Kanu-Fahren auf der Wiesent: Sind lokale Boots-Verleiher im Nachteil?

18.3.2021, 06:32 Uhr
Im Sommer ist die Wiesent ein beliebtes Ausflugsziel. Besonders ungeübte Kanu-Fahrer sind für die Flora und Fauna im und um den Fluss ein Problem. Die lokalen Boots-Verleiher haben sich jetzt eine Selbstverpflichtung gegeben.

Im Sommer ist die Wiesent ein beliebtes Ausflugsziel. Besonders ungeübte Kanu-Fahrer sind für die Flora und Fauna im und um den Fluss ein Problem. Die lokalen Boots-Verleiher haben sich jetzt eine Selbstverpflichtung gegeben. © Archivfoto: Pauline Lindner

Das Thema Bootfahren auf der Wiesent ist komplex. Die drei ansässigen Bootsverleiher benötigen für ihr Geschäft Schifffahrtsgenehmigungen. Zu ihnen gab die Gemeinde nun ihre Stellungnahme ab. In der Diskussion im Gemeinderat stand die zusätzliche Belastung durch private Boote und vor allem durch auswärtige Bootsverleiher im Vordergrund.

Bislang nimmt das Landratsamt Forchheim mit Hilfe von Gutachten besonders die Belastungen für Flora und Fauna in und am Fluss ins Visier. Das Gutachten zur Verträglichkeit für den Fischbestand steht noch aus. Es hat ein Konzept mit Vermeidungsmaßnahmen vorgelegt. Das Arbeitspapier lag dem Rat vor. "Es soll Rechtssicherheit für beide Seiten geben", sagte Bürgermeister Marco Trautner (FWW/CSU). 

Die drei ansässigen Bootsverleiher haben reagiert und wollen nur mehr 140 Boote statt 210 pro Tag auf Fahrt schicken. Nur noch ein Verleiher wird die Flussstrecke zwischen Streitberg und Rothenbühl befahren. Von dort aus bis nach Ebermannstadt keiner mehr. Zudem will man zeitlich versetzt fahren und Gedränge beim Ein- und Aussteigen vermeiden. Das soll den Druck rausnehmen.

"Wie mit den privaten und den gewerblichen Fahrern von außerhalb umgehen?", stellte Susanne Braun-Hofmann (CSU) die dem Rat entscheidende Frage. Dieser Punkt müsse geregelt werden, war man sich einig. Auch wenn dies im laufenden Schifffahrts-Genehmigungsverfahren nicht möglich sei. Private Bootfahrer dürften nach Gerhard Kraus (BGS) nicht das Problem sein. Meist handle es sich um erfahrene Leute. Aber in der Zulässigkeit von auswärtigen gewerblichen Nutzern sieht er ein "Hintertürchen". Er befürchtet sogar, dass Firmen ihren Sitz verlegen und dann mit so viel Booten ins Wiesenttal fahren, wie sie wollen. Das wären schnell 20 bis 30 mehr und die Belastung wäre die gleiche wie ohne Einschränkung der ansässigen Verleiher. "Dadurch sind die lokalen Verleiher, die sich an die Vorgaben halten, benachteiligt", so Kraus.

Ordnung und Toiletten

Konrad Rosenzweig (CSU) will klare Regelungen, um "unseren Gewerbetreibenden den Rücken frei zu halten". Dazu gehört für ihn unbedingt, den Bootsbetrieb zu kontrollieren. Die Naturparkranger kämen dafür nicht in Betracht. Das Landratsamt müsse eingreifen. Bei schweren Verstößen solle man die Polizei einschalten, riet Rosenzweig Betroffenen. 

Ärgernisse gibt es viele. Das reicht vom verbotenen Bootseinsetzen an Naturufern bis zu Schlauchbooten mit Partyfässern und grölenden Bootsfahrern. Vor allem gebe es Probleme an den Ausstiegsstellen. Hier müsse die Infrastruktur verbessert werden. Dazu gehört für Rosenzweig geordnetes Parken und auch öffentliche Toiletten. Besonders kritisch sei es am Ausstieg bei der Niederfellendorfer Brücke, besonders bei den Wochenendspitzen. Der Bus der Verleiher halte an der B 470, aber viele parken dort wild. Manfred Bischoff (FWW) dachte sogar an Schranken, um Grundstücke und Wege zu schützen.

Keine Kommentare