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Mittwoch, 23.10.2019

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Mehr Fehlalarme bei den Feuerwehren im Landkreis Forchheim

In Bayern haben sich Fehlalarme in letzten zehn Jahren verdoppelt - auch im Landkreis? - 19.09.2019 18:28 Uhr

Feuerwehreinsatz in Forchheim: Oft rücken die Einsatzkräfte aber auch wegen Fehlalarmen aus. © Jana Schneeberg


Herr Flake, wie viele Fehlalarme haben die Feuerwehren 2018 verzeichnet?

Unsere 127 Wehren im Landkreis sind 2018 zu insgesamt 2634 Einsätzen ausgerückt. Die Mehrzahl davon, also 1570, waren technische Hilfeleistungen, 496 waren Brände. 146 Mal kam es zu Fehlalarmierungen. 37 davon waren blinder Alarm, 47 Täuschungen oder Falschalarm, 43 technischer blinder Alarm. Zehnmal haben private Rauchmelder fälschlicherweise ausgelöst.

Oliver Flake © Foto: Oliver Flake


Was verbirgt sich hinter den Zahlen?

Zum einen gibt es die Brandmeldeanlagen, die immer häufiger in Industrie- und Sonderbauten eingebaut werden. Die führen im Schadensfall zu einer direkten Alarmierung der Feuerwehr. Bei einem technischen Defekt oder unbedachter Handlungen kann es zum Fehlalarm kommen. Zum anderen sind es häufiger Bürger, die bei der Leitstelle anrufen, weil sie Rauch oder Feuer in der Natur sehen, bei dem es sich aber um ein angemeldetes Feuer handelt. Wenn der Ort nicht konkret eingeschränkt werden kann, rücken wir trotzdem aus. Zuletzt - und das sind die frustrierenden Einsätze - werden wir auch in den Fällen gerufen, in denen sich die Bürger eigentlich selbst helfen können, bei kleineren Wasserschäden etwa. Wenn man sich vor Augen hält, dass unsere Freiwilligen Feuerwehren mit Ehrenamtlichen arbeiten, die für die Einsätze von ihrer regulären Arbeit freigestellt werden, ist es umso ärgerlicher.

Woran sollten sich die Bürger orientieren bei der Frage, ob sie den Notruf wählen oder nicht?

Natürlich sollte man im Zweifelsfall lieber einmal zu viel die Feuerwehr rufen als zu wenig. Aber grundsätzlich sollte man sich vorher fragen: Birgt die Situation eine Gefahr für Leib und Leben oder für Sachwerte? Und wie schnell muss die Gefahr beseitigt werden? Die Feuerwehr ist kein normaler "Dienstleister", der in Anspruch genommen werden kann.

JANA SCHNEEBERG

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