Nahwärmenetz Hallerndorf: Naturstrom verschenkt Leerrohre

18.5.2016, 11:00 Uhr
Thilo Jungkunz (Naturstrom) präsentiert die Rohre, die mit dem Nahwärmenetz verlegt werden sollen und später Glasfaserkabel aufnehmen sollen.

Thilo Jungkunz (Naturstrom) präsentiert die Rohre, die mit dem Nahwärmenetz verlegt werden sollen und später Glasfaserkabel aufnehmen sollen. © Foto: Regner

Thilo Jungkunz, Geschäftsbereichsleiter von Naturstrom, rechnete dem Gemeinderat vor, dass es Hallerndorf eine Stange Geld kosten würde, wenn diese die „Speedpipe“-Leerrohre erst später — ohne die Nutzung der für die Nahwärmeerschließung bald ohnehin aufgebaggerten Gräben — verlegen würde. Rund 18 000 Euro netto müssten für das Material berappt werden, 25 300 Euro für Verlege- und Montagearbeiten der Leerrohre und 98 100 Euro für Erd- und Straßenbauarbeiten. Jungkunz bot der Gemeinde an, dass das Unternehmen trotz Mehrkosten die letzten beiden Positionen übernehmen würde.

Somit würden nur 18 000 Euro Materialkosten bei der Gemeinde bleiben. Die übrigen Haushalte, die keinen Nahwärmeanschluss wünschen, könnten bei einer späteren Glasfasererschließung nachträglich an die unter den Straßen verlegten Leerrohre angebunden werden. Bürgermeister Torsten Gunselmann erklärte, dass man vorerst nur den ersten Bauabschnitt des Nahwärmenetzes im Westen der Ortschaft durchkalkuliert habe. Das dort verlegte Leerrohrnetz ginge nach Abschluss der Maßnahme in den Besitz der Gemeinde über. „Diese Chance haben wir nur einmalig“, sagte Gunselmann und stieß damit auf einhellige Zustimmung.

Außerdem stellte Thilo Jungkunz die neuesten Pläne für das Heizkraftwerk am westlichen Ortsrand vor und bat um eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans und um die Aufstellung eines Bebauungsplans für die betroffenen Grundstücke. Der Baugrund habe sich bei einer Voruntersuchung allerdings als problematisch erwiesen, so Jungkunz: Im Untergrund seien in der Vergangenheit Blähtonkügelchen abgelagert worden, die nun für baustatische Probleme sorgen würden.

Es sei deshalb nicht mehr möglich, den 100 Kubikmeter Wasser fassenden Pufferspeicher des Heizwerks ein Stück im Boden zu versenken. Deswegen werde er voraussichtlich nicht neun sondern zwölf Meter aus der Erde ragen. „Das ist schon eine enorme Höhe“, kritisierte Georg Gunselmann (JAB), der stattdessen zwei kleinere Speicher mit je sechs Metern vorschlug. „Bitte tun Sie bei der Höhe, was Sie können“, appellierte auch Werner Fischer (WG Hallerndorf).

Jungkunz versprach, den Speicherturm mit Holz zu verkleiden. Außerdem soll der Bau des Heizwerks, das neben dem Pufferspeicher fünf Heizkessel sowie Lagerbunker für Pellets und Hackschnitzel umfassen soll, bereits im August beginnen. Wie berichtet, soll darüber hinaus ein großes Solarthermie-Feld mit Sonnenkollektoren zur Warmwassergewinnung errichtet werden. Die Beschlüsse, eine Änderung des Flächennutzungsplans einzuleiten und in das Verfahren für einen Bebauungsplan einzusteigen, fielen einstimmig. Die Kosten für diese Planverfahren werden dem Vernehmen nach von Naturstrom übernommen.

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