Donnerstag, 22.04.2021

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Keine Garagen, aber Lagerboxen in Forchheim: Bauherr meldet sich zu Wort

In der Hainstraße sollen Kleinlagerhallen für Handwerker entstehen - 17.02.2021 05:11 Uhr

So sehen die Lagerboxen in Fürth aus. Eine Firma will solche Kleinlagerhallen für Handwerksbetriebe auch in Forchheim bauen. Die Nachfrage scheint groß zu sein: Handwerker stehen Schlange für eine Box, sagt Geschäftsführer Bernd Heller.

16.02.2021 © Foto: Bernd Heller/ Freiraum GbR


Freiraum heißt die Fürther Firma. Und Gleiches will sie auch in Forchheim schaffen. Mit Lagerboxen in der Hainstraße für Handwerksbetriebe. Seit zehn Jahren betreibt Bernd Heller mit seinem Bruder Ralph im Fürther Stadtteil Sack Kleinlagerhallen. Rund 57 Boxen vermieten die Brüder zwischenzeitlich. Die Geschäftsidee scheint erfolgreich zu sein: "Seit dem ersten Tag sind wir komplett ausgebucht, bis heute ist nicht einen Monat etwas leer gestanden", sagt er im Gespräch mit der Redaktion. "Wir suchen ein Grundstück, weil die Nachfrage sehr groß ist", sagt Heller.

Gefunden hat es die Firma möglicherweise in Forchheim in der Hainstraße, in Nachbarschaft zur Schlosserei Zocher. 2100 Quadratmeter ist das Areal groß, noch unbebaut, von der Fürther Firma aber noch nicht gekauft. Bevor sie einen möglichen Kaufvertrag unterschreiben, wollte die Firma vorfühlen, ob der Bau der Lagerboxen genehmigt werden würde. Die Stadträte haben das Vorhaben im Bauausschuss einstimmig abgelehnt. Bernd Heller hat den Eindruck, dass bei all dem "etwas schief gelaufen" ist. Was ist passiert?

Nicht zum ersten Mal

Es ist nicht das erste Mal, dass das Grundstück in der Hainstraße Interessenten auf den Plan gerufen hat. Einmal sollte dort eine Kletterhalle, ein andermal 103 Miet-Garagen entstehen. Beide Male war es der gleiche Bauherr, der mit seinen Vorhaben an der Entscheidung der Stadträte gescheitert ist. Viele Stadträte wollten aus dieser Erfahrung heraus jetzt beim dritten Mal nicht an Lagerboxen glauben, fühlten sich "veräppelt" und fürchteten, dass mit den Boxen die ursprünglich beantragten Miet-Garagen durch die Hintertüre in der Hainstraße entstehen würden. Auch weil mehrere von ihnen der Annahme waren, dass es sich um ein und dieselbe Firma handelte.

In der Bauausschusssitzung sind die geplanten Boxen auch als "dritte Idee der Firma" für dieses Grundstück vorgestellt worden. "Uns wurde es so dargestellt, als ob es sich um ein und dieselbe Firma wie bisher handelt", sagt deshalb Sebastian Körber (FDP) im Gespräch mit den NN. Dass die Diskussion über das Vorhaben anders verlaufen wäre, wenn bekannt gewesen wäre, dass es sich um einen anderen Bauherren handelt, davon geht mancher Stadtrat aus. Auch Markus Schmidt (CSU) verwundert es, "dass das jetzt eine andere Firma ist". Zum Hintergrund: Weder für die Stadträte noch für die bei Ausschüssen anwesende Presse ist ersichtlich, wer als Bauherr hinter solchen Anträgen steckt.

Wiederum sagen Thomas Werner (CSU) oder Erwin Held (FW), dass ihre Entscheidung nicht vom Bauherren abhängig gewesen sei. Held ist davon überzeugt, dass die Handwerker mit der Größe der Boxen nichts anfangen können und das Vorhaben nach etwas anderem "rieche". Beide lehnten das Vorhaben hauptsächlich deshalb ab, weil sie eine Zunahme des Verkehrs erwarteten. Die Stadt sieht die Entscheidung auch so: "Bei diesen Überlegungen war unerheblich, wer Bauherr ist und ob sich der von einer früheren Anfrage unterscheidet." Und teilt ferner mit: "Dass die Mitglieder des Bauausschusses mit Wissen um den Bauherren nicht anders entschieden hätten."

270 Euro für 40 Quadratmeter

Bernd Heller wie eben auch mancher Stadtrat bezweifeln das. Die Redaktion hat zur Aufklärung bei der Stadt nachgefragt, ob es sich bei dem Antragsteller der Lagerboxen um den gleichen handelt, der bisher schon die Kletterhalle und die Miet-Garagen bauen wollte. "Über Antragssteller dürfen wir aus Datenschutzgründen keine Auskunft geben", teilte die Stadt daraufhin mit.

Wie und ob es in Forchheim mit Lagerboxen weiter geht, ist offen. In Fürth werden die Boxen von kleinen Handwerksbetrieben wie Trockenbauern, Installateuren oder Parkettlegern genutzt. "Für die lohnt sich eine eigene große Lagerfläche nicht", sagt Heller. Von 6 bis 18 Uhr werde das Gelände befahren, Videokameras überwachen es, ein Hausmeister sorge für Ordnung. Die Boxen seien gedämmt und böten Platz für Regale. 40 Quadratmeter kosten monatlich 270 Euro plus Nebenkosten. 15 Firmen stünden auf der Warteliste.

PATRICK SCHROLL

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