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Mittwoch, 21.08.2019

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Mit Wehmut das Tanzbein in der Jahnhalle geschwungen

Ball der Landwirtschaft zum letzten Mal vor dem Abriss im Traditionsgebäude — Polonaise zur Eröffnung wie im Jahr 1983 - 14.01.2019 10:00 Uhr

Zu den Rhythmen der „Members“ war das Parkett der Jahnhalle von den Tänzerinnen und Tänzern gut besucht. Für das nächste Jahr muss eine neue Lokalität gesucht werden. © Foto: Franz Galster


Bereits bei einer zurückliegenden Veranstaltung war die Idee geboren worden, zur Eröffnung des Balls eine Polonaise wie in früheren Zeiten aufzuführen. Sie gehörte bis 1983 traditionell zum Ball der Ehemaligen, wie er damals genannt wurde. Es war die Zeit, als man in der Jahnkulturhalle zeitweise zwei Säle benötigte, um dem Publikumsansturm gerecht zu werden. Mittlerweile reicht der große Saal für ein interessantes Programm.

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Von der Turnhalle zum Kulturtempel: Die Jahn-Halle Forchheim

Mit dem geplanten Umzug und dem Geländeverkauf der SpVgg Jahn ist ihr Schicksal besiegelt. Die Forchheimer Jahn-Kulturhalle wurde zwischen 1924 und 1926 gebaut. Tag für Tag arbeiteten an die 100 Mitglieder ehrenamtlich auf der Baustelle mit. Bereits in den ersten Jahren wurde sie nicht nur als reine Turnhalle genutzt, sondern auch als Veranstaltungsort. Wir blicken in Bildern zurück.


Jetzt sammelten sich nochmals zehn Paare aus der Zeit um und vor 1983 und hatten sich mit viel Begeisterung für diesen Auftritt vorbereitet. Die Band "Members" bot ein breit gefächertes Musikrepertoire für ein Publikum aller Altersklassen. Der Auftritt der Jugendgarde des Neunkirchner Karnevalsvereins (NCV) bedeutete einen Augenschmaus.

Im Gespräch war aber allseits der Gedanke präsent, dass dies eine Art Abschied war. "Einfach schade. Wir können die Pläne der Stadt Forchheim nicht beeinflussen. Wir verlieren das Ambiente, ein Stück Jugend stirbt", meinte BBV-Bezirkspräsident Hermann Greif. "Ich war immer dabei. Der Bauernball ist schon gestorben. Jetzt das, wie soll es weitergehen?", fragte ratlos eine Klara Wiemann aus Gaiganz. "Leider geht es immer nur um Geld", meinte enttäuscht Rositta Erlwein aus Hundsboden. "Ich bin gerne bei dieser Tanzveranstaltung dabei, auch ohne direkten Bezug zur Landwirtschaft", sagte Alexandra Schmitt aus Ebersbach, "es gibt ja nichts Adäquates in der Großen Kreisstadt Forchheim".

Reinhold Wunder ging am Amt für Landwirtschaft Bamberg in den Ruhestand. Am 15. Februar 2019 will er bei der Jahreshauptversammlung des VfL sein Amt als langjähriger Geschäftsführer abgeben. Auch das bedeutet einen Schnitt, das Ende einer Ära. Seinen voraussichtlichen Nachfolger Markus Heckmann erwartet die Aufgabe Ausschau nach einer neuen Lokalität für den Ball zu halten. Freilich, die Aura und das Ambiente der Jahnkulturhalle wird sich schwerlich finden lassen. Es ist wie der Aufbruch in eine neue Zeit. 

FRANZ GALSTER

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