Samstag, 17.04.2021

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Kleines Waldstück bei Leutzdorf: Roden oder nicht?

Aus Sicht des BN könnte eine wertvolle Fläche für den Artenschutz verloren gehen - 08.01.2021 18:51 Uhr

Bäume, Buschwerk und Magerrasen: Diese schmale bewaldete Fläche bei Leutzdorf, die von Ackerland umgeben ist, soll gerodet und landwirtschaftlich genutzt werden. Dagegen spricht sich jetzt der Bund Naturschutz (BN) in einem offenen Brief aus.

08.01.2021 © Foto: Bund Naturschutz


Tenor des Briefs: Der am 17. Dezember im kommunalen Bau- und Umweltausschuss gefallene Beschluss, die beantragte Rodung für eine anschließende landwirtschaftliche Nutzung der Fläche zu genehmigen, soll rückgängig gemacht werden. "Nach uns vorliegenden Informationen ist die Fläche Teil eines Flora-Fauna Habitats (FFH-Gebiet). Eingriffe in diesen FFH-Gebieten unterliegen besonderen gesetzlichen Regelungen und Vorgaben", heißt es seitens des BN.

Rückzugsort für Wild

Die Fläche weise Magerrasen und alte Kiefernbestände auf, außerdem die typische Vegetationsstruktur eines Waldsaums, alte Steinhaufen und kleinere Felsstrukturen. Die Fläche, die auf drei Seiten von intensiv genutztem und bewirtschaftetem Ackerland umgeben sei, stelle einen wichtigen Rückzugsort für die Artenvielfalt in der Fränkischen Schweiz dar. Mit Blick auf die Ausübung der Jagd habe das Flurstück "sicherlich auch eine wichtige Funktion als Rückzugsort für Niederwild. Die Umwandlung in eine intensiv genutzte landwirtschaftliche Fläche würde einen Verlust dieser wichtigen Funktionen bedeuten", so der BN.


Artensterben: Ein Drittel der Säugetiere auf der Roten Liste.


"Wir haben die öffentlichen Belange abgewogen", erklärt dazu der Gößweinsteiner Bürgermeister Hanngörg Zimmermann. Gegenüber dem Stand der Dinge zur Ausschusssitzung gebe es auch durch das Schreiben des Bund Naturschutz "keine neuen Erkenntnisse".

Nach Auskunft von Holger Strehl, Pressesprecher des Forchheimer Landratsamts, wird sich die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt auf Basis des BN-Briefs vor Ort umsehen. Anschließend werde eine Stellungnahme über die naturschutz-fachliche Einschätzung der Situation an die zuständige Forstverwaltung in Scheßlitz gesendet. Diese wiederum werde letztendlich entscheiden, ob die Fläche gerodet werden darf oder nicht.

MARTIN REGNER E-Mail

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