Verkehrsplanung

Landkreis Forchheim: Wo neue Radwege geplant sind

30.5.2021, 06:03 Uhr
Zwischen Effeltrich und Langensendelbach soll 2022 ein Geh- und Radweg entstehen.

Zwischen Effeltrich und Langensendelbach soll 2022 ein Geh- und Radweg entstehen. © Berny Meyer, NN

Dem Radfahrer geht es um die Staatsstraße 2241 zwischen Hiltpoltstein und der Landkreisgrenze, die in den vergangenen Jahren in mehreren Abschnitten saniert wurde. Kürzlich wurde der letzte Teil zwischen Hiltpoltstein und Göring eröffnet. Autofahrer kommen nun komfortabler über Schnaittach auf die A9 zum Beispiel in Richtung Nürnberg.

Und Radfahrer? "An einen Radweg hat man scheinbar nicht gedacht", schreibt uns einer von ihnen. Und das, obwohl es ab Oberndorf im Landkreises Nürnberger Land einen gibt, über den man zur Schaittachtalbahn kommt, die zukünftig sogar als S-Bahn verkehren soll. Genauer gesagt zu deren Endbahnhof Simmelsdorf-Hüttenbach.

"Das wäre vor allem deshalb interessant gewesen, weil dieser - im Gegensatz zur Gräfenberg-Bahn - eine direkte Anbindung zum Hauptbahnhof Nürnberg hat", wie uns der Radfahrer schreibt, der seinen Namen lieber nicht veröffentlichen möchte. Umliegende Feldwege hält er für keine Alternative, da diese "gerade mit Kindern nur bedingt nutzbar sind".

Warum kein Radweg gebaut wurde

Das staatliche Bauamt Bamberg, das im Landkreis Forchheim für Bundes- und Staatsstraßen zuständig ist, rechtfertigt den Verzicht auf einen Radweg mit der Autoverkehrsbelastung der Staatsstraße 2241, die "äußerst gering" sei. Laut einer Zählung aus dem Jahr 2015 waren hier nur 731 Kraftfahrzeuge am Tag unterwegs, davon 37 Lkw.

Zum Vergleich: Bayernweit würden auf Staatsstraßen durchschnittlich mehr als fünf mal so viele Kraftfahrzeuge und Lkw fahren. Der Radverkehr kann nach Einschätzung des Bauamts zwischen Hiltpoltstein und der Landkreisgrenze daher auf der Straße geführt werden.

Neue Radwege plant das Bauamt hingegen andernorts im Landkreis Forchheim. Schon 2022 soll zwischen Langensendelbach und Effeltrich entlang der Staatsstraße 2242 ein Geh- und Radweg mit 1,7 Kilometern Länge entstehen. Bei Neuses sind für 2024 Verbesserungen angekündigt, und zwar auf der Staatsstraße 2244 von Neuses bis zur historischen Schleuse 94 (Länge des Geh- und Radwegs: ein Kilometer) sowie der Staatsstraße 2264 auf 300 Metern südlich von Neuses.


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Schwierige Verhältnisse entlang der Wiesent

Kompliziert wird es an der Staatsstraße 2191 zwischen Doos und Behringersmühle. Das Bauamt erklärt: "Der mögliche Radweg erfordert naturschutzfachlich eine sehr komplexe Planung und bedarf deswegen einer umfangreichen Abstimmung mit einer hohen Anzahl an Trägern öffentlicher Belange." Derzeit arbeite man verschiedene Varianten aus, die anschließend mit den Trägern des Natur- und Wasserschutzes besprochen werden. Einen konkreten Bautermin für das 5,1-Kilometer-Projekt nannte uns das Bauamt nicht.


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Was die Bundesstraßen angeht, sind auf der B470 zwischen Behringersmühle und Pottenstein insgesamt 7,2 Kilometer lange Geh- und Radwege geplant. Auf den Landkreis Forchheim entfallen davon nur 500 Meter, daher hat das Bauamt Bayreuth die Planung dieses Abschnitts übernommen. "Hier steht das Erlangen des Baurechts noch aus", schreibt uns das Bamberger Bauamt.

Rund 7,5 Millionen Euro

All diese Geh- und Radwegprojekte sind Teil des "Radwegebauprogramms Bayern 2025", mit dem der Freistaat nach eigenen Angaben mindestens 200 Millionen Euro investiert. Auf den Landkreis Forchheim entfallen davon rund 7,5 Millionen Euro, wobei die Kalkulationen auch eventuelle Kosten für den Grunderwerb umfassen. Die Projekte könnten also noch billiger werden. Aus dem Programm und unter Beteiligung der Kommunen bereits fertiggestellt wurde kürzlich ein Radweg zwischen Weißenohe und Gräfenberg.


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