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Kreative Alternativen: So steht es im Kreis Forchheim um die Weihnachtsfeiern

In manchen Institutionen entfallen die Feiern ersatzlos, andere haben sich etwas einfallen lassen - 23.11.2020 16:00 Uhr

Eine Betriebs-Weihnachtsfeier mit all den lieben Kollegen? Im Corona-Jahr 2020 ist das kaum bis gar nicht möglich. Die meisten Feiern fallen ersatzlos aus, mitunter überlegt man sich aber auch Alternativen.

22.11.2020 © Foto: Jörg Carstensen/dpa


Sie sind ein ewiger Quell von Anekdoten, die wahrscheinlich amüsanteste Methode zur Stärkung der Kollegialität (neudeutsch: "Team-Building") und enden mal mit erwartbaren Folgen (Erinnerungslücken, Kater), mal mit unverhofften Nebenwirkungen (Partnerwechsel, seltener: Schwangerschaften).

Gemeint sind natürlich Weihnachtsfeiern – ob mit den Arbeitskollegen, den Vereinsmitstreitern, ehemaligen Klassenkameraden oder einfach nur alten Freunden.

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Traditionell finden sie ab November statt, alle Jahre. Aber heuer? Corona und die Verordnungen zur Pandemie-Bekämpfung machen das gesellige Beisammensein außerhalb des eigenen Hausstands schwer bis unmöglich.

Wie in unserer Zeitung täglich zu lesen, sagen immer mehr Vereine im Landkreis Forchheim ihre Weihnachtsfeiern ab. Auch die NN-Redaktion verzichtet 2020 zwangsläufig auf ihre sonst feucht-fröhliche Advents-Tafelrunde samt obligatorischem Weihnachtsquiz.

Vielleicht ein Sommerfest

Am Forchheimer Landratsamt hat es noch nie eine große, allgemeine Weihnachtsfeier gegeben – was angesichts von insgesamt rund 600 Mitarbeitern und Angestellten in mehr als 35 Fachbereichen (und Unterabteilung) wohl auch logistisch kaum zu stemmen wäre.

Deshalb "hat jeder Fachbereich immer für sich entschieden, ob und in welcher Form er eine Weihnachtsfeier macht", erklärt Landratsamtssprecherin Kathrin Schürr. "Wir von der Pressestelle und dem Büro des Landrats haben uns zum Beispiel abends im Restaurant getroffen."

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Allenfalls die vorgeschriebene jährliche Personalversammlung mit anschließendem Essen Anfang November hat hier einen Weihnachtsfeier-Charakter. Außer in diesem Jahr. "Es gibt freilich kein explizites Verbot von Weihnachtsfeiern", so Schürr. Doch schließe sich das durch die derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen und der geschlossenen Gastronomie ohnehin aus.

"Vielleicht überlegt man sich ja ein Sommerfest mit allen Mitarbeitern im nächsten Jahr, sollte Corona überstanden sein." Aber darüber, sagt Schürr, könne man sich im Moment keine Gedanken machen.

Planung unmöglich

Bei Karin Kreller, Geschäftsführerin des Gasthauses "Zu den Linden" in Serlbach, hatte man in der Vorweihnachtzeit "sonst immer sehr gut zu tun", formuliert es die Wirtin.

In diesem Jahr jedoch geht man schon mehr oder weniger selbstverständlich davon aus, dass geplante Weihnachtsfeiern nach und nach abgesagt werden. Die Zahl der bisherigen Absagen hat Kreller nicht gezählt. Aber: "Wir verstehen das und respektieren das."

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Unter den schon eingegangenen Stornierungen seien vor allem Seniorengruppen, die sonst jährlich in den "Linden" feiern. "Auch mit den Feiern der jüngeren Generation wird es wohl nichts mehr."

Planbarkeit ist insbesondere für Gastronomen in diesen Zeiten des (Teil-)Lockdowns nicht mehr als eine Illusion. Und ob die Restaurants im Dezember wieder annähernd "normal" öffnen dürfen, scheint fraglich. "Wir hatten neulich eine Reservierung für einen Weißen Sonntag im Jahr 2023", erzählt Kreller. "Ich habe den Termin eingetragen, aber die gemischten Gefühle bleiben."

Momentan bietet ihr Gasthaus Essen zum Abholen an. Freitags und sonntags laufe das To-go-Geschäft "halbwegs gut", aber unter der Woche "ist es nicht gerade spektakulär".

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Eine kreative Alternative zur traditionellen Weihnachtsfeier bietet die Sparkasse Forchheim ihren Mitarbeitern an: "Jeder Mitarbeiter erhält als Zeichen des Dankes und der Wertschätzung einen Gutschein für ein Lokal seiner Wahl", sagt Unternehmens-Sprecherin Charlotte Kaufmann.

Damit wolle man auch die lokale Gastronomie unterstützen und es den Sparkassen-Mitarbeitern so ermöglichen, "im Kreis der Lieben ein kleines Weihnachtsessen zu genießen". Kaufmann: "Wir finden, dass das eine schöne Alternative ist."

Ganz oder gar nicht

Getreu dem Motto "G‘scheit oder gar net", sagt der Vorsitzende der Feuerwehr Forchheim, Josua Flierl, habe man sich bei der FFW ebenfalls für die Absage der Weihnachtsfeier entschieden. Diese wurde bislang meistens im Schulungsaal in der Egloffsteinstraße gefeiert, bei ausreichend Kaltgetränken und Essen vom Caterer "mit rund 120 Personen, aktiven passiven und Fördermitgliedern".

Höhepunkt der Sause sei immer eine Versteigerung gewesen: "Peter Pinzel und Tobias Kornfeld haben im Weihnachts-Outfit Nützliches versteigert, von der Wurstdose und dem Kasten Bier bis zu Scherzartikeln", erzählt Flierl.

Auch die Feiern der FFW-Jugend und der ganz jungen Flambinis finden heuer nicht statt. "Aber wir wollen zumindest den Flambinis eine Freude machen, wahrscheinlich bekommen sie kleine Weihnachtsgeschenke, die wir zu ihnen nach Hause ausfahren."

PHILIPP ROTHENBACHER

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