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Klimaallianz Forchheim will „enkeltaugliche Entscheidungen“

Bündnis konstituierte sich in der Gereonskapelle - Cunningham ist Vorstand - 13.02.2017 09:45 Uhr

Barbara Cunningham (vorne links) ist Vorsitzende der neu gegründeten Energie- und Klimaallianz im Landkreis Forchheim.

12.02.2017 © Pauline Lindner


Stellvertreter wurde Christoph Wurmthaler. Das Schatzmeisteramt hat Emmerich Huber inne, als Schriftführer fungiert Martin Leipert. Der Vorstand wird durch vier Beisitzer vervollständigt: Lisa Badum, Rochus Grün, Manfred Hümmer und Anita Kern. Zu Kassenprüfern wurden Udo Schönfelder und Wilmya Zimmermann bestellt.

„Viele verorten Klimaschutz nicht auf lokaler Ebene.“ Dieser Gedanke war, so Cunningham, die Ausgangssituation für den Zusammenschluss. Das „Wo und Wie handeln“ sei für viele die Frage. „Es fehlt nicht am Wissen, sondern an der Umsetzung“, betonte die Vorsitzende. Sie vermutet ein Zögern, weil die Erfolge erst in Zukunft zu sehen sein werden.

Gleichwohl geht sie davon aus, dass die Klimaerwärmung die Lebensgrundlagen aller Menschen bedrohe. Ein komplexes Thema, wie schon zu Beginn der Veranstaltung der Meteorologe Thomas Foken in groben Umrissen dargelegt hatte. Cunningham zieht daraus die Folgerung: „Wir müssen handeln, ohne die Details zu kennen.“

Details — das sind beispielsweise die Wetteraufzeichnungen für Bamberg über die Spanne von 60 Jahren. Die grafische Darstellung des emeritierten Professors aus Bayreuth machte augenfällig, das die Sommertemperaturen aus der Spanne von 1961 bis 1990 niedriger lagen als in den folgenden drei Jahrzehnten, hingegen die Frühjahrsniederschläge abnahmen. Daraus, so Foken, zögen manche den Schluss, es handele sich um eine Erwärmungsphase des Klimas, wie sie die Erdgeschichte schon vielfach erlebt hat.

Spielraum ist nur minimal

Diese Argumentation konterte er mit zwei Faktorengruppen. Zum einen die errechenbaren Temperaturkurven seit Beginn der großen Vereisungen und dem Auftreten des Menschen. Hier nähern sich die aktuellen Klimawerte dem oberen Grenzraum. Deshalb wurde auf der Klimakonferenz von Paris auch eine Obergrenze von plus zwei Grad festgelegt. Nur eine Rechengröße, aber sie bilde den minimalen Spielraum ab, ehe es zu gravierenden Veränderungen kommt.

Das zweite Faktum, das gegen eine naturgegebene Entwicklung spricht, sei der kurze Zeitraum, in dem die signifikanten Veränderungen stattfänden — seit Beginn der Industrialisierung, also eine Spanne von kaum mehr als 100 Jahren.

Um in diesem schmalen Band zu bleiben, müssen, so Foken, entschieden Maßnahmen ergriffen werden, um den CO2-Ausstoß zu verringern. In Deutschland sei der Hauptfaktor die Heizung mit gut 50 Prozent. Danach folgt der Verkehr.

Der Verein Energie- und Klima-Allianz hat sich als Ziel die Bewusstseinsbildung gesetzt, um politische Entscheidungen und konkrete Maßnahmen im Landkreis voranzutreiben. Ein Punkt ist die Nachhaltigkeit und Dezentralität der Energieversorgung. „Enkeltaugliche Entscheidungen“ wählte Huber als Schlagwort.

PAULINE LINDNER

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