Kommt der fünfte Solarpark?

13.6.2021, 08:00 Uhr
Über die Wege, wie Gräfenberg mehr Energie aus der Sonne ziehen kann (im Bild Walkersbrunn), ist sich der Stadtrat fast einig. Skeptisch sind die Grünen.

Über die Wege, wie Gräfenberg mehr Energie aus der Sonne ziehen kann (im Bild Walkersbrunn), ist sich der Stadtrat fast einig. Skeptisch sind die Grünen.

Der Solarpark mit acht Hektar Fläche bei Guttenburg produziert bereits Strom. Zwei weitere bei Rangen mit 8,84 Hektar und 9,15 Hektar sind genehmigt. Allerdings gab es zu dem geplanten 17 Hektar großen Solarpark in Hohenschwärz heftigen Widerstand (wir berichteten). Nun soll eine weitere PV Anlage mit einer Größe von 4,6 Hektar im Ortsteil Rangen, unweit von den beiden bereits genehmigten, entstehen.

Vorsichtiger geworden

Im Grundtenor begrüßen alle Parteien die erneuerbaren Energien vollumfänglich. Doch nach dem Widerstand in Hohenschwärz beschloss der Stadtrat, Vorrangflächen für solche Anlagen auszuweisen. Das im Hinterkopf, ist der Stadtrat vorsichtiger geworden.

"Sollten Einwendungen aus der Bevölkerung oder von Fachbehörden kommen, so müssen diese natürlich entsprechend gewichtet und in eine Entscheidung gegebenenfalls mit einbezogen werden", meinte Stadtrat Werner Wolf (FW) dazu auf Nachfrage der Redaktion.

Grüne sind nicht überzeugt

SPD und CSU wollen warten und mit festgelegten Flächen eine geordnete Planung anstreben. "Mir ist es wichtig, die Bürger mit einzubeziehen. Daher möchten wir gemeinsam mit der Bürgerschaft Vorrangflächen im Flächennutzungsplan festlegen. Bis diese feststehen, sollten neue Projekte zurückgestellt werden", erklärte Antje Rammensee (SPD).

Ähnlich stellt sich die Situation für die CSU dar. Das Genehmigungsverfahren in Hohenschwärz habe verdeutlicht, dass solche Freiflächenanlagen auch skeptisch betrachtet werden. "Da in einer der letzten Sitzungen die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes beschlossen wurde, macht es Sinn, dieses Konzept abzuwarten, um weitere Flächen im Einklang von Mensch, Tier und Natur zu definieren", plädiert Lars Laufer (CSU) auf Anfrage.

Ausbau ausgebremst

Den Grünen sagt das weniger zu. Das Vorhaben bis zur Überarbeitung des Flächennutzungsplans zurückzustellen, bedauern sie. "Das halte ich nicht für zielführend, denn das würde bedeuten, den Ausbau auf Jahre hinweg auszubremsen und das ist nicht im Sinne der Energiewende, zu der sich die Stadt mit der Energieregion Südliche Fränkische Schweiz ausdrücklich bekannt hat", betonte Matthias Striebich (Grüne). Zumindest würde er sich wünschen, dass die antragstellende Firma eingeladen werde, um ihre Planung vorzustellen, wie sie das angeboten hatte.

Geld bei den Bürgern lassen

Dem stimmte die CSU zu. Die Firma wird nun in einer ihrer nächsten Sitzungen das Projekt vorstellen. Wo es dann gebaut wird, entscheidet sich noch.

Grundsätzlich würde die SPD bei den PV-Projekten eine Bürgerenergiegenossenschaft sehr begrüßen. "Dann bliebe die Wertschöpfung komplett in der Gemeinde. Wenn die Gemeindebürger zusammen planen und profitieren können, würden auch keine weiteren Konflikte aufbrechen", äußerte sich Martin Leipert, stellvertretender SPD Ortsverbandsvorsitzender im Gespräch mit der Redaktion dazu.

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