Dienstag, 20.10.2020

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Kita in Kunreuth: Die Liste der Mängel ist lang

Kaum Platz, marode Fenster, prekäre Toilettenräume: Investitionen drängen - 25.09.2020 14:19 Uhr

Im und am Kindergarten muss jede Menge investiert werden: Eine enorme Mängelliste präsentierten die Kita-Leiterinnen jetzt dem Kunreuther Gemeinderat.

© Petra Malbrich


„Der Zaun im Außenbereich muss erneuert werden. Der Zaun hat Löcher, da gehen die Kinder durch und oben schauen Drähte heraus“, erklärte Schütz. 

Damit hat sich auch Bürgermeister Ernst Strian (Demokratie) schon beschäftigt. 235 umlaufenden Meter Zaun betrifft es und sollte mindestens 1,20 Meter hoch sein. „Was drunter ist, ist kein Zaun“, meinte der Bürgermeister. Der Zaun sei die Herbstarbeit für den Bauhof. Überhaupt sollen viele der anstehenden Maßnahmen vom Bauhof erledigt werden. Dessen Mitarbeiter lobte Kitaleiterin Schütz: „Wenn wir den Bauhof brauchen, ist er sofort da. “ 

Auf ihrer Maßnahmenliste stehen auch Erneuerungen im Waschraum. „Die Fliesen platzen ab, die Toiletten funktionieren nicht richtig und sind total verkalkt. Man kann nicht richtig spülen“, erklärte Schütz den Zustand der Sanitäranlagen. Für das Waschbecken hatte sie nur ein Kopfschütteln als Beschreibung. Die meisten Reparaturen und Erneuerungen betreffen den Altbestand im Kindergarten. Immerhin sind diese Einrichtungen schon 31 Jahre alt. Auch das eine oder andere Fenster sei marode, fügte Strian hinzu – vor allem auf der Wetterseite, wo auch die Holzverkleidung ausgewechselt werden müsse, meinte Schütz ergänzend. Sie fragte an, ob hier nicht eine energetische Sanierung in Betracht gezogen werden könne. 

Ob die neuen Fenster im Neubau gut funktionieren, wollte zweiter Bürgermeister Edwin Rank (CSU/Bürgerblock) wissen. Die Krippenfenster würden sich zu schwer öffnen lassen, erwiderte Schütz. Diese müssten eingestellt werden, so Rank – und kündigte an, das im Kindergarten gleich zu erledigen. 

Nicht nur, dass es an kalten Tagen am Fenster zieht, auch ist es in den herbstlichen Monaten zu dunkel beim Arbeiten mit den Kleinen. Ein Lichtkonzept würden die beiden Leiterinnen deshalb gerne ausgearbeitet haben. „Das sind die baulichen Maßnahmen, die unter den Nägeln brennen“, erklärte Schütz, bevor über die Ausstattung der Kita sprach. Auch hier zählt einiges zum Altbestand und müsse erneuert werden. „Die Stühle gehen aus dem Leim“, meinte die Kitaleiterin. 25 neue Stühle wären schön. „Wir haben nur 61 Stühle für 77 Plätze“, so Schütz. 

Und zu guter Letzt würden sich die Erzieherinnen zwei oder drei Laptops für die Gruppen wünschen, um Beobachtungen vor Ort schreiben zu können und sich nicht immer in den Computer der Leiterin einloggen zu müssen. Auch eine Fortbildung, die angeboten wird, erfordert WLAN in allen Gruppen – was aber nur im vorderen Bereich der Kita funktioniere. 

Sind Fördergelder möglich?

Eine Putzfirma aus Nürnberg biete ein Rundumpaket für Kitas an. „Dazu gibt es auch die Sicherheitsdatenblätter, die der medizinische Dienst immer fordert“, sagte Schütz. Es wäre für die Leiterin eine Entlastung, sich darum nicht mehr kümmern zu müssen. Auch der Bürgermeister kennt diese Dienste und versprach, mit der Verwaltung zu sprechen, damit man sich diesen Diensten anhängen könne. 

Rank wunderte sich, dass der Investitionsstau erst jetzt komme. „Die Fördergelder gab es nur für den Neubau“, erklärte Schütz, warum diese Mängel nicht in den Jahren zuvor angegangen wurden. „Gibt es jetzt Fördergelder?“, fragte Rank. Das werde geprüft, sagte Strian. Was die Pflegerin in Ganztagesanstellung betrifft, versprach Strian die Situation durchzurechnen. „Wenn das gesamte Personal da ist, läuft es rund, doch wenn eine oder zwei fehlen...“, so Schütz.

Derzeit kümmern sich elf Personen um die Kinder in der Einrichtung. Sechs davon sind Erzieherinnen, die Praktikantin ist nicht mitgezählt. „Sie ist oft in der Schule und braucht Anleiterstunden, da sie ausgebildet werden muss“, erklärte Schütz. Die Kita ist aber so voll wie nie: Alleine von September bis März nächsten Jahres gibt es 20 Neuzugänge, nur zehn Kinder sind abgegangen. „Beide Krippengruppen sind voll“, sagte Schütz. 24 Krippenplätze sind vorhanden, 28 Kinder besuchen die Einrichtung. „Die restlichen U3- Kinder sind im Kigabereich, was die Arbeit ein bisschen erschwert, denn sie haben andere Bedürfnisse. 

Durch die erhöhte Kinderzahl steige der Personalbedarf. „Wir sind noch im Limit“, meinte die Leiterin, jedoch täte man gut daran, eine Ganztageskinderpflegerin für den Kindergartenbereich anzustellen. Jedenfalls werde der Kindergarten ab Oktober wieder ins offene Konzept für den Kindergarten, nicht für die Krippe zurückkehren. Dies war seit dem Corona-Lockdown nicht mehr möglich. 

Petra Malbrich

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