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„Komponieren ist wie Häuser bauen“

Benjamin Schweitzer analysiert mit Schülern des Herder-Gymnasiums sein eigenes Werk - 19.02.2014 12:19 Uhr

Einen anschaulichen Einblick in sein musikalisches Schaffen gab Komponist Benjamin Schweitzer (re). © Horst Linke


Gelassen steht Benjamin Schweitzer im Musiksaal des Herder-Gymnasiums neben dem schwarzen Flügel und erzählt, wie er zu seinem Beruf gekommen ist. „Ich muss einen starken innerlichen Drang zum Komponieren haben“, sagt er mit einem Lächeln. Anders kann er sich seine Liebe zur Musik nicht erklären.
Aufgewachsen ist er in einer Lehrerfamilie, in der zwar oft, aber nur hobbymäßig musiziert wurde. Mit 14 Jahren stellt er fest, dass die Musik für ihn mehr ist als nur eine Freizeitbeschäftigung. Ein Jahr später zieht er mit seiner Familie von Marburg nach Lübeck und besucht ein musisches Gymnasium. „An dieser Schule habe ich etwas ganz wichtiges gelernt, von dem ich bis heute profitiere — das Zusammenspiel von Instrumenten“, erklärt Schweitzer.
Schon in jungen Jahren war dem Komponisten bewusst, dass er sich sein Leben auch finanzieren muss. Um nicht nur ein Standbein zu haben, hat er neben Komposition auch Dirigieren und Musiktheorie studiert. „Ich habe schnell gemerkt, dass mir nur die Aufgaben und Aufträge als Komponist wirklich Spaß bereiten. Heute kann ich alleine davon leben“, sagt der 40-Jährige.
Benjamin Schweitzer gibt den Schülern anhand seines Stücks „entschlackt — Piece in Two Parts“ einen Einblick in das Konzept, die musikalischen Mittel und die besondere Instrumenten-Kombination aus Klavier, Oboe, Trompete und Cello. Schnell wird klar, es handelt sich um ein sehr komplexes Thema. Um sein musikalisches Schaffen zu veranschaulichen, vergleicht er das Komponieren mit der Arbeit eines Architekten, denn wie ein Haus baue auch er seine Stücke von Außen nach Innen. „Es geht darum, mir einen Rahmen zu schaffen, in dem ich mich völlig frei bewegen kann“, sagt Schweitzer.
Sein Stipendium in Bamberg an der Villa Concordia endet Mitte März. Danach geht es wieder zurück nach Berlin. „Bamberg war ein guter Kontrast, kurze Wege, viel zu tun, ideal für einen konzentrierten Arbeitsaufenthalt.“

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