Samstag, 14.12.2019

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Met und Elbensprache im Kino Forchheim

Schauspieler tauchen in die Fantasiewelt von Tolkien, dem Autor von "Der Herr der Ringe" - 13.11.2019 17:44 Uhr

Im Kinocenter Forchheim entführten Schauspieler die Besucher in die Welt von Fabelwesen. Im Rahmen der blätterWALD–Literaturtage stand der Autor Tolkien im Mittelpunkt. © Foto: Udo Güldner


Martin Auer aus Fürth, Marius Boywitt aus Forchheim und Florian Fischer aus Hemhofen hatten sich in ihre Kostüme gewandet, um die in der Wiesentstraße vorbeihuschenden Passanten auf die magischen Momente im Inneren aufmerksam zu machen. Drinnen erwartete die Besucher Honigwein, der als Met mittelalterliche Lockerheit erzeugte, bis man sogar die Elbensprache Sindarin zu verstehen glaubte. Bis das Licht ausging.

Elfen aus Mittelerde spitzen die Ohren

Da waren es dann die Geschwister Madita, Demian und Calvin Kleisny aus Igensdorf, die als Elfen ihre Ohren spitzten. Da schien die Elbe Maike Arnold nicht aus Bamberg, sondern direkt aus Mittelerde zu kommen. So wie die Krieger Roman Link aus Höfles und Till Reinisch aus Bamberg oder die Waldläuferin Ronja Muhr aus Igensdorf.

Nur finstere Zauberer, vorwitzige Zwerge und feurige Drachen fehlten. Hinter den langen Haaren, glänzenden Rüstungen und schwer aussprechlichen Fantasie-Namen steckte aber ein ernstes Anliegen, das auch Tolkien gefallen hätte.

Starke Persönlichkeiten, mutiges Musketier

Aus ängstlichen, schüchternen und unsicheren Kindern und Jugendlichen sollen seit nunmehr 15 Jahren durch Live Action Role Playing (LARP) starke Persönlichkeiten werden. Das erklärte Samuel Karpowski aus Bamberg, der sich als mutiger Musketier verkleidet hat.

Der Philosophie-Student ist neben dem Gründer Bruno Wissenz aus Trailsdorf einer der Vorsitzenden. In neuntägigen Zeltlagern nahe Morschreuth, den "Feldern der Ehre", oder in einem ehemaligen Tanzsaal in der Reichbrunstraße in Forchheim erwecken sie den "Helden" in ihren Teilnehmern, freilich nicht den blutrünstigen, den man zum Kriegführen braucht. Eher den idealistischen, der die Natur liebt, die Frauen respektiert und Fairness ganz groß auf sein Schild schreibt. Was auch Tolkien während seiner Studienzeit in Oxford erlebte und später in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs am eigenen Leibe schmerzlich vermisste.

Rollenspiel fürs echte Leben

Es geht den ECW-Rollenspielern um tugendhaftes Verhalten, um mehr Selbstvertrauen, sich seinen Ängsten zu stellen und diese zu überwinden. Da helfe es, in eine Rolle zu schlüpfen, sich spielerisch in eine andere Person zu verwandeln, um diese Erfahrung ins reale Leben mitzunehmen. Davon profitierten schon hunderte junge Menschen aus ganz Deutschland. Auch Grundschüler, für die es märchenhafte Umgebungen gibt. "Die nicht ganz so brutale KiKa-Version der Grimmschen Märchen."

UDO GÜLDNER

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