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Mit Wundertee und Banane zum Schnellschach-Titel

Schach: Am Wochenende finden erstmals die deutschen Schnellschach-Meisterschaften in Forchheim statt — Freier Eintritt - 11.11.2011 16:26 Uhr

Viel Zeit zum Grübeln werden die Schachspieler aus dem gesamten Bundesgebiet am Wochenende in Forchheim-Burk nicht haben: Bei den Schnellschach-Partien hat jeder Spieler nur 25 Minuten Zeit zum Überlegen. © Ralf Rödel


Normalerweise werden die großen Schachturniere, zu denen auch die deutschen Schnellschach-Meisterschaften zählen, in den Hochburgen wie Baden-Baden, Hamburg oder Berlin ausgetragen.

„Heuer hat der Deutsche Schachbund händeringend einen Ausrichter gesucht. Offenbar haben alle potenziellen Ausrichter abgesagt“, erzählt Udo Güldner, Vorsitzender des Schachclubs Forchheim. „In letzter Minute, bevor das Turnier ausfallen musste“ (Güldner) hat sich sein Verein bereit erklärt, die Meisterschaften nach Oberfranken zu holen.

Natürlich seien die Schachhochburgen finanziell lukrativer für die Schachspieler: Bis zu 10000 Euro Preisgeld seien möglich. Doch mehr als die Mindestanforderungen des Verbandes will der SCF schon auf sich nehmen: „Wir liegen mit 2300 Euro Preisgeld deutlich über dem Minimum, ein Fünf-Sterne-Hotel können wir aber nicht anbieten. Sonst wäre der Verein nach dieser Meisterschaft wahrscheinlich pleite.“

Also geht es ins schmucke und frisch renovierte Gasthaus „Roter Ochs“, dem ehemaligen Vereinsheim des Schachclub. „Es ist Voraussetzung, dass alle 40 Teilnehmer in Einzelzimmern untergebracht werden“, verrät Güldner.

Auch die Verpflegung stellt der Verein. Allerdings gibt es da keinerlei Extrawünsche der Spieler, die aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen und sich für die Meisterschaft qualifizieren mussten: „Allerdings haben vereinzelte Akteure eine Banane oder einen ,Wundertee‘ dabei. Das sind aber Talismänner“, verrät Güldner. Ansonsten gebe es „normales Buffet“.

Lokalmatadoren am Start

Die Chancen auf den Titel sieht Güldner relativ ausgeglichen. „Da viele Großmeister auf internationalen Turnieren sind, so auch unser Aushängeschild und der Vorjahreszweite Michael Prusikin, sind die Karten gut gemischt.

Wahrscheinlich wird IM Karl-Heinz Podzielny aus Nordrhein-Westfalen gute Chancen haben.“ Die Lokalmatadoren — der Ausrichter darf eine beliebige Anzahl Spieler aus der Region einladen und per „Wildcard“ versehen — werden wohl eher keine großen Rollen spielen, vermutet Güldner. „Einzig unser Leon Mons, der amtierende deutsche U16-Meister, könnte die Vorderen ärgern und unter die besten Fünf kommen“, prophezeit der SCF-Vorsitzende.

Der Eintritt für Zuschauer ist an beiden Tagen frei. „Schnellschach ist attraktiv“, verspricht Udo Güldner. Eine Partie darf pro Spieler nicht länger als 25 Minuten plus fünf Sekunden pro Zug dauern. „Stundenlange Wartezeiten, wenn ein Spieler in die Rechenzeit eintaucht, wird es nicht geben.“ 

CHRISTOPH BENESCH

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