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Montag, 27.05.2019

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Läutet in Urspring bald wieder die Glocke?

Bürger diskutieren über kleines Holzhaus mit Glockenturm - 06.02.2019 20:00 Uhr

Eine eigenwillige Konstruktion ist der Glockenturm von Urspring. Es nimmt kaum einer Notiz davon. Jetzt soll er zum Läuten gebracht werden. © Foto: Stefan Braun


Wer von Wannbach kommend durch Urspring fährt, muss schon sehr genau hinschauen, um das unauffällige kleine Gebäude mit dem winzigen Glockenturm am linken Fahrbahnrand zu entdecken. Es wurde Anfang der 80er Jahre errichtet, befindet sich in Gemeindebesitz und hat ein entscheidendes Manko: Die Glocke bleibt seit Jahren stumm, weil irgendwann die Stromversorgung gekappt worden ist.

Zur Sprache kam das Thema immer wieder, auch weil Dritter Bürgermeister Gerhard Kraft meint: "In einer Gemeinde im christlichen Abendland sollte eine Glocke läuten". Das sahen auch die Besucher aus dem 33-Seelen-Ortsteil Urspring so.

Kostenvoranschlag für Turm

Bürgermeisterin Rose Stark gab zu bedenken, dass ein Stromzähler installiert werden müsste, was sehr teuer kommen würde. Ein weiteres Problem stellt die Statik des Holzturmes dar: Man weiß nicht, ob sie je überprüft worden ist. Mit 9:4 Stimmen nahm die Bürgermeisterin einen entsprechenden Auftrag mit in den Gemeinderat. Die Verwaltung wird beauftragt, einen Kostenvoranschlag einzuholen. Es ist vorgesehen, das Gebäude vom Nachbargrundstück aus zu versorgen und einen Zwischenzähler einzubauen.

Blumen pflanzen

Im weiteren Punkt ging es um das Grundstück eines jüdischen Einwohners, der in der Zeit des Nationalsozialismus vermutlich deportiert worden ist. Sein Schicksal ist unbekannt. Das Eigentum, eine kleine Parzelle, liegt brach und ist verwildert. "Wir haben schon alles versucht und auch die israelische Kultusgemeinde eingebunden, aber für das Grundstück fühlt sich keiner mehr zuständig. Wir dürfen es nicht verkaufen und auch nicht bepflanzen. Die Gemeinde darf nur tätig werden, wenn Gefahr in Verzug ist", sagt Rose Stark.

Die schnelle Rose

Einige Einwohner beschwerten sich über ständige Falschparker in einer Spielstraße; viele Autofahrer würden auch mit überhöhter Geschwindigkeit innerhalb der Ortschaften unterwegs sein. Rose Stark betonte, dass der Gemeinde hier die Hände gebunden seien: "Das sind Angelegenheiten der Polizei". Für Erheiterung sorgte die Bürgermeisterin mit ihrem Nachsatz, dass "ich manches Mal auch zu schnell fahre, da ist es dann gar nicht schlecht, wenn man zur Erinnerung ab und zu einen Strafzettel bekommt".

Die Bürgermeisterin gab einen Überblick über den Haushalt und erwähnte die wichtigsten Projekte, außerdem rief sie den Besuch des Landrats Hermann Ulm in Pretzfeld. in Erinnerung. Sein Fazit sei gewesen: "In Pretzfeld lebt es sich gut, gesund und sicher". Weh tun, so Stark würde allen aber der Verlust von Gaststätten. "Ich hoffe, dass nicht noch mehr schließen. Schön wäre es, wenn mal wieder was Neues aufmachen würde. Da hätten alle etwas davon".

Kritik musste sich die Bürgermeisterin wegen der wenig zufriedenstellenden Parksituation beim alljährlichen Kirschenfest anhören. Sie verwies hier auf die ausreichenden Parkmöglichkeiten am Ortsrand. Keine große Rolle spielte dann noch das Thema "Mitfahrbänke", das die Bürgermeisterin als Auftrag aus dem Marktgemeinderat dabei hatte. Der Tenor der Gäste in der Bürgerversammlung lautete: "Bei uns gibt es genug Buslinien, die durchfahren. Wichtiger wären Ruhebänke". 

STEFAN BRAUN

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