Junge Unternehmer aus Kreis Forchheim wollen mit App durchstarten

5.12.2020, 18:18 Uhr

© Foto: Julian Hörndlein

Robert Glaser sitzt im Haus seines Freundes und Geschäftspartners Simon Grasser in Gaiganz. "In der letzten Zeit war ich nach der Arbeit öfter hier als bei mir zuhause", sagt Glaser, der eigentlich in Hetzles wohnt, lachend. Er hat einen guten Grund, seine Zeit in Gaiganz zu verbringen: Zusammen mit Grasser ist er Teil des Start-Ups mit dem Namen "Influence-Plus".

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Gemeinsam haben die beiden 28-Jährigen eine App auf die Beine gestellt, die als Plattform Influencer in den Sozialen Medien mit Unternehmen zusammenbringt, die ihre Produkte im Internet über Instagram, TikTok, YouTube und Co. vermarkten wollen. Vor Kurzem ist die neue Version der App – "Influence-Plus 2.0" – erschienen. Zudem beraten sie Unternehmen dabei, Social Media für ihre Werbebotschaften zu verwenden.

Vision schon in der Schule

Die Vision, ein eigenes Unternehmen zu gründen, verbindet Grasser und Glaser bereits seit ihrer gemeinsamen Schulzeit auf dem Forchheimer Herder-Gymnasium. "Wir haben immer gewusst, dass wir eine Plattform schaffen wollen", erklärt Grasser. Auch nach der Schulzeit gehen die Wege der Zwei nicht auseinander: Beide absolvieren erst eine Ausbildung, dann ein Studium.

Grasser studiert im Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen, im Master Wirtschaftspsychologie mit Schwerpunkt Leadership und Management. Glaser setzt nach sein Studium der Betriebswirtschaftslehre (BWL) einen Master in Finance, Accounting, Controlling and Taxation. "Das haben wir auch bewusst und in Absprache so gewählt", meint Simon Grasser rückblickend. Glaser, durch seine Ausbildung zum Bankkaufmann vor allem in finanziellen Belangen bewandert, entwickelt einen Businessplan, Grasser fuchst sich in die App-Programmierung ein. "Da sind wirklich Tausende Stunden reingeflossen", erinnern sich beide.

Ungewöhnlichen Weg eingeschlagen

Die beiden Gründer schlagen dabei einen für die Start-Up-Szene ungewöhnlichen Weg ein: Statt bereits mit dem Businessplan auf die Suche nach Investoren zu gehen, entwickeln sie zuerst die App und bauen einen Nutzerstamm auf. Aktuell sind in der Android-Version der App 8000 Nutzer registriert, in der durch die zweite Version geschaffenen iOS-App haben sich 2500 Personen vorregistriert. Das erlaubt Glaser und Grasser, bereits voll mit der Plattform zu arbeiten und sich nun einen Investor zu suchen, der sie finanziell bei den nächsten Schritten unterstützt. Nötig ist dazu ein fünf- bis sechsstelliger Betrag.

"Die Marke hat ja bereits einen Wert, die App ist eines der größten Netzwerke ihrer Art", so Grasser. Aktuell wirft die App lediglich durch Werbeeinnahmen etwas Geld ab. Langfristig möchten die beiden Unternehmer auf ein Bezahlmodell setzen, bei dem die Nutzer für das Verwenden der App zahlen. "Dazu müssen wir uns vergrößern", erklärt Grasser. "Ideen haben wir genug", pflichtet ihm sein Geschäftspartner Glaser bei. "Gaiganz soll einmal das neue Silicon Valley werden", sagt er lachend.

Langjährige Freundschaft

Zugute kommt ihnen bei der Arbeit die langjährige Freundschaft. "Das hat eine wirklich coole Dynamik, teilweise müssen wir uns gegenseitig bremsen", meint Glaser. Aktuell gehen beide hauptberuflich noch anderen Jobs nach, Grasser arbeitet im Marketing bei Siemens Healthineers, Glaser beim Logistiker Simon Hegele. Die Arbeit an Influence-Plus findet in der Freizeit statt. "Das geht dann teilweise bis 23 Uhr", weiß Grasser.

Neben der Investorensuche sind sie aktuell mit der neuen Version der App beschäftigt. Neben der Entwicklung einer App für das Apple-Betriebssystem iOS wurde der Fokus neben Instagram auch auf Snapchat, YouTube und TikTok erweitert. Gerade letzteres ist für die zwei Unternehmer ein Wachstumsmarkt. TikTok erlaubt es den Nutzern, kurze Videoclips zu erstellen, die mit Musik unterlegt sind. "Wir möchten mit TikTok ein Vorreiter sein", so Grasser. Ihr aktuell größter Kunde ist ein Instagram-Influencer aus den USA mit 5 Millionen Followern. Zwei Jahre nach der Gründung blicken die beiden Start-Up-Gründer optimistisch in die Zukunft: "Der Boom hält an", meinen sie.

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