Kulturpläne

Kunsthalle in der Mitte Forchheims: C&A-Gebäude im Blick

30.7.2021, 07:15 Uhr
Wohin geht die Kultur? Kulturschaffende und Politiker machen sich darüber Gedanken. 

Wohin geht die Kultur? Kulturschaffende und Politiker machen sich darüber Gedanken.  © Udo Güldner

Knapp 60 Interessierte waren zum ersten „Netzwerktreffen Kultur“ ins Königsbad gekommen. Damit sollte der Faden der Kulturentwicklung, der vor der Corona-Pandemie gesponnen worden war, nun wieder aufgenommen werden. Besonders eine Idee fand bei Künstlerinnen und Künstlern viele Fürsprecher: eine „Kunsthalle“ im ehemaligen C&A-Laden in der Luitpoldstraße.

„Ein ganz dickes Lob für diese Initiative.“ - „Wir sind begeistert von dieser Sache.“ - „Mensch, das tut so gut.“ Heiner Kredel vom Musikverein Forchheim-Buckenhofen, Gisela Steinlein vom Liederverein Forchheim und Kulturbürgermeisterin Annette Prechtel (FGL) sprechen den Musikern, Sängern, Theaterleuten, bildenden Künstlerinnen und Fotografen aus der Seele. Das Kultur-Sommerquartier im Königsbad bekommt zur Halbzeit nur gute Noten. Auch wenn sich der eine oder andere mehr Publikum gewünscht hätte.

„Viele zögern wohl noch“, so Ludwig Dafner vom StaTTTheater Forchheim. Das bemerke er auch bei seinen szenischen Führungen durch die Vergangenheit Forchheims. „Wir bieten aber trotzdem etwas an, um die Leute aus ihrer Lethargie zu holen“. Zudem gelte es, die eigenen ehrenamtlichen Schauspieler/innen zu ermuntern.

Open-Air-Festival im Königsbad Forchheim wird wiederholt

Was das Kultur-Sommerquartier angeht, hat Kulturamtsleiter Lorenz Deutsch gute Nachrichten: Im nächsten Jahr soll das Open Air-Festival wiederholt werden. Es sei aber keine Dauerlösung, sondern - wie die noch umzubauende Soccer-Halle - nur ein Provisorium. Bis das historische Rathaus und das generalsanierte Kulturzentrum Kolpinghaus für Kulturveranstaltungen zur Verfügung stünden. Bei Letzterem bedarf es neuer Kennzahlen, da die Planungen schon knapp zehn Jahre zurückliegen. „Wir müssen daher von allen Kulturschaffenden noch einmal wissen, welche Anforderungen sie an das Gebäude stellen. Damit wir nicht mit den alten Zahlen an den Bedürfnissen vorbeiplanen."

Danach geht es auf der Liegewiese ans Netzwerken – im Stehen oder Sitzen. Dabei zeigt sich, dass insbesondere die bildenden Künstlerinnen und Künstler ein großes Anliegen haben. Nachdem die Ausstellungskapazitäten im Pfalzmuseum und in der Stadtbücherei aus Platzgründen sehr begrenzt sind, soll eine kleine „Kunsthalle“ her. Ein geeignetes Objekt hat Künstlerin Christine Frick auch schon ausgemacht: Das leerstehende Gebäude, das einst die Luitpold-Lichtspiele (LuLi) und zuletzt eine C&A-Filiale beherbergt hat.

„Es hat die richtige Größe und keine Fenster“. Die ursprüngliche Idee einer kulturellen Nutzung ist freilich schon länger in der Welt und stammt vom Fotografen Harry Kramer. „Ein solcher 50er Jahre Bau hat seine ganz eigene Ästhetik“, findet die Malerin Michaela Schwarzmann. Eine Umwandlung in eine Galerie koste nicht die Welt, ergänzt Doris Koschyk von der Stadtbücherei. Zudem gehört das Anwesen der Stadt.

Nur die Frage der maroden Bausubstanz könnte den bildenden Künstlern noch einen Strich durch die Rechnung machen. „Ein solches Denkmal muss erhalten werden“, so Robert Hübschmann vom Kulturpuls-Verein. Für Stadtrat Atila Karabag (SPD) ist eine solche „Kunsthalle“ auch eine Chance, die Innenstadt zu beleben. Es müsse viel mehr getan werden, um die Aufenthaltsqualität auch mit kulturellen Angeboten zu erhöhen.

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