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Ist der Landkreis Forchheim Schlusslicht beim ÖPNV?

ZDF-Studie zum Thema Senioren attestiert Forchheim wenig Positives - 14.01.2020 06:00 Uhr

Vor allem im Bereich Öffentlicher Nahverkehr besteht laut ZDF-Seniorenstudie Nachholbedarf im Landkreis. © Roland-Gilbert Huber-Altjohann


Zeit für einen Blick in die Statistik. Und für einen Vergleich mit den Besten.

Zuerst zu den Fakten: Die Studie wurde zusammen mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos AG erstellt. Ziel war ein Regionenvergleich. Wo lebt es sich für die Generation 65+ am besten? Ein Blick auf das Ergebnis zeigt: Im Landkreis Forchheim wohl nicht gerade. Vor allem in zwei Teilbereichen schnitt die Region schlecht ab: Bei Gesundheit und Pflege (Rang 285 von 401) und bei Sicherheit und Infrastruktur (Rang 386 von 401).

Den schlechtesten Wert überhaupt gab es beim Thema ÖPNV. So liegt die nächste Bushaltestelle laut Studie in über einem Kilometer Entfernung – und macht den Landkreis damit zum Schlusslicht in Deutschland. „Ältere Menschen ohne eigenes Auto können in solchen Regionen am Leben oft gar nicht wirklich teilnehmen“, schlussfolgert Christian Böllhoff, geschäftsführender Gesellschafter der Prognos AG. Weitere Einzelheiten im Bereich ÖPNV wie die Taktung oder die Art des Transports wurden jedoch nicht abgefragt.

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Nur ein wenig besser steht der Landkreis bei der Erreichbarkeit von Supermärkten da. Hier liegt die nächste Einkaufsmöglichkeit laut Studie 1890 Meter entfernt (Rang 339). Auch die Breitbandversorgung ist noch ausbaufähig: 77 Prozent der Haushalte haben im Landkreis schnelles Internet (Platz 229).

Im Bereich Gesundheit und Pflege sind es vor allem die Erreichbarkeit des nächsten Krankenhauses (Rang 292), die zum nächsten Hausarzt (Rang 229) und zur nächsten Apotheke (Rang 252), die negativ auf das Gesamtergebnis wirken. So dauert es laut Studie durchschnittlich 14 Minuten bis man eine der beiden Kliniken erreicht hat. Zum Hausarzt sind es im Schnitt 1,3 Kilometer, zur nächsten Apotheke gar 1,8 Kilometer. Ohne Auto, so impliziert es die Erhebung, sind Senioren schlecht beraten. Andere können es besser. Zum Beispiel die Stadt Suhl im Süden Thüringens – 35.000 Einwohner und mit einem Durchschnittsalter von 50,5 Jahren die älteste Stadt Deutschlands.

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In der Studie kommt Suhl nach Jena auf Rang 2, also 201 Plätze vor Forchheim. Gute Bausubstanz, besser modernisiert, bezahlbare Mieten und eine gute Infrastruktur: Damit punkteten zahlreiche ostdeutsche Städte im Regionenvergleich.

Suhl schnitt dabei gerade in den beschriebenen Kategorien gut ab: Das nächste Krankenhaus ist in durchschnittlich drei Minuten erreichbar, der Hausarzt nur 481 Meter entfernt, die Apotheke 949 Meter. Zum Supermarkt sind es im Schnitt 630 Meter und zur nächsten Bushaltestelle nur 220 Meter.

Somit kommt Suhl im Bereich Gesundheit und Pflege auf Rang 22 und im Bereich Sicherheit und Infrastruktur sogar auf Platz sechs. Außerdem sind die Wohnkosten relativ gering: Rund 22 Prozent des verfügbaren Einkommens müssen Senioren in Suhl für die Miete zahlen, im Landkreis Forchheim sind es 35 Prozent.

Doch ganz so düster ist das Bild auch in Forchheim nicht. Im Bereich Wohnen und Freizeit kommt der Landkreis immerhin auf Rang 75 und kann vor allem mit vielen Bildungs- und Sportmöglichkeiten für Senioren punkten. Außerdem geht es der älteren Generation relativ gut: Das verfügbare Einkommen liegt im Schnitt bei 19.276 Euro pro Jahr (Rang 71).

 

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