Montag, 20.01.2020

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Kunstrad-König Kohl holt sich vierten WM-Titel

Favorit vom RMSV Kirchehrenbach behielt im Einer die Oberhand - 08.12.2019 16:19 Uhr

Der Moment, als der nächste Fabel-Ritt beendet und die gesamte Anspannung abfällt. © Nick Lange


Wenn der 23 Jahre alte Student aus Ebermannstadt-Wohlmuthshüll mit dem Begriff "Unsicherheit" im Vorfeld des Saisonhöhepunkts überhaupt etwas anfangen konnte, dann in Bezug auf seine eigene körperliche Fitness. Die Spätfolgen einer Bronchitis überlagerte aber schon frühzeitig die Vorfreude auf das Kräftemessen. "Die Stimmung ist gigantisch, das ist ein purer Genuss", schwärmte Lukas Kohl am Vorabend seines neuerlichen Fabel-Ritts.

Mittig auf dem Siegertreppchen freut sich der fränkische Ausnahmekönner Lukas Kohl über den vierten WM-Triumph in Folge. Daneben der deutsche Mannschaftskollege Marcel Jüngling (li.) und Asien-Rekordhalter Chin To Wong aus Hongkong. © RMSV Kirchehrenbach


In der Vorrunde setzte sich der amtierende Träger des Regenbogentrikots mit 204,39 Zählern deutlich an die Spitze, ließ allerdings durch einen seltenen Absteiger noch Luft nach oben für eine Steigerung. Zu groß war wiederuml die Last der Erwartungen für Lokalmatador Lukas Burri, der als Medaillen-Kandidat mit 162,73 Punkten ausschied. 

"Brauche Zeit, um das zu verarbeiten"

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Die Karriere des Lukas Kohl: Vom Knirps zum Überflieger

Die Karriere des außergewöhnlich geschickten Kunstrad-Talentes Lukas Kohl begann in früher Jugend beim RMSV Concordia Kirchehrenbach, zunächst beim Radball. Stationen seines Aufstiegs in den vergangenen fast 15 Jahren bis zum vierfachen Weltmeister der Elite.


Im Finale des Top-Quartetts legte der neue Asien-Rekordhalter Chin To Wong (Hongkong) fehlerbehaftete 176,22 Punkte vor, die immerhin zum dritten Platz reichten. Der zweite deutsche Starter Marcel Jüngling (Dornheim) schwang sich nach einer wackeligen Vorstellung im ersten Durchgang zu einem ordentlichen Auftritt mit wenigen Abzügen auf. Seine 192,98 Punkte bedeuteten für Lukas Kohl, der in der Szene ob seines technischen Perfektionismus auch ehrfurchtsvoll "Lukinator" genannt wird, eine machbare Vorlage. Kohl schraubte die eingereichten 211,60 Punkte zwischenzeitlich durch eine Erweiterung auf sieben Drehsprünge in die Höhe, konnte am Ende mit 208,89 Punkten einen deutlichen Vorsprung verbuchen und zufrieden sein. „.Ich bin heute einfach sehr, sehr glücklich, dass es so perfekt gelaufen ist. Ich brauche noch einige Zeit, um das alles zu verarbeiten", erklärte ein adrenalingeschwängerter Lukas Kohl nach Medaillen-Zeremonie und Doping-Test.

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