Blick in die Altstadt

Mitten unter uns: Warum das Gräfenberger Bier so besonders ist

30.10.2021, 15:32 Uhr
Ein Blick in den Sudkessel und damit in die lange Biertradition Gräfenbergs.

Ein Blick in den Sudkessel und damit in die lange Biertradition Gräfenbergs. © Berny Meyer, NN

Der ehemalige Lehrer, der auch Vorsitzender des Freundeskreis Pringy der französischen Partnerstadt in Hoch-Savoyen ist, ist ein wandelndes Lexikon, was die Geschichte seiner Heimatstadt anbelangt. Zahlreiche Anekdoten zu den einzelnen Gebäuden sind das Salz in der Suppe, wenn Hans-Peter Reck mit seinen Gruppen bei den Stadtführungen unterwegs ist.

Ganz ohne das Thema Bier kann eine Führung durch die Gräfenberger Innenstadt und damit auch durch die Historie nicht ablaufen. Schließlich liegen sowohl das ehemalige Kommunbrauhaus als auch das Malzdörrhaus auf dem Rundweg.

"Wir haben hier eine sehr große Biertradition und brauchen uns auch heute mit unseren vier Brauereien, davon zwei im Hauptort vor Kulmbach nicht zu verstecken", sagt Reck, der weiß wovon er spricht. "Elf Jahre lang in den Ferien habe ich in der Brauerei gearbeitet", erzählt er im Gespräch mit der Redaktion.

100 Familien mit Braurecht

In früheren Jahrhunderten, so erzählt er auf den Führungen seinen Gästen, besaßen bis zu 100 Familien in Gräfenberg ein Braurecht. Wenn neues Bier gebraut worden war, dann wurde darauf hingewiesen und vor Ort ausgeschenkt, ähnlich einer Besenwirtschaft wie sie es noch heute beim Wein in Unterfranken gibt.

"Die Leute verdienten sich damit etwas Geld hinzu. Ein Teil des Bieres wurde aber auch exportiert, der Großteil davon nach Nürnberg, ein Teil aber auch in die andere Richtung bis nach Sachsen. Wenn ich in der damaligen Zeit gelebt hätte, dann hätte ich auch Bier gebraut", sagt Reck und lacht.

Bürgermeister Ralf Kunzelmann verrät seinen Lieblingsplatz

Heute gehen die Besucher in die ortsansässige Gastronomie, speziell in die beiden Brauereigaststätten, die sich ebenso wie zahlreich vorhandene weitere gastronomische Betriebe über den wiederkehrenden Besucherstrom freuen.

Das spült Umsatz in die heimischen Kassen, "denn jeder Tagestourist lässt rund 18 Euro in Gräfenberg", so Bürgermeister Ralf Kunzmann.

Er hat einen ganz speziellen Lieblingsflecken in Gräfenberg: "Ich bin begeisterter Mountainbike- Fahrer und fahre daher öfter zum Kriegerdenkmal. Das ist für mich ein ganz spezieller Ort, denn hier habe ich meine Hochzeitsfotos machen lassen. Gräfenberg hat aber viele charmante Ecken, nicht nur im Hauptort".

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