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Nachbarschaftshilfe in Forchheim-Nord kommt gut an

Unterstützung beim Einkaufen, Handwerken und begleitete Fahrdienste - 05.07.2020 09:03 Uhr

Sie sind Teil eines 20-köpfigen Teams: Bürgerzentrums-Leiterin Kathrin Reif, Werner Löblein und Anita Klier (v.li.). Zwei bis drei Menschen wenden sich wöchentlich an die Nachbarschaftshilfe.

© Foto: Julian Hörndlein


Nachbarn helfen sich – nicht nur in Zeiten von Corona. Das Bürgerzentrum-Mehrgenerationenhaus in der Paul-Keller-Straße hat bereits im letzten Jahr die Organisierte Nachbarschaftshilfe Forchheim ins Leben gerufen. "Das Thema beschäftigt uns schon lange", erklärt Kathrin Reif, Leiterin des Bürgerzentrums.

Das Angebot richtet sich überwiegend an Seniorinnen und Senioren, aber auch jüngere Menschen, die bei Erledigungen Hilfe benötigen, können sich an die Nachbarschaftshilfe wenden. Dort geht es vor allem um Hilfe beim Einkaufen, begleitete Fahrdienste, kleine handwerkliche Hilfen oder auch einfach um den persönlichen Kontakt. Kleine Dinge, die etwa professionelle Dienstleister aufgrund des geringen Aufwands nicht übernehmen.

Reif sah das Prinzip der Nachbarschaftshilfe verstärkt auf dem Land und wollte es deshalb in die etwas anonymere Stadt bringen. Mit Erfolg: Etwa zwei bis drei Menschen wenden sich pro Woche an die Nachbarschaftshilfe. Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales mit insgesamt 10 000 Euro bei einer Laufzeit von zwei Jahren gefördert, danach möchte sich das Projekt selbst tragen - das ist das langfristige Ziel.

Die finanzielle Hilfe ist vor allem dazu da, die Infrastruktur – etwa ein Handy zur Kontaktaufnahme – zu finanzieren. Die Helferinnen und Helfer selbst arbeiten alle ehrenamtlich. Insgesamt 20 Personen sind in Reifs Team. Zwei davon sind Werner Löblein und Anita Klier.

Flexibilität wichtig

Klier ist eine von Zweien, die die Anfragen bekommen und sie dann in die Helfer-WhatsApp-Gruppe weiterleiten. Dort können die Helfer sich dann flexibel nach Verfügbarkeit melden und bekommen anschließend die Kontaktdaten der Person.

Diese Flexibilität ist den Nachbarschaftshelfern wichtig. "Es ist ein Ehrenamt, bei dem man sich die Zeit wirklich frei einteilen kann", so Reif. Für Anita Klier kam das Engagement wie gerufen: "Ich habe nach Aufgaben gesucht und bin hier fündig geworden", erklärt sie. Für Klier ist die Hauptmotivation für das Ehrenamt die Freude, die sie den Menschen macht. "Man sieht, wie dankbar die Menschen sind", meint sie.

Freundschaften entstanden

Werner Löblein stimmt ihr zu: "Wenn man die dankbaren Gesichter sieht, das ist herzergreifend", erklärt der Kirchehrenbacher. Er sei nach seiner berufstätigen Zeit zur Nachbarschaftshilfe in Forchheim gekommen. Im Laufe der Zeit seien dann auch schon Freundschaften entstanden.

Die Befürchtung, die Anfragen könnten der Nachbarschaftshilfe während der Corona-Zeit über den Kopf wachsen, hat sich nicht bewahrheitet. Zwar hätten einige Helfer aus gesundheitlichen Gründen ihr Engagement pausiert, jüngere Helfer seien jedoch eingesprungen.

Auch hat Reif die Erfahrung gemacht, dass Nachbarschaftshilfe über das Angebot des Bürgerzentrums hinaus auch allgemein während der Pandemie einen Schub erhalten hat. "Familien und Nachbarn haben verstärkt zusammengeholfen", meint sie. Für alleinstehende Menschen hat das Bürgerzentrum eine Bank der Begegnung aufgestellt, wo sich die Menschen austauschen können. "Wir möchten die Leute aus ihrer Einsamkeit herausholen", so Reif.

Anfragen besprechen

Auch die Nachbarschaftshilfe trägt dazu bei, allein die Kommunikation mit den Helfern würde den Menschen viel bedeuten. Der Helferkreis – bestehend aus 14 Frauen und sechs Männern – trifft sich regelmäßig, um sich über die Anfragen auszutauschen und auch, damit die Helfer sich untereinander kennenlernen können.

Kathrin Reif erzählt von einer Seniorin, die nach ihrem Umzug nicht mit den Standorten ihrer Möbel zufrieden war. Just erklärte sich ein Helfer bereit, die Möbel richtig zu rücken. Zudem begleiten die Helfer häufig zu Arztbesuchen, kaufen ein oder übernehmen Fahrdienste.

Gerade bei letzterem Punkt sucht Reif noch nach Ehrenamtlichen mit Führerschein. Darüber hinaus können sich sowohl interessierte Helfer als auch Menschen, die Hilfe benötigen, an das Bürgerzentrum wenden: Telefon (01 63) 3 73 09 49.

JULIAN HÖRNDLEIN

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