Fitnesspark für Senioren und mehr

Kirchehrenbach in 15 Jahren: Diese Ideen sieht das Entwicklungs-Konzept vor

5.8.2021, 13:26 Uhr
Kirchehrenbachs Ortskern: Im Dorf gibt es einige Schwächen, zum Beispiel fehlen generationenübergreifende Begegnungsmöglichkeiten.

Kirchehrenbachs Ortskern: Im Dorf gibt es einige Schwächen, zum Beispiel fehlen generationenübergreifende Begegnungsmöglichkeiten. © Stefan Hippel, NN

Kirchehrenbachs Stärken und Schwächen und wie es in 15 Jahren aussehen könnte: Diese Aspekte des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts waren Thema im Gemeinderat. Projektleiterin Claudia Roschlau stellte das Papier vor. das unter Einbeziehung der Bürgerschaft und in enger Abstimmung mit der oberfränkischen Regierung entstand. Wer die Strukturen kennt, wird ahnen, wie groß alleine die Herausforderung ist, die Leerstände im Altort zu beseitigen und neue Wohnformen zu schaffen.

Dass die vom Hassfurter Büro Baurconsult abgeordnete Diplomgeographin und Stadtplanerin nicht nur da war, 43 Seiten Papier herbeizuschleppen, wurde schon deutlich, als Roschlau unter den Teilnehmenden war, die sich für den Stand der Mittelschulsanierung interessierten (wir berichteten). Wünschenswert sei eine barrierefreie Fußweganbindung zum Ortskern, ebenso zum Kindergarten – hier im von der Gemeinde erworbenen Anliegergebäude – könnte wie an der Schule das Kursangebot für Ältere erweitert, an den Wegen Sitzgelegenheiten und Bewegungsgeräte aufgestellt werden.

Fitnesspark für Senioren am Sportgelände in Kirchehrenbach?

Am Sportgelände, wo der dritte Fußballplatz brach liegt, könnte über einen „Fitnesspark für Senioren“ nachgedacht werden. Offensichtlich nicht in Kenntnis der Lärmausuferung und dem Vandalismus, dem sich die Gemeindeverantwortlichen ausgesetzt sehen, stufte Claudia Roschlau das Freizeitgelände an der Wiesentmühle bei ihrer Stärken-Schwächen-Analyse als Stärke ein.

Die Projektleiterin konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, zur Nutzung des Dorfplatzes. Das ohnehin kleine Dreieck ist Parkfläche und kann - wenn frei von Fahrzeugen – überfahren werden. Hintergrundwissen ist, dass genau die Pflasterfläche in den Jahren vor der Amtszeit von Bürgermeisterin Anja Gebhardt zwei mal „abgeschwommen“ ist – die Neugründungen haben der Kommune einiges Geld gekostet.

"Es gibt viel zu tun" - Begegnungsmöglichkeiten fehlen

Es gibt viel zu tun: Das zeigt schon die mit der zwölfköpfigen „Lenkungsgruppe“ erfolgte Ortsbegehung: Umwelt, Klima, Energie sind zu verbessern. Der Denkmalschutz vom Boden bis hinauf zur Ehrenbürg wird die Gemeinde beschäftigen. Kultur, Freizeit und Tourismus sowie Einzelhandel und Nahversorgung werden auf den Prüfstand kommen, bei Gewerbe und Handwerk gilt es, neue Vermarktungsformen anzudenken. Zur verkehrlichen Infrastruktur, schließt Roschlau, die mit der Gemeindechefin, Vizebürgermeister Michael Knörlein (CSU) und dem Dritten Konrad Galster (FW) die Lenkungsgruppe anführt, den Versuch von Einbahnstraßenregelungen nicht aus.

Es könne sehr schnell passieren, dass Bauanträge gestellt werden, dann müssten der überarbeitete Flächennutzungsplan und Leitlinien in der Schublade liegen, die die Richtung der Entwicklung vorgeben. Anneliese Iser, die anwesende Quartiersmanagerin, sah hier das Ergebnis der Sozialraumanalyse bestätigt. Es fehlen generationenübergreifende Begegnungsmöglichkeiten, Wohn- und Pflegeangebot für Unterstützungsbedürftige und bessere Gestaltung der Mobilität. Am 2. September ist die Bevölkerung aufgerufen, weitere Ideen für das Entwicklungskonzept einzubringen.

„Legere“ Vorstellung des neuen Försters

Private Wohnhausaufstockungen, Dachsanierungen, Terrassen- und Balkonerrichtungen passierten den Gemeinderat ohne Einsprüche, im Fall eines Antrags aus der „Waldstrasse“ übernahm Michael Knörlein die Sitzungsleitung. Aus dem Bauausschuss machte Bürgermeisterin Gebhardt den Beschluss zur Anlegung eines Grünstreifens auf Höhe des Lindenkellers bekannt, der die Querung des Bahnübergangs erleichtern kann. In der überarbeiteten Planung des Spielplatzes im Baugebiet „Hofäcker“ ist die Rutschbahn entfallen. Der Grund:, der Platz ist älteren Kindern vorbehalten.

Der Waldausschuss-Vorsitzende Rainer Gebhardt (SPD) informierte über ein „legeres“ Vorstellungsgespräch mit dem neuen Förster Michael Bug. Die Jagdpächter begrüßten die Wiederaufforstungen ohne Zäunungen. Besichtigt wurde die Anpflanzung von 250 Weißerlen, die Rückung von Käferholz und der Zustand von Waldwegen; die Abkettungen an den Zufahrten sollen wegen Stolpergefahr entfernt und durch Schranken ersetzt werden, bemerkte Michael Bug.

Aus nichtöffentlicher Sitzung machte Anja Gebhardt die Vergaben für die Mittelschulsanierung bekannt: die Feuer- und Rauchschutztüren liefert für 99.000 Euro Metallbau Haga aus Hofheim in Unterfranken. Die Bodenbeläge baut die Firma Hölzel aus Langensendelbach zum Preis von knapp 80.000 Euro ein. Die Schreinerarbeiten führt für 76.000 Euro die Burgebracher Firma Kram aus, der Coburger Stahlbauunternehmer Ernst Kern erledigt für 25.000 Euro die Schlosserarbeiten.

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