Donnerstag, 22.08.2019

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Mariä Himmelfahrt: Ein Feiertag, der den Landkreis teilt

Arbeiten oder nicht? 1704 Gemeinden in Bayern haben an Himmelfahrt frei - 14.08.2019 11:48 Uhr

Mindestens sieben verschiedene Kräuter sollten es schon sein, die in die Würzbüschel für Mariä Himmelfahrt kommen. Unser Bild wurde in Weilersbach aufgenommen, dort wurden die fleißigen Teilnehmerinnen von Kräuterpädagogin Christa Heinze (7.v.li). und Ortsbäuerin Juliane Dürrbeck (5.v.li.) unterstützt. © Foto: Heidi Amon


Was wird an Mariä Himmelfahrt gefeiert?

Mariä Aufnahme in den Himmel (lateinisch: Assumptio Beatae Mariae Virginis), auch Maria Himmelfahrt oder Vollendung Mariens ist ein Hochfest der römisch-katholischen Kirche am 15. August. In der altkatholischen Kirche wird der 15. August als Heimgang Mariens bezeichnet. Das Fest geht auf ein Marienfest zurück, das Cyrill von Alexandrien im 5. Jahrhundert einführte. Dieses Fest legte er auf den 15. August. Der Glaube an die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel ist seit dem 6. Jahrhundert bezeugt und wurde 1950 von Papst Pius XII. für die römisch-katholische Kirche zum Dogma erhoben

 

Mit a oder mit ä am Ende — Heißt es Maria oder Mariä Himmelfahrt?

Beide Schreibweisen sind richtig. Das "ä" in Mariä Himmelfahrt bezeichnet den lateinischen Genitiv. Aber auch die Schreibweise Maria Himmelfahrt ist korrekt.

 

Wer hat eigentlich frei?

In Deutschland ist Mariä Himmelfahrt nur im Saarland und in bestimmten Gemeinden Bayerns ein gesetzlicher Feiertag. Die Festlegung, in welchen Gemeinden Bayerns Mariä Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag ist, beruht auf den Ergebnissen des Zensus 2011. Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik ist das Fest "Mariä Himmelfahrt" in 1704 von insgesamt 2056 Gemeinden Bayerns ein gesetzlicher Feiertag (das sind 83 Prozent). Während in den Großstädten München, Augsburg, Würzburg, Bamberg, Regensburg und Ingolstadt Mariä Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag ist, wird in Nürnberg, Fürth und Erlangen gearbeitet beziehungsweise sind die Geschäfte geöffnet.

 

In welchen Gemeinden des Landkreises Forchheim wird gearbeitet – und wer hat frei?

Der Landkreis Forchheim gliedert sich in 29 Gemeinden. 24 davon sind überwiegend katholisch, fünf davon überwiegend evangelisch.

Feiertag haben: Dormitz, Ebermannstadt, Effeltrich, Eggolsheim, Forchheim, Gößweinstein, Hallerndorf, Hausen, Heroldsbach, Hetzles, Kirchehrenbach, Kleinsendelbach, Kunreuth, Langensendelbach, Leutenbach, Neunkirchen, Obertrubach, Pinzberg, Poxdorf, Pretzfeld, Unterleinleiter, Weilersbach, Weißenohe und Wiesenthau. Kein Feiertag ist in: Egloffstein, Gräfenberg, Hiltpoltstein, Igensdorf und Wiesenttal.

 

Wo ist Mariä Himmelfahrt noch ein Feiertag?

Mariä Himmelfahrt ist ein gesetzlicher Feiertag in Österreich, Staatsfeiertag im Fürstentum Liechtenstein, Feiertag in acht Kantonen der Schweiz sowie in sieben weiteren Kantonen ein zumindest in einigen Gemeinden arbeitsfreier Tag. Ebenfalls ein gesetzlicher Feiertag ist Mariä Himmelfahrt in Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Malta, Polen, Portugal, Slowenien und Spanien, ebenso in Griechenland, Georgien, Rumänien und Zypern. In Tirol wurde das Fest Mariä Himmelfahrt im Jahr 1959 zum Gedenken an die Befreiung Tirols im Jahr 1809 zum Landesfeiertag mit der Bezeichnung Hoher Frauentag erklärt. In Italien ist Mariä Himmelfahrt traditionell ein arbeitsfreier Feiertag namens Ferragosto, der wahrscheinlich auf die Römerzeit zurückgeht.

 

Angenommen man ist katholisch, wohnt in Forchheim und arbeitet in einer evangelischen Kommune: Darf man am Donnerstag zu Hause bleiben?

Hier ist nicht die Feiertagsregelung für den Wohnsitz entscheidend, sondern die für den Arbeitsort. Das nennt man interlokales Feiertagsrecht. Wer also in Forchheim wohnt und in Erlangen arbeitet, für den ist Mariä Himmelfahrt ein ganz normaler Arbeitstag.

  

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