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Montag, 20.05.2019

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Langensendelbach: Bertha, Liesi, Tobias und die Erbschleicher

Theaterpremiere der Komödie "Das Hörrohr" führte familiäre Gierschlunde der gerechten Strafe zu - 05.02.2019 09:00 Uhr

Das Ensemble des Heimat- und Trachtenvereins Langensendelbach präsentiert sich auf der Bühne. Das Publikum war von der schauspielerischen Leistung überzeugt. © Foto: Karl Heinz Wirth


Unter den Gästen waren Bürgermeister Oswald Siebenhaar, sein Stellvertreter Mathias Kern und Kabarettistin Claudia Bill aus Effeltrich. Dabei hing die Premiere quasi am seidenen Faden, teilte Leiter Hans Singer mit: Katharina Lösel ist erkrankt, aber Evi Trummer und Regisseur Rainer Lindenmann konnten einspringen.

Zum Stück: Opa Meiners (Josef Wagner) ist aufgrund seiner Schwerhörigkeit vom Treiben um ihn herum ausgeschlossen. Das Hörrohr hilft nur, wenn seine Mitmenschen laut hineinbrüllen. Schwiegertochter Bertha (Gisela Herkt) will Opa Meiners den Hof abluchsen; ihr früherer Verehrer Arnold Hogeback (Peter Fees) stachelt sie dazu gehörig an. Als falsche Schlange säuselt Bertha dem Schwerhörigen Nettigkeiten ins Hörrohr.

Sohn Jochen (Rainer Hofmann) ist Opa keine Hilfe, weil er völlig unter dem Pantoffel seiner Frau steht und alle ihre Aktionen mit den Satz abtut: "Ja, wennst maanst, Bertha!"

Ähnlich ergeht es seinem Nachbarn Tobias Schmidtbauer (Hans-Peter Güthlein), denn der brave Postbote hat bei seiner Liesi (Evi Trummer), Berthas bester Freundin, nichts zu sagen. Während Bertha mit ihrem früheren Verehrer Hogeback Pläne schmiedet, wie sie an den Hof kommt und Opa ins Altenheim abschieben kann — der Notar ist schon bestellt — erhält Opa unerwartete Hilfe von Enkelin Elke (Bianca Schliffka) und Knecht Bernd (Wolfgang Schöner).

Hilfe naht von der Enkelin

Beide, in Zuneigung verbandelt, riechen den Erbschleicherbraten und tauschen das Hörrohr gegen ein elektrisches Exemplar aus. Für Opa Meiners eröffnet sich eine neue Welt. Jetzt kann er im Ohrensessel sitzend lauschen, was Bertha ausplaudert und was Postbote Tobias und seine Ehefrau Liesi mit Pacht und Zins zu tun haben. Als sich alle falschen Freunde ahnungslos verraten, stellt Opa einige Fallen auf. Sohn Jochen enttarnt den Postboten Tobias als Komplizen. Nicht nur die gierige Bertha wird böse bestraft, noch schlimmer ergeht es dem ebenso großspurigen und windigen Hogeback, was für Schadenfreude sorgt.

Die Theatergruppe überzeugte mit viel Spielfreude in einer kurzweiligen Inszenierung. Alle Akteure spielten ihre Rollen glaubhaft und eine so garstig heuchlerische Schwiegertochter wie die von Gisela Herkt dargestellte Bertha wünscht man allenfalls schlechten Menschen. Auf diesen herrlichen Theaterspaß können sich die Zuschauer freuen.

ZWeitere Vorstellungen finden statt am 6., 8., 9. und 10. Februar jeweils um 19.30 Uhr im Sportheim Langensendelbach. Karten gibt es bei Lebensmittel Wagner oder an der Abendkasse zum Preis von 7,50 Euro. 

KARL HEINZ WIRTH

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