pohl zum Beispiel.

Wohnen Sie dann in den berühmten Casinohotels wie dem «Mirage» oder dem «MGM Grand»?

Jörg Wiemann: Nicht ganz, ich wohne dort, wo auch die WM ausgetragen wird: im Hotel «Riviera». Das ist aber auch am Boulevard Süd, an dem die ganzen Themencasinos stehen.

Sicher verführerisch, all die blinkenden Lichter. Hand aufs Herz: Werden Sie auch zocken?

Jörg Wiemann: Na klar, aber nur für fünf Dollar. Ich werd lieber viel essen. Meine Begleiter dürfen mehr in die Automaten schieben, ich schiebe mir mehr in den Bauch.

Wer wird denn alles mitkommen?

Jörg Wiemann: Meine Freundin, ihr Bruder und zwei Aktive vom Verein. Die können aber aufgrund von Verletzungen im Vorfeld gar nicht an der WM teilnehmen. Sie werden mich alle unterstützen, wenn ich am Sonntag meinen Wettkampf habe.

Musste man sich für die Veranstaltung im Vorfeld qualifizieren?

Jörg Wiemann: Ja, man muss mindestens einen deutschen Vizemeistertitel haben. Der gelang mir heuer im Kreuzheben - das, obwohl ich mich im Juni 2008 schwer am Ellbogen verletzt hatte.

Haben Sie trotz des Trainingsrückstandes denn Chancen auf den Titel?

Jörg Wiemann: Ich habe schon die Hoffnung darauf. Denn ich bin deutlich leichter als der Rest der Teilnehmer. Das heißt, mir könnten 240 Kilogramm aufs Treppchen reichen. Aber das ist Spekulation. Fakt ist: Das Niveau bei insgesamt 300 Teilnehmern wird hoch sein. Aber, wie es sich für Las Vegas gehört, werde ich in der Taktik ein wenig pokern. CHRISTOPH BENESCH