Dienstag, 01.12.2020

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Menschenkette im Gedenken an Todesopfer von Hanau

Über 300 Menschen stellten sich in Forchheim rechtsextremem Terror und Morden entgegen - 22.02.2020 17:50 Uhr

Menschen gedachten der Opfer von Hanau auch in Forchheim.

22.02.2020 © Pauline Lindner


Nach einer Gedenkminute für die insgesamt 209 Opfer rechtsextremistischer Gewaltakte in der Bundesrepublik führte eine Menschenkette bis zum Paradeplatz. Menschen jeden Alters beteiligten sich, von der Grünen-Bundestagsabgeordneten Lisa Badum bis zu Müttern mit kleinen Kindern - sie mag besonders das Schicksal der jungen Kioskverkäuferin zur Teilnahme bewegt haben, hinterlässt die schwangere Frau doch zwei kleine Kinder -, vom FDP-Landtagsabgeordnetem Sebastian Körber über viele Kandidaten für kommunale Ämter aus allen demokratischen Parteien bis hin zu betagten Senioren und Menschen mit Handicap, von Frauen mit Kopftuch bis zu Männern mit Einkaufstaschen. Nicht wenige sprachen, als sich die Kette Richtung Paradeplatz in Bewegung setzte, vorbeikommende Bekannte an, ob sie sich nicht anschließen möchten.

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Forchheim: Menschenkette mit 300 Personen im Gedenken an die Opfer in Hanau

Eine Kette vom Rathausplatz über die Fußgängerzone bis hin zum Paradeplatz: Gut 300 Personen versammelten sich am Samstag zu einer Mahnwache am Rathausplatz, um ihre Trauer und ihre Solidarität mit den zehn Todesopfern von Hanau zu bekunden. Aufgerufen zu der Kundgebung hatte das Forchheimer Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus "Bunt statt braun".



Atila Karabag, der stellvertretende Vorsitzende von "Bunt statt braun" betonte: "Christen, Muslime, Juden und andere Religionen, wir stehen als Forchheimer zusammen." Er verlas die Namen der Opfer von Hanau und soweit bekannt ihre Lebensdaten. Nicht nur er stellt fest, dass der rechtsexteme Terror immer brutaler wird. Die Stichworte Lübke, Halle und Hanau mögen genügen. "Ein Mord bleibt ein Mord", betonte Ludwig Preusch (Bunt statt braun). Er forderte die Anwesenden auf: "Redet den Rechtsextremisten entschieden dagegen". Denn er beobachtete, dass gleich nach dem Bekanntwerden der Bluttaten in den sozialen Medien "das Relativieren" begann. Eigens hob er die besonnene Reaktion von Bundesinnenminister Horst Seehofer hervor.

 

PAULINE LINDNER

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