Montag, 19.04.2021

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Landkreis Forchheim hat sein erstes Pflege-Beratungsbüro

Bei "Die Brücke" in Unterrüsselbach hilft Irmgard Ginzel weiter - 25.01.2021 17:21 Uhr

Viele gute Ratschläge hat Irmgard Ginzel für Angehörige von Pflegenden. Sie weiß, was den Menschen zusteht und hat dank ihrer langen Berufstätigkeit in der Diakoniestation in Gräfenberg noch viele Kontakte zu Pflegeeinrichtungen. 

25.01.2021 © privat


Kurzzeitpflege, Tagespflege, Verhinderungspflege, Betreuungsleistung – Schlagwörter, mit denen viele Angehörige von Pflegenden konfrontiert, aber oft überfordert sind. „Ich stellte fest, dass viele Leute mehr als die Hälfte des Geldes der Kasse schenken, da sie nicht wissen, was ihnen zusteht und wofür sie es verwenden können und dass man Vieles kombinieren kann“, sagt Irmgard Ginzel. „Finden Sie den Weg aus dem Pflegedschungel“ lautet deshalb ihr Motto für ihre Pflegeberatung „Die Brücke“. 

Es ist das erste Beratungsbüro im Landkreis und bietet den zu pflegenden Angehörigen umfassende Hilfeleistung. Als Verbindungsstelle für Angehörige und Pflege sowie Pflege und den Ärzten und Pflegekassen. Profitiert wird aus den über 30 Jahren Erfahrung in der Pflege, die Ginzel mitbringt. Die Unterrüsselbacherin, die nun im Ruhestand ist, war Leiterin der Diakoniestation in Gräfenberg, der Tagespflege in Mostviel und ist Sprecherin der ambulanten Dienste im Kreisjungendring des Landkreis Forchheim. 

Was Pflege bedeutet, wie gepflegt wird, welche Hilfeleistungen in Anspruch genommen werden können, darüber hat Ginzel einen guten Einblick und die nötigen Formulare zu Hause, denn Ginzel hat für ihr Beratungsbüro die Zulassung aller Kassen. Dass eine Pflegeberatung vorgeschrieben ist, wenn bereits ein Pflegegrad vorhanden ist, dürfte den meisten bekannt sein. Ohne verliert man das Pflegegeld. „Bei den Pflegegraden eins bis drei muss jedes halbe Jahr ein Beratungsgespräch geführt werden, bei den Pflegegraden vier und fünf alle Vierteljahr“, sagt Ginzel. In der Regel übernehmen das die Pflegedienste, die jedoch oft wenig Zeit dafür haben, weiß Ginzel. „Wenn die Angehörigen richtig aufgeklärt werden wollen, braucht das Zeit.“

Beispiele aus der Praxis hat sie genug. So hat sich beispielsweise der Zustand des zu pflegenden Angehörigen verschlechtert, dass der Angehörige nicht mehr berufstätig bleiben kann. Gegrübelt wird oft, ob Mutter, Vater oder Onkel dann ins Pflegeheim müssen oder der pflegende Angehörige kündigt seinen Job.

Für Pflege beurlauben lassen

„Angehörige wissen oft nicht, dass sie im Akutfall zehn Tage zu Hause bleiben können und sich ein halbes Jahr für die Pflege beurlauben lassen können. Der Arbeitgeber muss die Stelle aufheben“, sagt Ginzel. Sie berät nicht nur am Telefon, sondern fährt zu den Ratsuchenden nach Hause, notwendige Formulare gleich dabei. Manchmal steht eine Entscheidung an. Reicht für den Angehörigen noch die Unterstützung des Pflegedienstes oder ist es besser, wenn er in ein Heim kommt. „Ich bin auch behilflich, bei der Kurzzeitpflege zu vermitteln“, so Ginzel, die noch viele Kontakte zu Pflegeeinrichtungen hat. Wird ihr eine Vollmacht erteilt, darf sie auch mit Ärzten sprechen. 

Oft sind Angehörige durch die Pflege körperlich und seelisch ausgelaugt, doch den zu Pflegenden für einen Tag in eine Tagespflege zu geben, das möchten sie auch nicht. Warum? „Manchmal sind es die pflegenden Angehörigen, die nicht loslassen können. Dabei hätten sie dann einen freien Tag“, erklärt Ginzel und weiß aus ihrer langjährigen Erfahrung, dass es auch dem Patienten gut tut und die Sorge der Angehörigen unbegründet sind. „Es ist hilfreich, aus dem Rad raus zu kommen.“

Manchmal reicht auch ein einfacher Handgriff, um den Pflegenden das Leben zu erleichtern. Dann, wenn sie ihnen zeigt, wie man den zu pflegenden Angehörigen richtig aus dem Bett hebt oder zeigt, wie man die Patienten richtig lagert. Die Mutter trinkt zu wenig? Auch hier weiß Ginzel Rat. Manche möchten wissen, warum der Kostenvoranschlag des Pflegedienstes geringer ausfiel als die Rechnung oder ob und wann der Pflegegrad beantragt werden kann.

„Pflege und ambulante Pflege werden immer wichtiger, damit die Menschen zu Hause bleiben können. Durch die richtige Planung der Pflegedienste wird die Pflege auf mehrere Schultern verteilt“, sagt Ginzel, die auch oft um Rat gebeten wird, was zu beachten ist, wenn der medizinische Dienst ansteht. Oft vergessen die Angehörigen Wichtiges.

Und weil beim Wort Pflege immer Senioren in den Sinn kommen, betont die Sprecherin der ambulanten Dienste, dass es auch junge Menschen gibt, die Pflege benötigen. Auch sie können mit Irmgard Ginzel einen Weg durch den Pflegedschungel finden. 

Zu erreichen ist Irmgard Ginzel unter Telefon (09192) 9943820, per Handy (0175) 6943329 oder E-Mail: ginzel@gmx.net

Petra Malbrich

 

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