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Dienstag, 20.08.2019

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Kritik und Rekordumsätze: So war das Annafest 2019

Schausteller und Stadt freuen sich über perfektes Wetter - Franz Streit blickt mit Wehmut zurück - 06.08.2019 06:00 Uhr

Ausgelassen zur Musik der Bands feiern und tanzen - das gehört zum Forchheimer Annafest wie das Bier und die Lebkuchenherzen. Am letzten Fest-Wochenende ließen es die Forchheimer auf den Bierbänken krachen. © Edgar Pfrogner


Ein bisschen Wehmut ist am Schluss immer dabei. Doch dieses Mal ist es noch ein ganzes Stück stärker. Denn gestern Abend ging für Franz Streit das letzte Annafest als Bürgermeister zu Ende. Der 69-Jährige hatte angekündigt, bei der kommenden Kommunalwahl nicht mehr anzutreten.

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Best of Annafest 2019: Die schönsten Momente im Kellerwald

Elf Tagen Trubel im Kellerwald und Ausnahmezustand in der Stadt: Das 179. Annafest Geschichte. In unserer Foto-Auswahl aus allen Festtagen lässt sich hervorragend in den Annafest-Momenten 2019 schwelgen.


Entsprechend lang genoss Streit dieses Jahr die Zeit im Kellerwald: "Alla dooch ist für mich nicht nur ein Slogan, ich mache das wirklich", sagt er. "Und dieses Jahr war es ein kugelrundes Annafest, ich bin richtig stolz."

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Forchheimer Annafest 2019: Feierlicher Umzug mit hohem Besuch

Angeführt von den Bürgermeistern der Stadt zog die Annafest-Festgemeinde am Samstagnachmittag zum Ort des Geschehens Richtung Kellerwald. Noch bis zum 5. August wird auf insgesamt 23 Kellern unter Bäumen gefeiert, was das Zeug hält.


Das sehen die Schausteller und die Stadt Forchheim ähnlich: "Die Schausteller, mit denen ich gesprochen habe, sind durch die Bank hochzufrieden", so Klaus Backer, Leiter des Ordnungsamtes. "Manche sprechen sogar von einem Umsatzrekord bei den Essensständen."


Die Fröhlichs aus Berlin sind vom Annafest-Virus infiziert


Kritik am Sicherheitspersonal

Der ausschlaggebende Punkt: das Wetter. Zwar war es am Eröffnungs-Freitag sehr heiß und am darauffolgenden Sonntag ziemlich regnerisch, doch die restliche Zeit "war perfektes Wetter für Essen und Trinken", so Backer. "Denn wer will bitte bei 35 Grad ein Schäuferla essen?" Anders als bei so manchem Schausteller wird es bei der Besucherzahl allerdings keinen Rekord geben. 400 000 bis 450 000 Menschen seien in den Kellerwald gekommen, schätzt Backer.

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Annafest-Anstich: Drei Schläge bis zum großen Glück

Forchheims Oberbürgermeister Uwe Kirschstein hat das 176. Annafest offiziell eröffnet. Er meisterte die Annafest-Premiere hochprofessionell mit nur drei Schlägen. Doch nicht nur beim Bieranstich, auch beim Dirigieren zeigte der OB sein Talent. Königin Carina verteilte das Freibier und die Musikanten spielten ihre Musi. Die besten Bilder vom ersten Tag.


Trotz mehrerer hundert Einsätze für Polizei und Rettungsdienst sei das Annafest "sehr ruhig und äußerst friedlich" im Verhältnis dazu, dass täglich 40 000 Menschen auf einen Ort dicht gedrängt waren, so Backer. Doch zuletzt waren von den Besuchern auch vereinzelt kritische Stimmen in puncto Sicherheitspersonal zu hören: Unfreundlich und bisweilen unverhältnismäßig grob seien die Securities an manchen Festtagen unterwegs gewesen.

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Dirndl und Bau-Helm: Diese Mode tragen die Besucher auf dem Annafest 2019

Klar, wer auf das Annafest geht, greift oft zu etwas Besonderem im Kleiderschrank. Dirndl und Lederhose in allen Variationen sind dabei sogar bei den Kleinsten ganz hoch im Kurs - doch es gibt auch noch andere Ideen. Von goldig bis kurios: hier kommen die Outfits der Annafest-Besucher!


"Der Chef der Sicherheitsfirma hat uns über die Beschwerden informiert", sagt der Ordnungsamtsleiter. Man sei aber "sehr, sehr zufrieden mit der Firma" und habe "viele positive Rückmeldungen" bekommen. Backer: "Das sind gute Leute, die versuchen, vernünftig auf die Menschen einzuwirken. Wenn das nichts nützt, müssen sie aber auch mal zupacken und der Ton muss auch mal schärfer werden." Hier gelte eben das alte Sprichwort: "Wie es in den Wald hineinschallt, schallt es auch wieder heraus."


"Luft nach oben": Wie nachhaltig ist das Annafest 2019?


Die Security war unter anderem damit beauftragt, den Besuchern vor dem Winterbauer-Keller den richtigen Weg zu weisen. Dort waren im Vorfeld Metall-Bügel auf dem Weg vor der Bühne angebracht worden, um vor den stehenden Feiernden noch einen Durchgang zu schaffen. "Das hat gut geklappt", so Backer. Wenn auch nur mit "massivem Personaleinsatz."

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Hoch die Krüge! Die Bands ließen das Annafest 2019 beben

Ausgelassen zur Musik der Bands feiern und tanzen - das gehört zum Forchheimer Annafest wie das Bier und die Lebkuchenherzen. Am letzten Fest-Wochenende ließen es die Forchheimer auf den Bierbänken krachen.


Die zuvor hoch umstrittenen Metall-Gitter rund um die Keller haben sich aus seiner Sicht ebenfalls bewährt, seien aber nur ein Provisorium, betont er. "Es ist immerhin keiner durchs Geländer gefallen." Auch Franz Streit empfand sie als "nicht so störend." Nun müsse sich der Stadtrat eine dauerhafte Lösung für das Provisorium überlegen.

Quiz: Erraten Sie alle elf Fragen zum Annafest in Forchheim?

© Ralf Rödel

Alladooch Annafest! Sind Sie ein echter Kellerwald-Profi? Dann testen Sie Ihr Wissen in unserem großen Annafest-Quiz! Wir haben elf knifflige Fragen für Sie herausgesucht.

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Frage 1/11:

Auf wen geht der Slogan "Alladooch Annafest" zurück?

Natürlich der "King Alladooch" persönlich! Eigentlich ist Ulrich Raab Chef des Jungen Theaters. Doch in Forchheim ist er vor allem als leidenschaftlicher Annafest-Fan bekannt, der im Kellerwald an keinem Tag fehlt. Raab betreibt auch eine eigene Fest-Homepage, entwirft das "Alladooch"-Annafest-T-Shirt - und tickert mit unserem Team im Liveblog auf nordbayern.de.

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Frage 2/11:

Wann wurde das Annafest zum ersten Mal gefeiert?

Das Annafest entstand ursprünglich aus einer Wallfahrt nach Unterweilersbach, zu Ehren der heiligen Anna, der Mutter Marias. Am 26. Juli, dem Namenstag der heiligen Anna, machten sich die Wallfahrer auf den Weg. Als sie am Nachmittag zurückkehrten, wartete man im Kellerwald schon mit Essen und kühlem Bier, dass dort in den Felsenkellern lagerte, auf sie. Als dann noch der Forchheimer Schützenverein 1840 sein Hauptschießen vom Schießanger an der Regnitz in den Kellerwald verlegte, war das Annafest geboren.

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Frage 3/11:

Wie viele Bierkeller gibt es?

Genau 23 sind es - und ohne sie wäre das Annafest nicht das Annafest. Bierkeller hatten ursprünglich die Funktion, das Bier das ganze Jahr über kühl zu halten. Im Winter wurden sie mit Eis gefüllt und hielten so ihre Temperatur konstant bis in den Spätsommer. Da an viele Keller praktischerweise gleich ein Biergarten angebunden wurde, kommt daher auch die fränkische Redewendung "auf die Keller gehen".

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Frage 4/11:

Welchen Rekord hält das Annafest?

Mit 30.000 hat das Annafest die meisten Sitzplätze bei einem Freiluft-Volksfest weltweit. Oder anders gesagt: Es ist der größte Biergarten der Welt. Das zumindest deutschlandweit älteste Volksfest ist übrigens das Liborifest in Paderborn, das im Jahr 836 zum ersten Mal gefeiert wurde.

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Frage 5/11:

Wie viele Schausteller bewerben sich jedes Jahr?

300 Schausteller wollen jedes Jahr beim Annafest dabei sein. Bis zum Herbst haben sie Zeit, sich zu bewerben. Dann wählt eine Jury der Stadtverwaltung etwa 80 Schausteller aus, die dann im kommenden Sommer ihre Fahrgeschäfte und Buden aufbauen dürfen.

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Frage 6/11:

Warum wurde auf dem Annafest 1844 ein Mann erschossen?

An den 21. Juli 1844 erinnerten sich die Forchheimer noch lange. Denn bei einem Schützen-Wettbewerb auf dem Annafest wurde der 28-jährige Georg Stocker versehentlich erschossen. Seine Aufgabe war es, die Ergebnisse auf den Scheiben abzulesen. Dafür versteckte er sich in einem Graben oder Verschlag hinter den Schießständen und wartete, bis der Schütze geschossen hatte. Beim Schuss des Vereinsmitglieds Moses Moritz Zeiller kam er aber zu früh aus seiner Deckung - und wurde tödlich getroffen. Zeiller soll danach sogar so verzweifelt über den Unfall gewesen sein, dass er sich das Leben nehmen wollte - und nur durch seine Tochter davon abgehalten werden konnte.

© Ralf Rödel

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Frage 7/11:

Wie viele Besucher kommen jedes Jahr in den Kellerwald?

400.000 bis 500.000 Besucher strömen - je nach Wetter - in den Kellerwald. Damit zählt das Annafest zu den größten Volksfesten Deutschlands.

© Ralf Rödel

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Frage 8/11:

Seit wann dauert das Annafest elf Tage?

Schon seit 2014 darf einen Tag länger gefeiert werden! 1840 dauerte das Annafest nur einen Tag, in den 1950er Jahren wurde dann auf zehn Tage erhöht.

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Frage 9/11:

Wie hoch sind die Kosten für die Stadt Forchheim?

Für unter anderem Werbung, Baumpflege und Aufräumarbeiten schießt die Stadt Forchheim jedes Jahr 100.000 Euro zu.

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Frage 10/11:

Wie viele fränkische Brauereien sorgen für ausreichend Bier?

Insgesamt gibt es Bier von 18 verschiedenen fränkischen Brauereien. Immer mit dabei: die vier Forchheimer Traditionsbrauereien Neder, Greif, Hebendanz und Eichhorn. Das Annafest-Bier wird übrigens extra für das Event gebraut.

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Frage 11/11:

Seit wann dreht sich das Riesenrad?

Bereits seit 1986 dreht das Riesenrad "Orion II" im Kellerwald seine Kreise.

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Kilian Trabert, Philipp Rothenbacher

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